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Hanau, 17. Mai 2017
Ergebnis des Sondierungsgespräches zum geplanten Klinikverbund

Das Klinikum Hanau und das Klinikum AschaffenburgAlzenau haben bei einem Spitzengespräch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Synergien einer geplanten Fusion neu bewertet. An dem Gespräch nahmen unter anderem die Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Hanau) und Klaus Herzog (Aschaffenburg) sowie der Landrat Dr. Ulrich Reuter (Landrat Landkreis Aschaffenburg) und die Geschäftsführer Volkmar Bölke und Katrin Reiser teil. Die Beteiligten kamen überein, die bestehende Kooperation fortzuführen und die gesellschaftsrechtliche Kooperation zum heutigen Zeitpunkt zurückzustellen.

 

Unterschiedliche Gründe haben zu dieser Entscheidung beigetragen. Zu Beginn der Gespräche 2012 stand das medizinische Regionalkonzept im Vordergrund mit dem Ziel, das medizinische Leistungsangebot in der Region zu erweitern. In der Zwischenzeit haben beide Häuser auch ohne eine Fusion einen deutlichen Leistungsanstieg erlebt und können sich über eine hohe Auslastung freuen.Seit 2012 hat das Klinikum Hanau seine Leistung um 16 Prozent gesteigert. Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau kann seitdem einen Leistungszuwachs von zehn Prozent verzeichnen.Damit lässt sich ein weiteres Wachstum sowohl kapazitär als auch wirtschaftlich vor dem Hintergrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das ab 1. Januar 2016 geltende Krankenhausstrukturgesetz nicht mehr ausreichend refinanzieren.

 

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen führen dazu, dass eine positive Leistungsentwicklung durch den seit 2017 geltenden Fixkostendegressionsabschlag nicht mehr vollständig von den Kassen übernommen wird. Krankenhäuser müssen dann mit erheblichen Abschlägen rechnen.

 

Unter diesen gegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen bereits voll ausgelasteter Krankenhäuser sowie Abschläge für Mehrleistungen lassen sich die Synergieeffekte eines medizinischen Regionalkonzeptes nicht in gewünschter Form realisieren.

 

Zudem hat sich die wirtschaftliche Situation in beiden Häusern seit 2012 unterschiedlich entwickelt. Im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau wurde jahrelang ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschaftet. Inzwischen wurde die Fusion mit dem Standort Alzenau und die Gründung einer gGmbH vollzogen. Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau hat im Jahr 2016 einen Verlust erwirtschaftet. Das Klinikum Hanau konnte im Jahr 2016 ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen.

 

Die Analyse der wirtschaftlichen Synergien auf der Kostenseite zeigte, dass durch eine Fusion Einsparungen langfristig möglich wären, aber hierzu eine erhebliche Restrukturierung der Krankenhäuser notwendig wäre, verbunden mit einem entsprechend hohen Investitions-und Arbeitsaufwand. Vor diesem Hintergrund stellen sich das Klinikum Hanau und das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau zunächst der Herausforderung, ihre wirtschaftlichen Ergebnisse zu stabilisieren.

Unter diesen Voraussetzungen beschlossen die Beteiligten, dass die beiden Häuser weiterhin in einer Projektpartnerschaft, beispielsweise im Qualitätsmanagement und der Fort- und Weiterbildung, miteinander kooperieren wollen, allerdings ohne eine gesellschaftsrechtliche Bindung.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266

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