Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 

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Magdeburg, 15. November 2017
"Guericke baut jetzt am Dom"
Versandt im Auftrag des Gestaltungsbeirates der Landeshauptstadt Magdeburg

mit dieser Headline überschreibt die Volksstimme von Samstag, den 28. Oktober 2017 ihren Bericht von der dritten Grundsteinlegung im neuen Domviertel.

Das jetzt von der Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“ begonnene Bauvorhaben ist Teil des Projektes ‚Breiter Weg Südabschnitt - Danzstraße‘, das der Gestaltungsbeirat direkt nach seiner Konstituierung vor drei Jahren als erstes Projekt behandelt hat. Die Arbeit des Gestaltungsbeirates wurde sozusagen mit einem Paukenschlag eingeleitet, berücksichtigt man die große Bedeutung des Gesamtvorhabens für die städtebauliche Entwicklung in Sichtweite des Doms. Entsprechend respektvoll hat sich der Gestaltungsbeirat vor allem auch angesichts des bereits weit fortgeschrittenen Planungsstadiums der Aufgabe angenommen. Es folgte ein sehr konstruktiver Prozess der Annäherung. Dabei waren Kompromisse sowohl seitens der beteiligten Architekten und Architektinnen und deren Bauherren, als auch des Gestaltungsbeirates notwendig. Dies gilt für die Formsprache und die Materialität und insbesondere für die leidenschaftlich diskutierten ‚Hochhäuser‘ im Bereich der neuen Einmündung Haeckelstraße/ Breiter Weg, aber auch für das Parkhaus in der Leibnizstraße.

Am Ende stehen modifizierte Entwürfe, die die Absicht verkörpern, dem Ort gerecht zu werden. Diese befinden sich nunmehr in der Umsetzung und werden das Bild der Stadt an dieser Stelle auf Jahrzehnte prägen, wohl wissend, dass es keinen Anspruch auf die eine ultimativ richtige Lösung gibt (siehe dazu auch die Presseartikel vom Breiten Weg, die die Entwicklung dokumentieren und nachvollziehbar machen).

Die Berichterstattung der Volksstimme zu diesen Ereignissen gibt Anlass dazu, die jetzt dreijährige Arbeit des Gestaltungsbeirates zu betrachten.

Der Gestaltungsbeirat wurde in 2014 durch den Stadtrat berufen. Er sieht sich grundsätzlich in der Pflicht, die politischen Gremien und die Verwaltung in Fragen der Architektur und des Städtebaus zu beraten. Der Gestaltungsbeirat sieht sich dabei jedoch keinesfalls als Tribunal. Vielmehr sind die jeweiligen Empfehlungen ausschließlich darauf ausgerichtet, die Qualität der zu beurteilenden Projekte zu fördern und die Architekten und ihre Bauherren zu stärken.

In den vergangenen drei Jahren wurden Projekte beraten, die überwiegend und in besonderer Weise stadtbildprägend sein werden. Dazu gehören u.a. neben dem Bauvorhaben ‚Breiter Weg Südabschnitt - Danzstraße‘ Projekte wie das neue Einkaufszentrum an der Schönebecker Straße, der Nicolaiplatz, der Vorentwurf zum B-Plan „236-1 Jakobstraße“, der Ersatzneubau des Strombrückenzuges, , der Universitätsplatz, der Wittenberger Platz, die Mehrfamilienhäuser an der Bleckenburgstraße / An der Elbe, der Luisenturm, das Wohn- und Bürogebäude an der Krügerbrücke, , das s.g. Altstadtquartier auf dem Gelände des ehemaligen Altstadtkrankenhauses, die Stadthalle oder der Heumarkt, für den auf Empfehlung des Gestaltungsbeirates ein Wettbewerb gemäß RPW ausgelobt und dessen beachtliches Ergebnis am 01.11.17 öffentlich bekannt gemacht wurde. Zum Heumarkt wird gegenwärtig das sehr überzeugende Wettbewerbsergebnis öffentlich im IBA-Shop ausgestellt.

Insgesamt wurden in 14 Sitzungen 25 Projekte beurteilt und im Ergebnis dieser Beratungen die Empfehlungen ausgesprochen. Verschiedentlich kommt es auch zu Wiedervorlagen, um das entsprechende Projekt angemessen zu fördern.

Die Sitzungen des Gestaltungsbeirates finden nicht öffentlich statt, sehr wohl wird aber regelmäßig in der auf die Gestaltungsbeiratssitzung folgenden Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr (StBV) Öffentlichkeit insofern hergestellt, als dass der Vorsitzende des Gestaltungsbeirates im öffentlichen Teil der Sitzung die zuletzt beratenen Projekte einschließlich der dazu ausgesprochenen Empfehlungen vorstellt, erläutert und für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung steht. Von anfänglich sehr kurz gefassten Vorträgen hat sich dieser Punkt inzwischen zu einer Erörterung ausgeweitet, die durchaus bis zu einer Stunde in Anspruch nimmt. Daraus darf wohl geschlossen werden, dass sich der Gestaltungsbeirat und damit das Interesse an Baukultur in der Stadt etabliert hat.

Jedes einzelne Bauwerk einer Stadt hat neben den individuellen Anforderungen auch solche, die sich aus der Gestaltungsabsicht für den öffentlichen Raum ableiten, zu erfüllen. Die Außenwände eines Hauses sind so betrachtet die Innenwände des öffentlichen Raumes.

Im Idealfall werten die jeweiligen BauherrInnen und deren ArchitektInnen die Beurteilung ihres Projektes durch den Gestaltungsbeirat als ein Label, mit dem man sich nach außen hin darstellen kann.

Architekturqualität ist nicht durch Mehrheitsabstimmungen zu er-zwingen. Architektur- und Städtebauqualität kann unter der Voraussetzung optimaler Bedingungen als Ergebnis adäquater Wettbewerbsverfahren unter Beteiligung qualifizierter ArchitektInnen als Teilnehmer und Juroren erwartet werden.

Dafür stehen auch die Empfehlungen des Gestaltungsbeirates.

Die Mitglieder des Gestaltungsbeirates ermuntern die Magdeburger Bauherren in diesem Sinne ihre Projekte vorzustellen, die Bürger werden eingeladen, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen, um sich aus erster Hand zu informieren und die Presse wird angeregt, ein Forum für eine qualifizierte Architekturdiskussion zu bieten.

  

Carl Schagemann
Vorsitzender des Gestaltungsbeirats



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