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Hanau, 16. November 2016
Stadt Hanau leistet große Anstrengungen für den Überflutungsschutz in Mittelbuchen

Gräbenstraße, Riedstraße, Am Wasserloch, Wassergartenstraße – schon diese Straßennamen zeugen davon, dass in Mittelbuchen das Grundwasser zum Teil ziemlich hoch steht. Gleichzeitig bedeutet das: Vorkehrungen gegen Überflutungen sind intensiver zu treffen als anderorts – für private Hauseigner genauso wie für die Stadt Hanau. „Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) hat für die Entwässerung Mittelbuchens schon eine Menge getan“, bilanziert der zuständige Stadtrat Andreas Kowol. „Das gilt für die Vergangenheit wie auch aktuell – als Reaktion auf die Überflutung im Juni 2016, die freilich mit ungewöhnlich großen Regenmengen und weniger mit dem Grundwasserstand zu tun hatten“, so Kowol weiter. Wie HIS in den vergangenen Monaten den Hochwasserschutz verbessert hat, darüber informierte Betriebsleiter Markus Henrich jetzt Mittelbuchens Ortsbeirat.

Der Ortstermin fand zunähst dort statt, wo sich im Sommer die Regenmassen angesammelt hatten: in der Oberdorfelder Straße. Von dort aus, auf der Anhöhe des Stadtteils gelegen, hatte sich das Wasser blitzschnell über die Straßen und Gräben bis zum südlichen Ortseingang ergossen. Dort, in Höhe der Mehrzweckhalle, vereinigen sich wie in Form eines Ypsilon zwei alte Gewässerleitungen, die aus dem Nordwesten und dem Nordosten Mittelbuchens unteririsch durch den Stadtteil verlaufen. Von der Mündung dieser beiden Leitungen aus drückte die große Wassermenge auf die Kesselstädter Straße (Landesstraße 3008) sowie über einen Graben in die Freifläche der städtischen Kindertagesstätte und von dort aus in Nachbarkeller.

Als Reaktion auf die Überflutung baute HIS jetzt einen Hochwasserdamm aus stark lehmhaltiger Erde entlang der Kita-Außenanlage. Darüber hinaus entfernte der städtische Eigenbetrieb im Graben entlang der L 3008 zwei Verrohrungen, die ein Abflusshindernis darstellten. Im Verlauf der Gewässerverrohrungen durch Mittelbuchen installierte HIS Am Simmichborn in Höhe der Kegelbahn ein Einlaufbauwerk mit Rechen, der Treibgut zurückhält. In der Kilianstädter Straße stellte HIS einen unterspülten Gehweg über einer Grabenverrohrung wieder her und reparierte Rohre punktuell. Diese Arbeiten schlugen mit rund 27.000 Euro zu Buche.

Den größten Aufwand mit zusammen 20.000 Euro leistete der Eigenbetrieb an der Oberdorfelder Straße. Dort pflasterte er an zwei Stellen Grabensohle und -böschung auf, um Stabilität zu schaffen und ein Überlaufen auf die Straße zu erschweren. Er stellte darüber hinaus eine unterspülte Grabenböschung wieder her. Ein zusätzlicher großer Einlauf an der Ecke Oberdorfelder Straße/Höhenstraße soll die Oberflächenentwässerung verbessern. An dieser Stelle sorgt ein neu eingebauter Rechen auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu den Feldern hin dafür, dass Treibgut die Rohre nicht verstopfen kann.

„Ob der Bolzplatz bei Starkregen als Überflutungsfläche in Frage kommt, lassen wir derzeit prüfen“, erläuterte Betriebsleiter Henrich dem Ortsbeirat. HIS überlegt zudem, ob an diesem neuralgischen Grabenstück in Richtung Bolzplatz ein Damm aufgeschüttet wird wie an der Kita-Südseite. 

Geplant sei für 2017 auch, den früher vorhandenen Grabenverlauf in der Nähe der Kita und in Richtung Sportgelände und Wiesen wiederherzustellen, um Ausdehnflächen für große Regenwassermengen zu gewinnen. Darüber informierte HIS beim Ortstermin an dieser Stelle. Ortsvorsteherin Geier-Roth meldete Henrich zurück, dass aus der Bevölkerung bereits Lob für die neuen Schritte zum Hochwasserschutz zu vernehmen sei.

Wegen des geplanten Neubaugebiets im Mittelbücher Nordwesten hatte es nach den Überflutungen zur Jahresmitte Stimmen gegeben, wonach das  zu größerer Hochwassergefahr beitrage. „Diese Befürchtungen sind unbegründet, da das entsprechende Entwässerungskonzept des Vorhabenträgers stimmig ist“, beruhigt Henrich. Näher ausgeführt werde das bei der Bürgerversammlung zum  Neubaugebiet am Dienstag, 29. November, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Mittelbuchen.

   Henrich verwies bei dem Gespräch mit dem Ortsbeirat auf vielfältige Anstrengungen des Eigenbetriebs für Überflutungsschutz im Stadtteil schon in der Vergangenheit. Dazu gehörten ein Regenrückhaltebecken am Lausgarten und Retentionsmulden in unmittelbarer Nähe davon. Diese Vorkehrungen seien im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet Mittelbuchen West und als Ausgleich für den Natureingriff getroffen worden.

Ebenfalls im Süden des Stadtteils befindet sich ein modernisiertes Drosselbauwerk an der alten Kläranlage. Mit dessen Hilfe kann Regenwasser kontrolliert über eine Leitung Richtung Hanau abfließen. Es wird per Kamera von HIS fernüberwacht und hat eine elektronische Steuerung. Dafür habe es keine behördliche Auflage gegeben, vielmehr habe HIS vorausgedacht, so Henrich. „Solche Anlagen haben nicht viele Kommunen“, betont er. Samt umgebauter Verrohrungen an der Riedstraße wurden hier allein rund 800.000 Euro investiert.

„Oberstes Ziel unserer Bemühungen  beim  Überflutungsschutz ist, große Niederschlagsmengen möglichst gut zu verteilen“, erklärt Henrich.  Wie sorgfältig HIS hier vorgehe, sei daran abzulesen, dass die Regen-Regulierungsbauten mindestens einmal monatlich kontrolliert würden. Das gilt auch für einen Regulierschieber südöstlich der Retentionsmulden.

Auf dem Gelände der alten Kläranlage hat HIS eine Niederschlags-Messanlage eingebaut. „Auch das ist eine freiwillige Leistung, die uns allerdings Ausgaben für eine Datenlieferung des Deutschen Wetterdienstes erspart“, erläutert Henrich. Diese Messstelle zeigte im Juni 2016  an, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 450 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter zu verzeichnen waren. „Das war Mitte 2016 schon so viel wie im gesamten Vorjahr“, betont Henrich. Allein rund ein Sechstel davon ging nieder am 12. Juni 2016, dem „Mittelbücher Fluttag“.  



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Entwässerung Mittelbuchen 1
An der Oberdorfelder Straße pflasterte HIS an zwei Stellen Grabensohle und -Böschung auf, um Stabilität zu schaffen und bei Starkregen ein Überlaufen auf die Straße zu erschweren.


Entwässerung Mittelbuchen 2
Ortsvorsteherin Caroline Geier-Roth (Zweite von rechts) und Ortsbeiratsmitglied Christina Gimplinger ließen sich an der Oberdorfelder Straße von HIS-Betriebsleiter Markus Henrich (rechts) und -Abteilungsleiter Jörg Herchenröder zeigen, wie mittels neu eingebautem Rechen verhindert werden soll, das Treibgut die Rohre verstopfen.


Entwässerung Mittelbuchen 3
An der Breulwiese soll ein neu aufgeschütteter Damm aus lehmhaltiger Erde verhindern, dass bei Starkregen Wasser aus dem Graben auf die Freifläche der Kita fließt.


Entwässerung Mittelbuchen 4
Das Drosselbauwerk an der alten Kläranlage, das Michael Ruess von HIS hier begutachtet, lässt bei Starkregen Wasser kontrolliert in Richtung Hanau abfließen.


Entwässerung Mittelbuchen 5
Die Messanlage auf dem Gelände der alten Kläranlage zeigt es deutlich: Im Juni 2016 war schon die Niederschlagsmenge erreicht, die 2015 im ganzen Jahr zu registrieren war.


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