Weiterer Höhepunkt zur Kirchner-Ausstellung: Frau Dr. Pirsig-Marshall spricht zu „Kirchner und Mueller. Zwischen Dresden und Berlin“
Am Donnerstag, den 17. März um 19 Uhr im Stadtmuseum Borken
11. März 2016. Am Donnerstag, den 17. März um 19 Uhr lädt das Stadtmuseum Borken im Rahmen der Ausstellung „Kirchner zeichnet“ zu einem Vortrag über die „Brücke“-Künstler Ernst Ludwig Kirchner und Otto Mueller ein.
Zum Vortrag:
Die Maler Ernst Ludwig Kirchner (1888-1938) und Otto Mueller (1874-1930) lernen sich 1910 in Berlin kennen. Wie schon die Künstler der „Brücke“ in Dresden arbeiten auch sie gemeinsam im Atelier und im Freien. Schnell und unmittelbar malten und zeichneten sie alles, was sich ihren Augen und Sinnen darbot. Ihre Werke vermitteln die besondere Atmosphäre jener Jahre, das furiose Arbeiten, die Unmittelbarkeit in der künstlerischen Geste und die Freizügigkeit im Umgang miteinander. Der künstlerische Dialog der beiden Hauptvertreter der deutschen Expressionismus, der bisher öffentlich wenig Beachtung gefunden hat, ist Gegenstand des Vortrags.
Zur Person:
Dr. Tanja Pirsig-Marschall arbeitet als Referentin für die Moderne im LWL-Museum für Kunst und Kultur und ist stellvertretende Direktorin des Hauses.
Pirsig-Marshall, Jahrgang 1973, studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Bochum und Bonn. 2004 wurde sie mit einer Arbeit über Otto Mueller an der Universität von Essex promoviert. Zu beruflichen Stationen der Kunsthistorikerin zählen Museen in Deutschland und Großbritannien, darunter das Folkwang Museum in Essen, die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München, das Londoner Victoria & Albert-Museum und das National Museum of Wales in Cardiff.
Zur Ausstellung:
Kirchner war Mitbegründer der Dresdner Künstlergruppe „Brücke“ (1905-1913), einer der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus und ein wichtiger Vertreter der Abstraktion. Von 1911 bis 1918 lebte und arbeitete er, mit sommerlichen Unterbrechungen, in Berlin. Er wurde wie viele seiner Kollegen 1914 freiwillig Soldat. Kurz darauf erlitt er einen Nervenzusammenbruch, dem eine lange Zeit in Sanatorien und 1918 die Übersiedlung in die Schweiz folgten. Kirchners Kunst genoss im Laufe seines Lebens hohes Ansehen. 1937 musste er jedoch die Diffamierung als „Entartete Künstler“ und die Beschlagnahmung seiner Werke aus den öffentlichen Sammlungen erleben. Ein Jahr später, 1938, wählte er den Freitod.
Die Ausstellung im Stadtmuseum Borken zeigt 87 meist unbekannte Zeichnungen aller Schaffensphasen aus dem Nachlass des Künstlers. Viele der Blätter werden zum ersten Mal öffentlich zu sehen sein.
Beginnend mit den ersten Atelier- und Landschaftsszenen der Dresdner Brücke-Zeit, über Blätter der Sommeraufenthalte auf Fehmarn oder an den Moritzburger Seen bis 1914 erstreckt sich die Auswahl bis hin zu den Zeichnungen der Schweizer Jahre. Den Auftakt bildet eines der wenigen erhaltenen „Viertelstunden-Blätter“, mit denen die Brücke-Künstler sich in der schnellen Komposition nach dem bewegten Modell übten. Am Schluss steht ein kurz vor seinem Tod entstandenes eindrucksvolles Landschafts-Aquarell. Mehr als die Hälfte der ausgestellten Zeichnungen haben den weiblichen Körper im Atelier oder in der freien Natur zum Thema, denn der weibliche Akt steht im Mittelpunkt von Kirchners Kunst. Darüber hinaus werden Porträts und Landschaften ausgestellt. Die Auswahl macht die stilistischen Wandlungen Kirchners erlebbar und gewährt „unmittelbar und unverfälscht“ Einblicke in das, was Kirchner „zum Schaffen drängt(e)“ (Programm der Brücke, 1906).
Die Ausstellung wurde gefördert durch die VR-Bank Westmünsterland.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
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Weiterer Höhepunkt zur Kirchner-Ausstellung 03
Waldweg auf Fehmarn, um 1914, Nachlass Ernst Ludwig Kirchner, courtesy Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Foto: Nicolas Bischoff
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