30. November 2017.
Die Arbeit der Drogenhilfe Nordhessen über 35 Jahre hat Bürgermeisterin Ilona Friedrich im Rahmen einer Feierstunde im Namen des Magistrats der Stadt Kassel gewürdigt. „Eine menschliche Gesellschaft sind wir nur, wenn wir uns um die Schwächsten kümmern und die diejenigen nicht vergessen, die am Rand stehen“, sagte sie. Mit dieser Motivation sei auch die Drogenhilfe, ursprünglich unter dem Namen Drogenverein, mit Wurzeln in der Jugend- und Drogenberatungsstelle des Diakonischen Werkes 1982 gegründet worden.
Heute könne man auf 35 Jahren einer umfassenden Arbeit mit vielen unterschiedlichen Angeboten zurückblicken. Die Stadt Kassel habe in der Drogenhilfe Nordhessen einen kompetenten Partner für viele verschiedene Aufgabenstellungen gefunden. Mit ihren Angeboten erreiche sie das Gros der Drogenabhängigen der Region, wobei die Wirksamkeit inzwischen bis nach Fulda reiche.
Sei es zu Beginn vor allem darum gegangen, gesellschaftliche Ausgrenzung zu durchbrechen, so habe zunehmend die Frage im Mittelpunkt gestanden, wie Auswege aus der Sucht aussehen können. „Inzwischen finden Menschen bei der Drogenhilfe vielfach in Ihrer ganz individuellen Situation das Angebot, was sie kurzfristig oder auch längerfristig benötigen, damit es ihnen besser gehen kann. Aber auch wenn die Droge wegfällt, geht es darum, neue, positive Inhalte und Perspektiven für ein Leben zu finden.“ Für junge Menschen bedeute das zum Beispiel, Schulabschlüsse erwerben zu können - so wie in der Fachklinik oder in der stationären Jugendhilfeeinrichtung „Kleiner Bärenberg“.
Hintergrund:
Die Stadt Kassel unterstütze die Arbeit der Drogenhilfe finanziell. Im städtischen Haushalt für 2018 sind elf verschiedene Positionen aufgeführt. Die meisten Mittel sind für das Café Nautilus mit seinen erweiterten Öffnungszeiten (Ansatz rund 240.000 Euro) und die Jugend- und Suchtberatung (circa 150.000 Euro) vorgesehen. Hinzu kommen neun weitere jährlich vergebene Zuschüsse für Aufgaben der Drogenhilfe, wobei das größte Plus mit einer Steigerung von über sechzig Prozent bei der Straßenarbeit mit Schlichtungsfunktion (SmS), also der aufsuchenden Sozialarbeit zum Kontaktaufbau mit den Drogen- und Alkoholkonsumenten in der Kasseler City liegt.
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