Einen Weg aus der Gewaltspirale finden
Gemeinsame Telefonaktion zum „Tag gegen Gewalt an Frauen“
Weltweit setzen Frauen alljährlich am 25. November ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Das Datum geht zurück auf die Ermordung drei aus der Dominikanischen Republik stammenden Widerstandskämpferinnen am 25. November 1960, durch das Trujillo-Regime. 1999 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ zu erklären. Weltweit finden seither an diesem Tag Aktionen statt, die auf das Thema aufmerksam machen.
Auch in Hanau haben der „Facharbeitskreis gegen Gewalt an Frauen“ und das Frauenbüro der Stadt Hanau den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" aufgegriffen und eine Telefon-Aktion mit Expertinnen initiiert. Am kommenden Mittwoch, 30. November, haben betroffene Frauen die Möglichkeit, ihr Schweigen zu brechen und konkrete Fragen zu Hilfestellungen oder Unterstützungsangeboten zu stellen. Von 10 bis12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr ist im Hanauer Rathaus eine Leitung mit fünf Expertinnen aus den Reihen der Hanauer Beratungsstellen und der Polizei sowie mit einer Rechtsanwältin besetzt.
Edith Domokosch-Jeske ist Diplom-Sozialpädagogin und arbeitet für die Hanauer Hilfe e.V. Sie berät Opfer und Zeugen von Straftaten und bieten Gerichtsbegleitungen an. Der Verein informiert unter anderem über den Ablauf eines Strafverfahrens, Nebenklagemöglichkeiten und Prozesskostenhilfe und unterstützt die Klienten dabei, ihrer traumatischen Erfahrungen und die Tatfolgen zu bewältigen. Darüber hinaus wird auch eine außergerichtliche Konfliktklärung im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs angeboten.
Evelyn Wenzel-Rupprecht, Diplompädagogin beim Verein Frauen helfen Frauen, ist im Frauenhaus in Hanau in der psychosozialen Beratung tätig sowie in der Fachberatungsstelle bei häuslicher Gewalt. Sie informiert über die Modalitäten zur Aufnahme und zum Leben im Frauenhaus sowie über die Möglichkeit nach dem Gewaltschutzgesetz auch in der internen Beratungsstelle. In dieser Einrichtung werden Frauen in ihrem persönlichen Klärungsprozess in einer konflikthaften Partnerschaft unterstützt, damit sie für sich und gegebenenfalls auch für ihre Kinder eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen können.
Gudrun Midding ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Weißen Ring. Der Verein hilft Kriminalitätsopfern unter anderem nach einer Straftat. Die Mitarbeitenden bieten beispielsweise eine Begleitung zu Terminen bei Polizei und Gericht an und geben Hilfestellung im Umgang mit weiteren Behörden. Mit dem „Hilfescheck“ kann bei Bedürftigkeit eine kostenlose, freiwählbare Erstberatung bei einem Anwalt oder auch eine psychotraumatologische oder rechtsmedizinische Untersuchung ermöglicht werden.
Gabriele Berg-Ritter arbeitet seit 1989 als Rechtsanwältin. Schwerpunktmäßig ist sie bereits seit ihrer Zulassung 1989 auf dem Gebiet des Strafrechtes tätig. Seit 2001 ist sie Fachanwältin für Strafrecht. Sie ist Mitglied der Rechtsanwaltskammer Frankfurt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Strafrecht des Deutschen Anwaltsvereins. Im Übrigen ist sie in erster Linie im Bereich des Opferschutzes tätig und arbeitet häufig mit Opferschutzorganisationen zusammen.
Melanie Stöber ist Polizeioberkommissarin und ist derzeit in der Ermittlungsgruppe der Polizeistation Hanau 1 beschäftigt. Zuvor hat sie beim Polizeipräsidium Frankfurt Dienst versehen und dort u.a. Ermittlungsverfahren im Bereich von häuslicher Gewalt bearbeitet bzw. war begleitend dazu beratend tätig gewesen. Frauen können von ihr erfahren, was passiert, wenn die Polizei Kenntnis von häuslicher Gewalt erhält und welche Schutzmaßnahmen durch die Polizei möglich sind.
Statistiken belegen, dass jede dritte bis vierte Frau in Deutschland im Alter zwischen 16 und 85 Jahren einmal in ihrem Leben Gewalt-Erfahrungen machen musste. Dabei ist häusliche Gewalt kein Randgruppenproblem, sie findet quer durch alle Schichten und Kulturen statt. „Mittlerweile trauen sich immer mehr Frauen, der Gewaltspirale in Beziehungen zu entfliehen und Hilfe zu suchen“, erklärt Hanaus Frauenbeauftragte Monika Kühn-Bousonville und verspricht, dass die fünf Fachfrauen am Telefon garantieren, dass die Anonymität der Anruferinnen gewahrt bleibt. „Namen müssen nicht genannt zu werden. Ich hoffe deshalb, dass viele Frauen ihre Scheu überwinden, zum Hörer greifen und die Nummer 06181/295 621 wählen,“ so Kühn-Bousonville.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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Evelyn Wenzel-Rupprecht
Gudrun Midding
Gabriele Berg-Ritter
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