Stadt Kassel entwickelt Maßnahmen zur Anpassung an Klimawandel

Ob steigende Temperatur oder Hochwasser, extreme Wetterereignisse oder Dürreperioden - der Klimawandel beeinflusst unser Leben. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine Herausforderung für die Stadt Kassel. Sie kümmert sich jetzt in zwei Projekten um Lösungen für diese Herausforderung.

19. Juli 2016. Sommertage mit großer Hitze und sogenannte Tropennächte, in denen es kaum abkühlt, stellen eine große gesundheitliche Belastung für die Menschen dar. Aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass es in Deutschland künftig viel öfter solche Wetterlagen geben wird. Dies sowie weitere Risiken wie die Zunahme von Hochwasser, Sturm und anderen extremen Wetterereignissen machen es dringend erforderlich, dass die Städte und Gemeinden Ideen entwickeln, wie sie sich an diese klimatischen Veränderungen anpassen können. Die Stadt Kassel kümmert sich jetzt in zwei neuen Projekten darum, hierfür Lösungen zu finden.

„Wir nehmen den Einfluss des Klimawandels auf die Lebensqualität der Menschen in unserer Stadt sehr ernst. Wir suchen nach Möglichkeiten diese Belastungen möglichst gering zu halten und auch die negativen wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels zu minimieren“, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda. „Mit den Projekten `Klimaschutzteilkonzept - Anpassung an den Klimawandel für die Stadt Kassel` und `Steigerung urbaner Klimaanpassungskapazitäten durch Wissenschaft-Praxis-Kooperationen` können wir eine systematische und integrierte Strategie zur Anpassung der Stadt Kassel an den Klimawandel entwickeln.“ Denn Klimaanpassung sei eine Querschnittsaufgabe, die viele Bereiche des öffentlichen und privaten Handelns in der Stadt betreffe.

Wie wollen und können wir gemeinsam gesund in dieser Stadt leben, wenn Hitzeperioden mit Tropennächten intensiver werden? Wenn Starkregenereignisse unsere Stadt in ein Überschwemmungsgebiet verwandeln? Wie wollen wir uns den Herausforderungen des Klimawandels stellen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, erhält die Stadt Kassel jetzt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit eine finanzielle Förderung für das Klimaschutzteilkonzept „Anpassung an den Klimawandel für die Stadt Kassel“ sowie für das Projekt „Steigerung urbaner Klimaanpassungskapazitäten durch Wissenschafts-Praxis-Kooperationen“. Das zweite Projekt ist bei der Universität Kassel angesiedelt. Der Antrag wurde von der Uni gestellt und dort auch bewilligt. Die Fördergelder werden von dort aus abgerufen, die Stadt Kassel ist der Praxis-Partner.

Die Projekte:

Klimaschutzteilkonzept „Anpassung an den Klimawandel für die Stadt Kassel“

Das Konzept wird die Frage beantworten, wieviel und wo die Stadt Kassel etwas unternehmen muss, um dem Klimawandel begegnen zu können und die Beeinträchtigungen für die Menschen in Kassel möglichst gering zu halten. Ziel ist, ein strategisches Konzept für die gesamte Stadt Kassel zu erstellen. Ein Leitfaden soll Maßnahmen aus den Bereichen städtisches Grün, gesundheitliche Aspekte, Lebensqualität, Biodiversität und Hochwasserschutz im Stadtgebiet verorten und zeitlich koordinieren. Dadurch wird es möglich, verschiedene Aspekte aufeinander abzustimmen, so dass die Klimaanpassungs-Projekte gesundheitsfördernde Maßnahmen (z.B. Belüftung) mit der biologischen Vielfalt (Artenreichtum) und Freiraumnutzung sowie der Abschwächung von Hochwassern (z.B. Vergrößerung der Retentionsräume) miteinander verbinden.

Projekt „Steigerung urbaner Klimaanpassungskapazitäten durch Wissenschafts-Praxis-Kooperatinen“

Das Projekt wird sich mit der Frage beschäftigen, wie die Maßnahmen aus dem Konzept „Anpassung an den Klimawandel für die Stadt Kassel“ in der Praxis umgesetzt werden können. Hier geht es insbesondere darum, welche Ressourcen, Strukturen und Kompetenzen benötigt werden. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, die Anpassungskapazitäten der Stadt Kassel zu stärken. Bei dem Projekt arbeitet die Stadt mit der Universität Kassel zusammen.

Stadt bereits vielfältig aktiv

Die Stadt Kassel ist beim Thema Anpassung an den Klimawandel bereits vielfältig tätig, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda weiter. So wurde zum Beispiel das Hitzetelefon „Sonnenschirm“ initiiert, bei dem Menschen zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken beraten werden. Der städtische Eigenbetrieb KasselWasser hat viele Bachläufe im Stadtgebiet renaturiert und so den Schutz vor Überschwemmungen verbessert. Und das Umwelt- und Gartenamt pflanzt seit mehreren Jahren Baumarten, die an die sich ändernden klimatischen Bedingungen in Kassel angepasst sind.

Wie eine solche Anpassung aussehen kann, ist auch im Stadtteil Vorderer Westen zu sehen: Im Juni 2014 verwandelte ein Unwetter die Drusel in einen Fluss, der Stämme, Äste und Blätter mit sich riss. Diese verstopften hinter dem Bundessozialgericht den Einlauf des Kanals, in dem die Drusel dort geführt wird. Die Folge: Mehrere Wohnhäuser und ein Umspannwerk wurden überflutet, Keller liefen voll Wasser, der Strom fiel aus. Die Lösung, um solch eine Überflutung künftig möglichst zu verhindern: Der städtische Eigenbetrieb KasselWasser baute ein neues Rechenbauwerk. Dieses verhindert, dass der Kanal der Drusel verstopft werden kann. Den Wohnungseigentümern wurde empfohlen, eine Rückstausicherung im Abwasserrohr ihres Hauses einzubauen. Diese verhindert, dass sich Wasser aus dem Kanal in den Keller drückt.

Weiterführende Information finden Sie unter: http://www.stadt-kassel.de/projekte/infos/23050/ und unter http://www.stadt-kassel.de//projekte/klimaschutz/index.html

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