Stadt Kassel: Sirenenprobe war erfolgreich

15. Oktober 2016. Erstmals seit vielen Jahren heulten in Kassel am 15. Oktober die Warn-Sirenen: Die Feuerwehr Kassel testete die Funktionsfähigkeit der Sirenen, mit denen bei einer Katastrophe oder einer Großschadenslage die Menschen in Kassel vor den Gefahren gewarnt werden. Zugleich wurde geprüft, wie gut die Sirenensignale im Stadtgebiet zu hören sind. Das erste Fazit direkt nach dem Probealarm: Die Sirenen sind fast im gesamten Stadtgebiet zu hören, meist gut bis sehr gut.

Lediglich in den Bereichen Forstfeld und Brasselsberg waren die Signaltöne nicht oder nur schlecht zu hören. Die Feuerwehr Kassel wird die Ergebnisse der Sirenen-Probe nun detailliert auswerten und prüfen, wo und wie die Hörbarkeit der Sirenensignale verbessert werden muss.

Etwa 130 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der sieben Freiwilligen Feuerwehren Kassels, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfallhilfe sowie des Technischen Hilfswerks waren bei der Sirenen-Probe als Hör-Posten aktiv. Sie waren im gesamten Stadtgebiet verteilt und notierten auf einem Protokollbogen, wie gut sie die Sirenensignale hören. Zurück auf der Feuerwache der Berufsfeuerwehr markierten sie auf einer großen Stadtkarte - mit Klebepunkten im Ampelsystem grün-gelb-rot - wie gut sie das Signal an ihrem Standort wahrgenommen haben.

Bei der Warnung und Information der Bevölkerung bei Großschadenslagen setzt die Stadt Kassel stark auf die Sozialen Medien. So wurde auch die Sirenen-Probe am Samstag vom Team der städtischen Pressestelle intensiv in den Sozialen Medien Facebook und Twitter begleitet. Viele Nutzer kommentierten unter den Meldungen der Stadt Kassel, wie gut sie die Sirenensignale an welcher Stelle im Stadtgebiet gehört haben. Auch diese Rückmeldungen fließen in die Auswertung durch die Feuerwehr mit ein. Mehrere Nutzer kommentierten, dass sie die Sirenensignale bei geschlossenem Fenster oder im Auto nur leise gehört haben. Tatsächlich hört man ab einer Dreifach-Verglasung bei geschlossenen Fenstern im Haus kaum noch was. Das ist auch in Ordnung so, da man bei Sirenenalarm geschlossene Räume aufsuchen soll. Denn dort ist man zum Beispiel vor einer Rauchwolke oder giftigen Substanzen in der Luft geschützt.

Kassels Stadtkämmerer und Brandschutzdezernent Christian Geselle dankte am Samstagmorgen den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von Feuerwehr, Sanitätsorganisationen und THW für ihr Engagement. „Sie sind eine wichtige Stütze unseres Sicherheitssystems in Kassel“, sagte Geselle an die in der Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr versammelten Helfer.

Zustätzliche Informationen • www.notfall.kassel.de • Pressemitteilung: "Stadt Kassel informiert bei Gefahrenlagen über Soziale Medien"

Hintergrund:

Das Sirenensystem in Kassel Der Bund hat in der ersten Hälfte der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschlossen, sein bundeseigenes Sirenennetz für den Zivilschutz im Verteidigungsfall abzubauen. Die Stadt Kassel ist eine der wenigen Großstädte, die einen Teil der vorhandenen Sirenen übernommen und somit ein eigenes System zur akustischen Warnung der Bevölkerung aufrecht erhalten hat. Von den neun pneumatischen Hochleistungssirenen und 64 mechanischen Sirenen wurden sämtliche pneumatischen Hochleistungssirenen und 14 mechanische Sirenen übernommen. 50 mechanische Sirenen wurden aus Kostengründen Mitte der 90er Jahre abgebaut. Zeitgleich wurden die Sirenen vom alten Auslösungsverfahren über Telefonleitung auf Funkauslösung umgebaut. In den vergangenen Jahren wurden acht der neun pneumatischen Hochleistungssirenen aufgrund von technischen Defekten durch neue elektronische Hochleistungssirenen ersetzt. Zwei neue elektronische Hochleistungssirenen wurden im Industriegebiet Waldau und am Schwimmbad Wilhelmshöhe installiert.

Für eine mögliche Alarmierung können alle Sirenen gleichzeitig ausgelöst werden. Die Auslösung einzelner Sirenen (stadtteilbezogen) ist zurzeit nur bedingt möglich: Es können nur mehrere Sirenen, die in einer sogenannten Auslösegruppe zusammengefasst sind, aktiviert werden. Die noch nicht modernisierte pneumatische Hochleistungssirene am Feuerwehrhaus Harleshausen soll künftig durch eine elektronische Hochleistungssirene im Stadtteil ersetzt werden. Die mechanischen Sirenen sollen nach Möglichkeit durch wenige, leistungsfähigere elektronische Hochleistungssirenen an geeigneten Standorten ersetzt werden. Mit der Umrüstung von der analogen auf die digitale Funkauslösung (vom Land Hessen für das Jahr 2018 geplant) kann dann jede einzelne Sirene nach Bedarf ausgelöst werden. Ziel soll es sein, eine möglichst flächendeckende, effektive und wirtschaftliche Beschallung über das bebaute und bewohnte Stadtgebiet zu erreichen.

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