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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 04.07.2017
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„Heilkunst im Mittelalter“: Neue Ausstellung im Stadtmuseum Iserlohn ab 7. Juli „Gegen Nasenbluten hilft, wenn man den kleinen Finger der linken Hand fest mit einem Faden zubindet. Wenn das nicht hilft, so nimm aus dem Gebeinhaus die Hirnschale eines Menschen, lege sie auf eine Röste, dörre sie und stoße sie zu Pulver. Trinke das Pulver im warmen Bier ...“. Die Heilkunst des Mittelalters war jenseits des Volksglaubens, der für heutige Betrachter absurd anmutende Blüten treiben konnte (wie das Eingangszitat zeigt), überraschend vielfältig. Die Heilkunst des Mittelalters basierte noch auf der sogenannten Vier-Säfte-Lehre, die bereits in der Antike entwickelt worden war. Waren die vier Säfte Blut (sanguis), gelbe Galle (chole), schwarze Galle (melancholia) und Schleim (phlegma) nicht im harmonischem Gleichgewicht, entstand eine Krankheit. Gewürze und Kräuter waren die häufigste Grundlage der Heilmittel, es wurden aber auch Mineralien verwendet. Viele komplexe Arzneien enthielten außerdem Knochen, Blut oder Fette von Tieren. Salben oder Öle stellte man aus Schweineschmalz, Butter von der Kuh oder der Ziege, aus Wachs oder teurem Olivenöl her. Pillen formte man mit Honig, den man auch zur Wundbehandlung einsetzte. Im Jahre 1215 untersagte das Vierte Laterankonzil den Medizinern im priesterlichen Gewand die Ausübung chirurgischer Maßnahmen, denn die Schuld am Tode eines Menschen machte sie zum Priesteramt untauglich. Anatomie wurde fortan nur anhand schematischer Darstellungen unterrichtet, das Sezieren von Leichen war streng verboten, als Strafe drohte die Exkommunikation. In einer Zeit mit oft katastrophalen hygienischen Bedingungen, ohne Antibiotika und ohne jegliches Wissen über die Übertragungswege von Infektionskrankheiten, schlugen tödliche Krankheiten und Seuchen plötzlich und scheinbar unerklärlich zu und rafften die Erkrankten erschreckend schnell hinweg. Kein Wunder also, dass dies auch eine Blütezeit der Scharlatane und des Aberglaubens war. Alle Interessierten sind herzlich zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Das Stadtmuseum Iserlohn (Fritz-Kühn-Platz 1) öffnet dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es online unter www.stadtmuseum-iserlohn.de |
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„Mittelalterlicher Augenheiler“
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