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Hanau, 19. September 2017
Hanau sucht wieder ein Buch
Startschuss für die siebte Auflage des Lesefestes in 2018

Auf dem Sprungturm im Heinrich-Fischer-Bad, im Bus der Hanauer Straßenbahn, vor dem Brüder-Grimm-Denkmal oder am Fronhof hinter dem historischen Kanzleigebäude – die Plätze sind so vielfältig wie die Vorleserinnen und Vorleser, die der Aktion „Hanau liest ein Buch“ Gestalt geben. Im nächsten Jahr ist es wieder soweit: Die Stadtbibliothek wird im August zum siebten Mal das große Lesefest organisieren.

Wichtigste Frage auf dem Weg dorthin: Welches Buch wird im Mittelpunkt stehen ? Aus welchem Buch wird in Hanau vom 16. bis 25. August allerorten vorgelesen ?

„Gesucht wird ein Roman aus der Feder eines deutschsprachigen Autors oder einer Autorin mit einem diskussionswürdigen Thema, der viele unterschiedliche Menschen begeistern kann“, erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky als Schirmherr der Aktion die Kriterien, nach denen die Auswahl getroffen wird. „Das Buch soll gut geschrieben und unterhaltsam zu lesen sein, damit möglichst viele Menschen angesprochen werden.“ Krimis, Fantasy-, Mystery, Science-Fiction oder historische Roman eigneten sich daher nicht so gut, da sie nicht für alle Leserschichten geeignet seien.

Die Leiterin des Kulturforums, Beate Schwartz-Simon, ergänzt, dass es wünschenswert sei, wenn das Buch mehrere Generationen anspreche. Sie hofft nach eigenen Worten auf eine ähnlich gute Resonanz wie beim letzten Mal, als unter allen Einsendungen der Roman „Ohrfeige“ von Abbas Khider ausgewählt wurde.

Vorschläge können bis zum 14. Oktober 2017 entweder in der Stadtbibliothek an der Pinnwand am Blauen Kabinett platziert werden oder per Email an stadtbibliothek@hanau.de gesandt oder auf  kulturforum.de online eingegeben werden. „Die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek nehmen Buchtipps aber natürlich auch gern persönlich entgegen“, ermuntert Schwartz-Simon alle Bücherfreunde, ihren eigenen Favoriten vorzuschlagen. Die endgültige Entscheidung wird von einem Gremium getroffen, dem neben der Stadtbibliothek auch der Buchladen am Freiheitsplatz und die Buchhandlung „Bücher bei Dausien“ angehören.

„2018 möchten wir die Leserinnen und Leser sowie Institutionen und Schulen früher und intensiver in die Planung einbeziehen“, erläutert die Leiterin des Kulturforums. „Das ausgewählte Buch soll schon in diesem November feststehen, so dass mehr Zeit für die Entwicklung kreativer Ideen rund um das Vorlesen bleibt.“

Die Stadtbibliothek selbst hat sich bereits bei einem bundesweiten Treffen der Veranstalter von Städteleseaktionen im Juli in Würzburg neue Anregungen geholt. Bayerische Städte wie Regensburg, München-Moosach, Nürnberg, Augsburg und Würzburg tauschten sich dort mit Stuttgart, Hanau, Frankfurt und Braunschweig aus. Die Brüder-Grimm-Stadt gehört mit der seit fünfzehn Jahren laufenden Leseaktion bereits zu den Veteranen unter den teilnehmenden Städten.

In allen Städten wird ein Buch gemeinsam gelesen, diskutiert und präsentiert. Dabei ist es eine Hanauer Besonderheit, dass ausschließlich Bürgerinnen und Bürger vorlesen. In Würzburg und Frankfurt steht bei der Auswahl des Buches der Bezug zur Identität und Geschichte der Stadt im Mittelpunkt, wie 2014 mit Leonhard Franks Roman „Die Jünger Jesu“ und 2016 mit Jakob Wassermanns Novelle „Der Aufruhr um den Junker Ernst“. Die anderen Städte wählen Bücher lebender Autoren aus, die während der Aktionswoche zu Veranstaltungen eingeladen werden. Alle Städte achten darauf, dass das Thema generationenübergreifend und werthaltig ist, um möglichst viele Menschen anzusprechen. Dabei kommt es auch zu Parallelen: 2016 las Regensburg den Roman „Glückskind“ von Steven Uhly und damit den Roman, der in Hanau bereits 2013 im Mittelpunkt der Aktion stand. 2011 hatten Hanau und Bad Hersfeld unabhängig voneinander den aktuellen Roman „Angerichtet“ von Herman Koch ausgewählt.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

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