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Hanau, 30. Januar 2017
Mit dem Energieberater unterwegs: Wärmebild-Analyse zeigt, wie es um die Gebäudedämmung bestellt ist

Ein kalter Winterabend in einem Hanauer Stadtteil. Noch bevor er das 1972 gebaute Drei-Familien-Haus betritt und dessen Energie-Effizienz überprüft, verschafft sich Herbert Geringswald draußen einen ersten Eindruck davon. Aus mehreren Positionen lenkt der Energieberater seine Wärmebild-Kamera auf die Außenwände. Rote Stränge über alle Stockwerke hinweg signalisieren ihm: Hier sitzen im Mauerwerk Wärmevergeuder, nämlich nicht isolierte Heizungsstegleitungen. Weitere Schwachstellen an Fensterbänken und im Eingangsbereich lassen ihn die Hausbesitzerin  am Ende raten: „Ihr Haus braucht eine Außenwanddämmung.“

Das wird teuer, ist sich die Eignerin im Klaren, auch wenn der von der Stadt Hanau zur Verfügung gestellte Energiefachmann gratis erstberät und sogar einen Hygrometer zum Messen der Luftfeuchtigkeit als städtisches Geschenk mitgebracht hat. Freilich könne sie gegenrechnen, welche Energiekosten sie spare, zeigt Gabriele Schaar-von Römer der Gastgeberin die Kehrseite der Medaille. Und das nütze dem Klima, fügt die Leiterin der Rathaus-Fachbereichs Nachhaltige Strategie hinzu. Zudem gebe es viele Finanzierungs- und Förderwege für ein energieeffizientes Haus. 

   Der Einsatz der Wärmebildkamera gehört zum Service der neu eingerichteten Energieberatung, die der Fachbereich Nachhaltige Strategien zusammen  mit Stadtwerken und Sparkasse Hanau seit vorigem Herbst regelmäßig anbietet. Geringswald ist neben Marco Lachmann einer der beiden Energieberater, die montags von 14 bis 18 Uhr im Erdgeschoss des Kulturforums am Freiheitsplatz gratis ihren Dienst anbieten. Als zusätzlichen Service hat Hanaus neuer Klimaschutz-Manager Marco Tornow den Einsatz von Wärmebild-Kameras eingeführt, um Hausbesitzern einen Wärmedämm-Check anzubieten. Zehn Gratis-Angebote hat er zunächst angeboten, die sind vergeben, und das von Berater Geringswald jetzt inspizierte Gebäude gehört dazu. Weitere fünf unentgeltliche Prüftermine bietet er noch an, Interessierte melden sich bei Tornow per Mail unter marco.tornow@hanau.de oder per Telefon unter 06181-2951600 an.

Die Bandbreite der bisher begutachteten Häuser reicht von einem mehr als hundert Jahre alten bis zu solchen aus den 1980er Jahren.  Wobei Tornow feststellt, „dass bei manchem älteren Haus Besitzer für einen hohen Dämmstandard gesorgt haben und bei manchem jüngeren dagegen nicht“.

So ist die Öl-Heizung in dem von Geringswald inspizierten Gebäude 2002 erneuert worden. Aber beim Gang in den Keller fällt ihm gleich auf, dass die Decke nicht gedämmt wurde. Ähnliches gilt für das Dachgeschoss, wobei er darauf hinweist, dies lasse sich mit relativ wenig Aufwand verbessern. Die von einer Fachfirma anzubringende Außendämmung, zu der er rät, veranschlagt er hingegen mit 130 Euro pro Quadratmeter.

Dieser Ratschlag rührt nicht nur von den zu verpackenden  Heizungsrohren im Mauerwerk her. Vielmehr gehört zu seinen Routinetests auch, bei voll aufgedrehter Heizung an der Außenwand von innen die Temperatur zu messen. Im Fall des Drei-Familienhauses sind das gerade mal 15 bis 18 Grad. Und er mahnt: „Bei 12,6 Grad beginnt das Schimmelproblem, erst recht bei einer zusätzlichen Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent in der Wohnung.“ Damit zumindest die Räume trocken genug bleiben, hat er das Hygrometer als Mess-Geschenk der Stadt mitgebracht.

Immerhin: Die relativ neu eingebauten Fenster schneiden gut ab. Geringswald nutzt dazu einen einfachen Dichtigkeitstest. Er öffnet das Fenster, klemmt ein festeres Papier zwischen dessen beide Flügel und schließt wieder. Lässt sich das Papier nicht herausziehen wie hier, ist das Fenster dicht genug und lässt keine Kälte rein.

Über diese Grundinformationen hinaus bieten die Energieberater auf Wunsch einen vertiefenden Sanierungsfahrplan für die Dämmung an. Der freilich ist kostenpflichtig.

 

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Wärmebild1
Nicht mal 18 Grad misst Energieberater Geringswald an der Außenwand - trotz maximal aufgedrehter Heizung.


Wärmebild2
Rot ist gleichbedeutend mit schlechter Dämmung - wie hier im Eingangsbereich und entlang der Heizungsleitungen im von Geringswald überprüften Hauses.


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