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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 14.03.2016
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Politikverdrossenheit von Jugendlichen sieht anders aus! Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Iserlohn hatte am Donnerstag, 10. März, die 58 neuen Mitglieder des Kinder- und Jugendrates, die im Januar und Februar an allen weiterführenden Schulen gewählt wurden, 17 weitere interessierte Jugendliche sowie 13 Vertreter aus Politik, Verwaltungsspitze und öffentlichem Leben zu einem „Speed-Debating“ eingeladen. Eingebettet war das "Speed-Debating" in die erste Vollversammlung des Kinder- und Jugendrates, die Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens eröffnete. Er versicherte den Delegierten, dass es nicht darum ginge, ihr Wissen über Politik abzufragen und dass es auch nicht ihre Aufgabe sei, zukünftig den Politikern die jugendpolitisch relevanten Aufgaben zu benennen, damit diese die "bessere" Politik machen. Ziel der Mitarbeit im KiJuRates sei es vielmehr, Spaß an Politik zu bekommen. Politik sei kein staubtrockenes, langweiliges Thema. Er räumte die Sorge aus, dass die Mitglieder des KiJuRates nur herum sitzen und diskutieren werden, womöglich über Themen, die nur die verstehen, die entweder im Politikunterricht immer aufgepasst haben oder täglich die Nachrichten verfolgen. Ahrens machte deutlich, dass der KiJuRat ein Gremium sei, um sich auszuprobieren, gemeinsam Ideen zu entwickeln und Wege zu suchen, um diese Ideen in die Tat umzusetzen. Dadurch ergebe sich ganz schnell ein Überblick, wie Verwaltung und Politik funktioniere. Plötzlich werde klar, wie sehr man selber häufig von den Entscheidungen der Politik betroffen sei und wie man sich mit seinen Themen einmischen könne. "Und dann macht das auch Spaß", versicherte Ahrens. Nachdem Nilüfer Yilmaz, Scherin Omaratte, Hannah Dieckmann, Cem Tugral und Rita Maglio, langjährige Mitglieder des KiJuRates, die Arbeit des Gremiums der letzten zwei Jahre beeindruckend anhand einer Präsentation darstellten, ging das Speed-Debating los. In drei Gruppen aufgeteilt, setzten sich die Delegierten den dreizehn erwachsenen Funktionsträgern, die sich an diesem Nachmittag für die Jugendlichen zur Verfügung gestellt hatten, gegenüber. Jeweils drei Minuten hatten die Jugendlichen nun Zeit um ihre Fragen, ihre Kritik und Anregungen loszuwerden. Wer befürchtet hatte, die drei Minuten würden vielen mangels Gesprächsstoff zu lang werden, hatte sich geirrt. Als nach Ablauf der Zeit ein unangenehm lauter, schriller Ton das Ende der Runde signalisierte, mussten die in den meisten Fällen höchst angeregten Gespräche abrupt unterbrochen werden. Obwohl die Delegierten das sehr unangenehme Geräusch unmöglich überhören konnten, mussten sie dennoch häufig aufgefordert werden, das Gespräch zu beenden, einen Tisch weiter zu rücken, um sich dem nächsten Debattier-Partner zuzuwenden. Bürgermeister Dr. Peter-Paul Ahrens, als erster Bürger der Stadt, war für viele Jugendliche ein besonders interessanter Gesprächspartner. Er beantwortete freundlich alle Fragen zu Projekten und Zukunftsplänen der Stadt Iserlohn. Zwei Mädchen baten ihn noch während der Debattierrunde um ein gemeinsames Erinnerungsfoto per Handy. Sie waren sichtlich begeistert, als Dr. Peter Paul Ahrens ihnen zusagte, nach der Veranstaltung in seinem Büro für ein solches Foto zur Verfügung zu stehen. Auch Gabi Stange (SPD, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses) beantwortete die vielen Fragen aus einem großen Themenspektrum. Es ging sowohl darum, ob es eine Pflicht für Feuerlöscher in Privatwohnungen gebe als auch um die Frage wie viel Geld die Stadt Iserlohn jährlich für Spielplätze ausgibt. Um zukünftige Planungen ging es natürlich beim Ressortleiter Planen, Bauen, Wohnen, Klimaschutz Mike-Sebastian Janke, der ebenso bereitwillig Auskunft gab wie Stefan Marquardt. Als Klimaschutzbeauftragter freute sich dieser sehr darüber, wie viele junge Menschen das Thema Klimaschutz als Herausforderung der Menschheit begreifen, wie informiert die Jugendlichen sind und wie groß das Interesse ist, zu erfahren, was Iserlohn beim Thema Klimaschutz unternimmt. Helmut Baumhard (UWG-Piraten) zeigte sich beeindruckt, wie informiert sich Jugendliche zu tagespolitischen Fragen äußern und Peter Bökenkötter musste als Bereichsleiter für die MVG natürlich detailliert Auskunft zum Schulbusverkehr geben. Bei den Gesprächen, die Jens Keienburg von der Flüchtlingsberatung der Diakonie Mark Ruhr und Angela Schunke als Leiterin des Ordnungsamtes führten, ging es hauptsächlich um Fragen zur Asylsituation und zur Lage der Flüchtlinge in Iserlohn. Besonders empört berichteten zwei Schülerinnen dem Flüchtlingsberater über rassistische Äußerungen, die von Mitschülern in ihrer Klasse getätigt wurden. Jens Keienburg wusste aber auch von zwei Jugendlichen mit eigenem Migrationshintergrund zu berichten, die ihm ihre Dienste als Dolmetscher für Flüchtlinge anboten. Viele Jugendliche nutzten sehr interessiert das Gespräch mit Marcel Dilling, der als Pressesprecher der Kreispolizeibehörde an der Debatte teilnahm. Während die Hemmungen häufig groß sind, einen Polizisten in Uniform auf der Straße anzusprechen, konnten die jungen Leute am 10. März im Rathaus ganz zwanglos ihre Fragen zur Sicherheitslage in der Stadt, aber auch zu Berufsmöglichkeiten bei der Polizei loswerden. In den Gesprächen mit Carmen Kowski (Bündnis 90 / Die Grünen) und Manuel Huff (Die Linke) ging es häufig um Schulthemen, aber auch um Mobbingerfahrungen, während Detlef Köpke (FDP) zur Situation der Jugendzentren und zu Umweltschutzthemen befragt wurde. Er berichtete, dass sich einige seiner Gesprächspartner für Müllsammelaktionen an den Schulen einsetzen möchten. Paul Ziemiak als Bundesvorsitzender der Jungen Union konnte Interessantes aus Berlin berichten. Besonders aufregend fanden seine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner es natürlich, dass er die Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich kennt. Außerdem fanden die jungen Leute es sehr spannend, dass Paul Ziemiak seinen politischen Werdegang im Iserlohner KiJuRat gestartet hat. Komplettiert wurde das Programm der ersten KiJuRat-Vollversammlung 2016 durch drei Workshops zu den Themen Standortanalyse und Ideensammlung Seilersee, Kommunikationstraining und Improtheater, die von Fachleuten angeboten wurden. Nach einem Nachmittag Dauerdebattierens im Drei-Minuten-Takt waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowohl die Mitglieder des KiJuRates, als auch Politiker, Verwaltungsvorstand und andere Experten ganz schön geschafft. In der Abschlussrunde, in der noch einmal die Ergebnisse des Tages vorgestellt wurden, versicherte Petra Lamberts, die als Leiterin des Kinder- und Jugendbüros mit ihrem Team den KiJuRat begleitet, dass es so anstrengend wie in dieser ersten Vollversammlung nicht weiter gehen werde. In den nächsten Wochen werden die Delegierten in Kleingruppen eingeladen, um die zukünftigen Themen und die Art der Zusammenarbeit weiter zu besprechen. |
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: KiJuRat-Vollversammlung 2016
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