Ferienspiele im Umweltzentrum Hanau: Nicht nur leicht beschädigte Mangos sind zum Wegwerfen zu schade
Bergeweise landen ausrangierte Lebensmittel in Containern. Der Einheitsnorm nicht entsprechende Kartoffeln und Tomaten werden bei der Ernte aussortiert. Überschüssiges Bäckereibrot wird in der Müllverbrennung verheizt. Das sind Szenen aus dem deutschen Dokumentarfilm „Taste the Waste“ („Koste den Abfall“). Sie hinterlassen einen tiefen Eindruck bei den Kindern, die im Umweltzentrum Hanau eine Woche Ferienspiele verbringen und sich dabei auch mit dem Verschwenden von Lebensmitteln befassen. Die Sechs- bis 13-Jährigen geben selbst ein Beispiel, wie sich zum Wegwerfen bestimmtes Obst noch verkosten lässt.
Zur Ferienspielwoche des Umweltzentrums gehört stets ein Gang über den Wochenmarkt. Gezielt regionales, frisches, unverpacktes Obst und Gemüse zu kaufen, das steckt an sich als pädagogisches Ziel dahinter. Auf dem Marktplatz fällt der Blick aber auf Mangos, die nur wegen einiger brauner Flecken Abfall sein sollen. Die 24 Kinder beschließen mit ihren umweltpädagogischen Betreuerinnen Anna Maria Hau, Rosalie Wetterau und Barbara Giuliana aus den exotischen Früchten leckere Smoothies herzustellen.
Sie berichten, was ihnen beim Marktgang aufgefallen ist: Wegen kleiner Druckstellen würden Tomaten nicht mehr zum Verkauf angeboten. An einem Stand sei freilich auch davon die Rede gewesen, dass überschüssiges Obst und Gemüse regelmäßig bei der Hanauer Tafel für Bedürftige lande.
Und wie halten sie es in ihrer Familie mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln? Ein Mädchen berichtet, dass ihre Eltern vor einem Urlaubsantritt nicht verbrauchtes Obst und Gemüse an Nachbarn weiter gäben. Ein Junge erzählt, dass bei ihm zuhause braune Flecken im Obst einfach herausgeschnitten und der Rest verzehrt werde. Unterschiedliche Aussagen gibt es dazu, wie streng das Mindest-Haltbarkeitsdatum von Jogurts gehandhabt wird.
Die Ferienspielwoche steht unter dem Motto „Do it yourself“. Dazu zählt nicht nur der Mango-Smoothie, sondern auch das so genannte Upcycling, also das Wiederverwerten scheinbar nutzloser Abfallprodukte. So entstehen im Laufe der Woche beispielsweise eine Geldbörse mit Reißverschluss aus einem Getränkekarton und ein Rucksack aus einem ausrangierten T-Shirt.
Sichtbarstes Ergebnis aus dieser Art Wiederverwerten ist ein ziehbares „Auto“ aus einem großen Karton auf einem Rollbrett, ausgestattet mit einem „Auspuff“ aus Spielkegeln und allerhand unterschiedlich großer Papprollen als Instrumente. Die jüngeren Kinder können sich in dieses Gefährt sogar hineinsetzen und werden von den älteren gezogen. Das Gefährt gehört zu abschließenden Ausstellung, um den Eltern die Ergebnisse der Ferienspielwoche zu präsentieren.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
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UWZ-Ferienspiele 2017
Zum Wegwerfen zu schade: Aus diesen Mangos mit Flecken wurde noch ein leckeres Smoothie.
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