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Hanau, 10. Oktober 2017
Der Abwägungsprozess ist in vollem Gange
Reges Interesse an der Platzgestaltung rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche

In einem Punkt waren die meisten der rund 550 Besucherinnen und Besucher des Bürgerwochenende zur Neugestaltung des Platzes rund um die Wallonisch-Niederländischen Kirche einig: Es ist gut und richtig, dass sich endlich etwas tut. Auch das in diesem Rahmen präsentierte Verkehrskonzept für das Quartier hat einhellige Zustimmung erfahren. Nicht ganz so eindeutig waren dagegen die Äußerungen, welche Gestaltungsvariante die richtige ist. „Die Meinungen gehen auch in der Bürgerschaft vor allem in der Frage auseinander, wie viele Parkplätze künftig an der Kirche zur Verfügung stehen“, fassen Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtrat Thomas Morlock das Ergebnis vieler Gespräche und Diskussionen vor Ort zusammen und bedanken sich gleichzeitig bei allen Beteiligten, die zum Erfolg des Bürgerwochenendes beigetragen haben.

In den Räumen der Kathinka-Platzhoff-Stiftung und damit quasi mitten im Geschehen konnte sich die interessierte Bürgerschaft zwei Tage lang die Planentwürfe des Büros „Die Landschaftsarchitekten“ im Detail anschauen und im Gespräch alle sich ergebenden Fragen vor Ort klären. Darüber hinaus nutzten die Besucherinnen und Besucher spontan die Gelegenheit, nicht nur auf bereitgestellten Kärtchen ihre Meinung und Verbesserungsvorschläge zu formulieren, sondern auch dem Favoriten ihr Votum zu geben.

„Wir haben rund 200 dezidierte Meinungsäußerungen und Änderungsvorschläge erhalten“, erläutert Morlock als der für die Umsetzung zuständige Dezernent. Die Hinweise und Anmerkungen würden im Detail geprüft. Als ein Beispiel führte er eine veränderte Parkrichtung an der Ostkante des Platzes an, die als Anregung eingereicht wurde, um die Anwohner vor übermäßigem Lärm und Abgasen zu schützen.

Die Vorschläge unterscheiden sich in der Grundgestaltung sowie vom Ausmaß der Pflasterung her – und daraus folgend vom unterschiedlichen Anteil an Bäumen, Rasenfläche und Wegen. Beide Varianten sind einmal mit und einmal ohne 58 bzw. 48 Parkplätze um den Platz denkbar, wobei stets im Westen Längsparken sowie im Süden und Osten Querparken vorgesehen ist. Allen Vorschlägen gemein ist, dass es keine Durchfahrtmöglichkeit mehr zwischen Kirche und Sparkasse geben soll. „Im Mittelpunkt steht, dass hier öffentlicher Raum den Menschen zurückgegeben wird“, so OB Kaminsky.

Eine Planung von „Die Landschaftsarchitekten“ nimmt den historischen Renaissance-Grundriss des Platzes mit klaren Raumkanten wieder auf, ebenso das Raster mit Lindenbäumen. Die Doppelkirche soll stärker frei gestellt werden als bisher, damit das Denkmal besser zur Geltung kommt. Das Pflaster aus Natur- oder Betonwerkstein soll in zwei Farbnuancen und in gestreifter Gestalt dazu beitragen, dass der Platz größer wirkt. Der andere Entwurf sieht eine Wegeführung auf eine kleine Platzsituation vor, um den Gründer der Neustadt Graf Philipp Ludwig II hervorzuheben. Der Zaun und eine Stufe um das auf der Südseite des Platzes sollen weichen.

Das Denkmal soll genauso wie die Kirche illuminiert werden. Am neu hinzukommenden Stadtrelief des Künstlers Claus Bury auf der Platz-Südseite sowie an den Rasenrändern sollen Lichtbänder für Atmosphäre sorgen. Ein abgestimmtes Beleuchtungskonzept und der Verzicht auf Sträucher sollen darüber hinaus Angsträumen entgegenwirken und für ein gutes Sicherheitsempfinden sorgen.

„Es gibt gute Gründe für jede der vier vorgestellten Variante, das steht außer Frage. Es ist aber Aufgabe des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, diese Argumente zu bewerten und zu gewichten, um schließlich eine Entscheidung vor dem Hintergrund eines gesamtstädtischen Kontextes zu treffen“, so der OB zur Notwendigkeit, Einzelinteressen bei der Platzgestaltung zurückzustellen. Der Abwägungsprozess sei in vollem Gange. Morlock ergänzt, dass jede der vorgestellten Lösungen den Vorgaben der Ausschreibung im „Wettbewerblichen Dialog“ entspreche. „Ziel der Neugestaltung an dieser Stelle war, dass ein wesentlicher Teil der Platzfläche hohe Freiraum-und Grünraumqualitäten aufweist und der Anteil öffentlicher Parkplätze reduziert werden sollte“, erinnert der Stadtrat daran, dass es nicht darum geht, einen Bürgerpark zu bauen.

Der nächste Schritt hin zur Entscheidung und Realisierung wird die Präsentation im Struktur- und Umweltausschuss am 13. November sein. Hier werden Aspekte des Denkmal- und Naturschutzes, der öffentlichen Sicherheit und Verkehrsfragen sowie Barrierefreiheit und Funktionalität beleuchtet und gewichtet. Nach der Magistratsentscheidung hat dann die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung des Jahres am 18. Dezember das letzte Wort.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929




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