23. Oktober 2017.
Zu einer ganz besonderen Sitzung begrüßte Oberbürgermeister Christian Geselle am Montagmorgen seine Kolleginnen und Kollegen des städtischen Magistrats: „Wir tagen heute genau zum 1500. Mal.“ Vor über 70 Jahren hatte die amerikanische Militärregierung die Genehmigung für die Einrichtung eines Magistratskollegiums gegeben: Am 10. Januar 1946 kam der kommissarische Magistrat unter der Leitung des damaligen Oberbürgermeisters Willi Seidel erstmals zusammen.
Geselle zitierte in seiner Begrüßung Oberstleutnant Bard, den damaligen Vertreter der amerikanischen Militärregierung: „Die Bildung des Magistrats bedeutet den Anfang eines demokratischen Systems in Deutschland. Es gibt nur sehr wenige Probleme, die nicht durch gemeinsame Beratung geklärt werden können.“ Das gelte auch heute noch. Er schätze den kollegialen Austausch im Rathaus.
Gemeinsam schauten die fünf haupt- und 13 ehrenamtlichen Stadträte noch einmal in die damaligen Protokolle, in denen Seidel die schwierigen Verhältnisse in Kassel schildert: „Soweit das Auge reicht, Zerstörung […]. Daher steht über allen […] Aufgaben der Wiederaufbau der Stadt. An den Aufbau kann mit Aussicht auf Erfolg nur herangegangen werden, wenn uns alle der feste und unerschütterliche Wille zu einer noch nie dagewesenen Kraftentfaltung und größter Hingabe an das Aufbauwerk beseelt und eint in Verbindung mit größtem Idealismus und Optimismus.“
Viele Themen, die den Magistrat im Jahr 1946 beschäftigten, seien heute noch aktuell, so Geselle. „Wenn auch in anderer Ausgestaltung und Qualität.“ Die Schaffung von Wohnraum, die Ausstattung von Schulen und die Ausgestaltung des Fürsorge- und Gesundheitswesens seien Themen, mit denen sich die Stadtverwaltung beschäftige.
Zum Hintergrund:
Am Donnerstag, 10. Januar 1946, wurde in der Ratstrinkstube des Rathauses zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg der kommissarische Magistrat einberufen.
Unter der Leitung des kommissarischen Oberbürgermeisters Willi Seidel kamen zwölf unbesoldete Stadträte zusammen: Sechs Stadträte der Sozialdemokratischen Partei, drei Stadträte der Kommunistischen Partei, zwei Liberal-Demokraten und ein Vertreter der Christlich-Demokratischen Union.
Seit 1946 tagt der Magistrat – mit Ausnahme der Parlamentsferien und von Feiertagen – vierzehntägig. Die Geschäftsordnung für den Magistrat der Stadt Kassel trat mit Wirkung vom 1. Januar 1954 in Kraft und gilt bis heute.
Der Magistrat ist die Verwaltungsbehörde der Gemeinde. Er ist für die laufende Verwaltung der Stadt verantwortlich und handelt nach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, die er vorbereitet und durchführt.
Den Vorsitz im Magistrat hat der Oberbürgermeister. Außer ihm werden alle Mitglieder von der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf (ab 1. November sechs) hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.
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