14. November 2016. Frauen in der Geschichte Kassels sichtbar machen: Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Frauen die Zukunft Kassels so mitgestalten können, wie das zum Wohl der Stadt nötig ist! Darin sind sich 11 Frauen aus Stadtpolitik und Stadtgesellschaft einig. Für die Realisierung einer Skulptur, die an 11 historisch bedeutende Frauen aus Kassel erinnert, setzen sich ein: Katharina Seewald, Leiterin der Volkshochschule Region Kassel, Dr. Eva Schulz-Jander, Dozentin an der Volkshochschule Region Kassel, Eve Rotthoff, ehemalige Landtagsabgeordnete, Renate Matthei, Verlegerin, Stadträtin Renate Fricke, die Vizepräsidentin der Universität Kassel Prof. Dr. Ute Clement und Brigitte Bergholter, Vorsitzende von Bürger für das Welterbe e. V.. Bärbel Praßer aus dem Vorstand des zentralen Kooperationspartners West e. V., Frauendezernentin Anne Janz und die Schirmherrinnen Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich und Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann machen die Reihe komplett: 11 Frauen für 11 Frauen.
Das Stadtjubiläumsprojekt „ehe die Spuren verwehen…“: 11 Frauen – 11 Jahrhunderte hat die US-amerikanische Künstlerin Linda Cunningham angeregt, ein Kunstwerk zu entwerfen. Mit einer Skulptur 11 Frauen – 11 Jahrhunderte würde elf historisch bedeutenden Frauen aus Kassel mit ihren unterschiedlichen Aktivitäten und Lebensläufen ein permanentes Denkmal im öffentlichen Raum gesetzt. Realisiert werden kann die Skulptur, wenn eine teilweise Finanzierung über Spenden gelingt: Wenn 1100 Frauen (und Männer) 11 € spenden, ist schon ein großer Teil geschafft!
Informationen dazu finden sich auch im Frauenportal http://www.kassel.de/stadt/frauen/geschichte/
Um die Wichtigkeit und Funktion des Bewahrens von Frauengeschichte in Kassel zu verdeutlichen, und somit auch zum Spenden anzuregen, werben 11 Frauen aus der Stadtpolitik und Stadtgesellschaft für die Skulptur. Sie teilen uns Ihre Gedanken zur Bedeutung von Frauengeschichte oder von einzelnen der 11 Frauen für die Identität einer Stadt mit. Oder auch die Bedeutung für sich selbst, als in der heutigen Zeit bei der Gestaltung von Politik und Gesellschaft mitwirkende Frau.
So sagt die Hessische Ministerin der Justiz und Schirmherrin Eva Kühne-Hörmann: „Auch wenn es im Alltag sicher noch das eine oder andere zu verbessern gilt: Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist rechtlich im Wesentlichen hergestellt. Dies haben wir den vielen Frauenpersönlichkeiten auf allen Ebenen zu verdanken, die für diese Errungenschaft oftmals hartnäckige Widerstände und Hürden überwinden mussten. Es ist wichtig, an diese Frauen zu erinnern.“
Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich, ebenfalls Schirmherrin des Projekts sagt: „All die Frauen, deren Andenken wir mit dem Projekt bewahren wollen, haben sich in unterschiedlichen zeitlichen Epochen für ihre Überzeugung eingesetzt. Die Energie, die freigesetzt wird, wenn wir uns für etwas Sinnvolles engagieren, ist riesig. Und so erinnern uns diese Frauen stellvertretend daran, dass es unser aller Aufgabe ist, das, was wir heute unter Gleichberechtigung verstehen, weiter zu verwirklichen.“
Jugend- und Frauendezernentin Anne Janz verweist auf die Wichtigkeit der Vorbildfunktion der historischen Frauen für Mädchen und junge Frauen in heutiger Zeit: „Kasseler Frauen haben in der Geschichte so vieles geleistet, was sie als Vorbilder für die nachfolgenden Generationen geeignet und wichtig macht. Daher freue ich mich, wenn mit der Skulptur „11 Frauen – 11 Jahrhunderte“ öffentlicher Raum für das Bekanntmachen dieser Frauen und ihren Lebensleistungen in Anspruch genommen wird.“
Ein Teil der Namen der Frauen, die gewürdigt werden sollen, ist vielen Menschen geläufig, andere führen vielleicht noch zu Nachfragen. Der große Erfolg des Jubiläumsprojekts hat gezeigt, dass es ein hohes Maß an Interesse an den Lebensläufen und den Leistungen der Frauen gibt, das diese auf jeden Fall verdienen.
So beispielsweise Gertrud Elisabeth Mara (1749 – 1833), die aus ärmlichen Verhältnissen einer Kasseler Musikerfamilie stammte und am Ende ihres Lebens auf eine unglaubliche Karriere zurückblicken konnte. Neben musikalischer Begabung waren es vor allem Fleiß, Ausdauer und große Energie, die sie zum europäischen „Superstar“ werden ließen. Sie war hochdotierte Primadonna am Hofe von Friedrich dem Großen, feierte Triumphe in den großen Metropolen Europas und trug teilweise selbstkomponierte Arien vor.
Gerade das Herausstellen erfolgreicher kreativer Arbeit, wie auch bei der Komponistin Luise Greger, oder des Führens eines Unternehmens wie bei Sophie Henschel ist auch heute noch nötig, um für junge Frauen Vorbilder zu setzen, die Ihnen zeigen: Frauen können das!
Voraussichtlich können für die Hälfte der Gesamtkosten von ca. 45.000 € öffentliche Fördermittel genutzt werden. Die andere Hälfte muss über Spenden zusammengetragen werden, bislang sind an größeren und kleinen Spenden ca. 6.000 € zusammen gekommen. Jeder Beitrag von denen, denen die Geschichte von Frauen in Kassel am Herzen liegt, ist willkommen. Wer mindestens 111 € spendet, erhält als Dankeschön die CD mit der digitalen Fassung des vergriffenen Buches, das aus dem Jubiläumsprojekt entstanden war. Die CD kann demnächst auch im Stadtmuseum erworben werden, der Erlös fließt in die Finanzierung der Skulptur.
Die Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung plant darüber hinaus auch eine Erweiterung der Skulptur. Es sollen an unterschiedlichen Stellen in der Stadt "Einzelsplitter" aufgestellt werden, die die Formensprache der Skulptur aufnehmen und die auf frauenrelevante Ereignisse bzw. auf erinnerungswürdige Einzelpersonen oder Institutionen hinweisen.
Die Einnahme der Spenden erfolgt durch den Verein Kassel-West e. V. über das Konto: IBAN: DE50520503530001127539 BIC: HELADEF1KAS Verwendungszweck: Skulptur 11 Frauen – 11 Jahrhunderte
Mit dem Verein konnten die Initiatorinnen des Projekts einen sehr wichtigen Kooperationspartner gewinnen. Kassel West e.V. fördert und vernetzt Aktivitäten im Stadtteil im Bereich Kunst, Kultur, Stadtteilentwicklung und Stadtteilgeschichte. Dabei wird der Würdigung der Geschichte ein wichtiger Platz eingeräumt, da sie für die Stadtteilentwicklung wichtig und für die Stadtteilidentität nicht wegzudenken ist. So wurde die Entscheidung, die Skulptur 11 Frauen aus 1100 Jahren als Kooperationspartner zu unterstützen, einstimmig vom Vereinsvorstand befürwortet.
Die Kampagne wurde organsiert von den Projektinitiatorinnen des Jubiläumsprojekts „ehe die Spuren verwehen… “ 11 Frauen – 11 Jahrhunderte, vom Frauenbüro der Stadt Kassel, dem Verein West e. V., sowie weiteren Unterstützerinnen. Die Idee dazu, sich mit einer kleinen Form des „crowd funding“ an die breite Kasseler Öffentlichkeit zu wenden, stammt von Dr. Hanna Bielefeld-Hardt, vielen als Organisatorin des Tags der Erde bekannt.
Ziel der Aktion ist es, über das Einsammeln von Spenden hinaus die breite Unterstützung für die Skulptur zu demonstrieren und sie auch breit in der Kasseler Bevölkerung zu verankern.
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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Petra Bohnenkamp, Pressesprecherin für Kultur
Stadt Kassel
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