18. Oktober 2016
Kreis Viersen/ Nettetal
Der Premium-Wanderweg durch das Galgenvenn ist am vergangenen Wochenende Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Statt Naturerlebnis und Ruhe im Landschaftsschutzgebiet stand für viele Wanderer eine mühselige Parkplatzsuche mit anschließendem Knöllchen-Ärger im Mittelpunkt.
Was war passiert? Der Kreis Viersen hatte am Sonntag von 13 bis 18:30 Uhr zwei Mitarbeiter der Unteren Lanschaftsbehörde ins Galgenvenn geschickt. Hintergrund war die Befürchtung des Naturparks Schwalm-Nette, dass wegen des schönen Herbstwetters ein Park-Chaos im Naturschutzgebiet rund um die Gaststätte „Galgenvenn“ drohte.
Genau dieses Chaos fanden die Mitarbeiter vor: Rund um die Knorrstraße war es am Sonntag so voll, dass es dort für die Autos kein Vor und Zurück mehr gab. „Autofahrer hatten nicht nur entlang der Straße geparkt, sondern auch auf Wiesen und sogar zwischen Waldbäumen“, schildert Kreispressesprecher Markus Wöhrl die Situation, „die Kollegen sind aber auch gegen nicht angeleinte Hunde, Reiter ohne Reitkennzeichen und sogar gegen Quad- und Motocross-Fahrer auf Waldwegen vorgegangen.“ Oft blieb es bei Ermahnungen, es wurden aber auch Verfahren eingeleitet, die jetzt ausgewertet werden. Wahrscheinlich müssen die meisten mit Verwarnungsgeldern im Bereich zwischen 10 und 40 Euro rechnen. Wöhrl entgegnet Abzocke-Vorwürfen: „Es geht uns nicht darum, Wanderer anzulocken und abzukassieren. Wir müssen aber im Naturpark die schwierige Gratwanderung zwischen Tourismus und Naturschutz hinbekommen. Der Naturpark ist auch deshalb so beliebt, weil wir die Natur konsequent schützen.“ Der Kreis Viersen erinnert deshalb noch einmal daran, dass in Landschaftsschutzgebieten (grünes Dreieck mit Adler) generell nicht abseits der Wege geparkt oder gewandert werden darf. Um das noch deutlicher zu machen, will die Stadt Nettetal in Zukunft einige Straßenränder mit Flatterband absperren.
Der Kreis Viersen ist gleichzeitig bemüht, den Wanderern alternative Parkplätze aufzuzeigen. Der Naturpark Schwalm-Nette rät den Autofahrern, einen anderen Startpunkt für den Galgenvenn-Premiumwanderweg zu wählen. Dafür bieten sich die beiden Parkplatz bei Brüggen-Heidhausen in Richtung „Weißer Stein“ an. „Von dort haben wir schon heute zunächst provisorisch einen Zubringer-Weg zum Galgenvenn ausgeschildert“, sagt Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann. Gleichzeitig sucht der Naturpark zusammen mit der Stadt Nettetal nach weiteren Lösungen für die Parkplatznot am Galgenvenn.
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