Zum Tod Werner Dettmars: Stadt würdigt Wirken des Luftkriegsforschers

22. März 2016.

 „Schlimme Erlebnisse und tiefsitzende Ängste nicht zu verdrängen, sondern in lebensbejahender Weise und mit positivem Effekt für die Mitmenschen zu verarbeiten - dafür wird uns Werner Dettmar immer als Beispiel vor Augen stehen.“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen den international anerkannten Luftkriegsforscher und Buchautoren gewürdigt, der jetzt verstorben ist.

 

Dettmar überlebte die Bombardierung seiner Heimatstadt Kassel in Kellern oder als jugendlicher Flakhelfer. Er wurde Zeuge der Zerstörung, insbesondere in Folge der Bombennacht vom 22. Oktober 1943. Seine alptraumhaften Erlebnisse der Kriegsjahre erweckten in ihm den Forscherdrang, Hintergründe zu erfahren und Fakten über den Luftkrieg zusammeln. Reisen führten ihn nach Großbritannien und die USA, wo er in Archiven nach Materialien suchte sowie Piloten und weiteren Zeitzeugen begegnete. Als Pensionär war Dettmar – in seiner beruflichen Laufbahn bei der Stadtverwaltung beschäftigt - für englische und amerikanische Archive tätig.

 

Die Ergebnisse dieser Arbeit behielt er nicht für sich. Zu seinen Veröffentlichungen gehören insbesondere zwei Kassel betreffende Dokumentationen mit einer Fülle von detaillierten Informationen, "Die Zerstörung Kassels im Oktober 1943" sowie "Veränderungen einer Stadt" Mit seinem Namen verbunden ist zudem das bekannte „Trümmermodell“ von Kassel mit seiner zerstörten Altstadt 1945 im Stadtmuseum, die seinerzeit nach Werner Dettmars Angaben vom Modellbauer Raphael Steiner erstellt wurde. Erst kürzlich überabeitet, soll es künftig nach der Wiedereröffnung in einem eigenen Raum und mit spezieller Beleuchtung eindrucksvoll präsentiert werden. Es wird auch im neuen Stadtmuseum eine der großen Attraktionen sein.

 

Die Stadt Kassel hat den Historiker für seine Arbeit mit der Stadtmedaille ausgezeichnet. Oberbürgermeister Bertram Hilgen: „Was Krieg bedeutet, das lehrt uns das Wirken Werner Dettmars zu erahnen und nachzuempfinden – aber auch, dass Freundschaft von Menschen, die einst Kriegsgegner waren, möglich ist. Dafür sind wir ihm dankbar und werden oft an ihn denken.“

(2395 Zeichen)

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Stephan Kaiser


Bild: Druckansicht Druckansicht

Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@kassel.de

Pressesprecher Ingo Happel-Emrich

Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de

presse-service.de Die Pressestelle der documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie auch Mitteilungen weiterer Pressestellen abonnieren, Ihr Interessenprofil verwalten oder sich ganz aus dem Verteiler löschen.