Schutz des Bodens gewinnt an Bedeutung

19. Dezember 2016. „Dem Umgang mit der wertvollen Ressource Boden muss in der Stadtentwicklung zukünftig mehr Beachtung geschenkt werden“, erklärt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda. In dieser Einschätzung sieht er sich durch die Tagung „Vorsorgender Bodenschutz“ des Hessischen Umweltministeriums in Kassel bestätigt. Denn „Boden“ ist viel mehr als „Fläche“: Er ist Heimat, Nahrungsquelle, Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Boden hat vielfältige unbezahlbare Funktionen im Naturhaushalt – beispielsweise dient er dem klimatischen Ausgleich und speichert und versickert Regenwasser. Geschädigter Boden aber ist in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar.

„Wir sind schon seit langem sehr gut aufgestellt beim nachsorgenden Bodenschutz“, stellt Stadtbaurat Nolda fest. „Insbesondere bei der Altlastensanierung gibt es eingespielte Routinen aller Beteiligten. Hier haben wir schon viel erreicht.“ Anders sieht es noch beim Neuverbrauch von Boden aus. Hier wird zwar zunehmend auf Innenentwicklung und Flächenrecycling gesetzt – zum Beispiel bei der Nutzung ehemaliger Bahnflächen. Dennoch ist der Schutz des Bodens noch nicht durchgängig bei allen Planungen präsent.

„Wir wollen im Spagat zwischen Bodenschutz und Weiterentwicklung die beste Lösung für unsere Stadt hinbekommen. Dazu brauchen wir ein Bodenschutzkonzept, das uns langfristig handlungsfähig macht“, erklärt Stadtbaurat Nolda. Denn Kassel wächst. Mehr Einwohner benötigen mehr Wohnungen, mehr Arbeitsplätze, mehr Angebote zur Erholung. Zu entwickeln ist auch eine – überwiegend grüne – Infrastruktur, welche die Stadt fit macht für den Klimawandel: Um zum Beispiel die Überhitzung der Innenstadt im Sommer gering zu halten oder um Sturzfluten bei Starkregen-Ereignissen entgegenzuwirken. In all diesen Punkten spielen das Vorhandensein von und der Umgang mit Boden eine zentrale Rolle.

„Die Impulse, die von der Tagung in Kassel ausgingen, wollen wir gerne aufgreifen“, erklärt Peter Wüstemann, Abteilungsleiter Umweltschutz in der Kasseler Stadtverwaltung. „Es ist ja wesentlich aufwendiger und teurer, die verloren gegangenen Bodenfunktionen wieder herzustellen, als sie durch gute Planung vorsorgend zu erhalten.“ So könnten in den Planungsprozessen Vorgaben gemacht werden, dass spätere Grünflächen während der Bauarbeiten nicht von schweren Lastwagen befahren oder als Lagerfläche für Baumaterial genutzt werden. Dadurch würde verhindert, dass der Boden durch die schweren Lasten verdichtet und dauerhaft geschädigt wird.

Wesentliche Impulse der Tagung bestanden in der Verständigung über die rechtlichen Grundlagen, über Möglichkeiten der Festsetzung von Anforderungen an den Bodenschutz in der Bauleitplanung, in positiven Erfahrungen ämterübergreifender Zusammenarbeit als auch in der Sensibilisierung von Planungsbüros und privaten Bauherren sowie über öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zur Information der Bevölkerung. So gibt es zum Beispiel in Wetzlar einen Bodenerlebnispfad.

Auch die vom Hessischen Umweltministerium herausgegebenen neuen Broschüren, eine für politische Entscheidungsträger und eine für Stadtplaner, beinhalten eine Fülle von Informationen und Ansätzen zur Notwendigkeit und Machbarkeit eines vorsorgenden Bodenschutzes. Die Broschüren kann man auf der Internetseite des Hessischen Umweltministeriums herunterladen: www.umweltministerium.hessen.de

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Ingo Happel-Emrich


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