AG Menschen mit Behinderung stellt Jahresbericht vor
Am kommenden Donnerstag im Alten Rathaus
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt Magdeburg trifft sich am Donnerstag, dem 28. April 2016, um 13.30 Uhr zu ihrer nächsten Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Fragen der Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, im städtischen Raum und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden. Dazu sind Vertreter der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), des Stadtplanungsamtes und des Tiefbauamtes anwesend.
Eingeladen sind zudem Vertreter des im vergangenen Jahr neugewählten Seniorenbeirates, um gemeinsame Anliegen, Vorhaben und Interessen abzustimmen. Hintergrund ist, dass mehr als die Hälfte der anerkannten Schwerbehinderten bereits im Seniorenalter ist, während rund 20 Prozent der Seniorinnen und Senioren schwerbehindert sind. Daraus resultieren ähnliche Forderungen nach einer barrierefreien Verkehrsinfrastruktur, nach barrierefreien, bezahlbaren Wohnungen, einem barrierefreiem Zugang zur medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich u.v.m.
Der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt, Hans-Peter Pischner, wird auf der Sitzung auch seinen Jahresbericht für das Jahr 2015 vorstellen, der einen Überblick über den Stand der Teilhabe und der barrierefreien Nutzbarkeit städtischer Angebote, Planungen und Einrichtungen gibt sowie auf die soziale Lage der Betroffenen und den Stand der Inklusion in verschiedenen Lebensbereichen eingeht. Pischner fordert u.a. von der neuen Landesregierung, endlich wieder konkrete Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Wohnumfeld, bei Mietwohnungen entsprechend des individuellen Bedarfs und im Hinblick auf den Zugang zu Arztpraxen zu fördern. Hier könnte sich Sachsen-Anhalt an anderen Bundesländern wie Sachsen orientieren.
Hintergrund
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich seit 1999 Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung sowie engagierte persönlich betroffene Aktive.
In Sachsen-Anhalt lebten 2014 rund 184.000 anerkannte Schwerbehinderte (ca. 8% der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2014 rund 17.600 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5%), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11%).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 9.600 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G). Schätzungsweise 2.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 287 sind blind, 210 gehörlos, und ca. 4.300 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten rund 2.100 Menschen (Merkzeichen H).
Fast 2.300 Magdeburger besitzen das Merkzeichen RF und zahlen aufgrund einer Seh- oder Hörbehinderung oder wegen einer schweren Behinderung einen ermäßigten Rundfunkbeitrag, soweit sie nicht wegen geringen Einkommens ganz befreit sind.
59% der Betroffenen sind 65 Jahre und älter. 52% der Behinderten sind Frauen. Mehr als 7.000 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 3.000 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt. In den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind über 1.000 Betroffene beschäftigt. Nach der offiziellen Arbeitslosenstatistik waren im Dezember 2015 in Magdeburg 474 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, davon rund zwei Drittel im Bereich des SGB II (Jobcenter).
Ansprechpartner:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter
Telefon: 0391/ 540 2342
E-Mail: behindert@magdeburg.de
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