Grünes Licht für 41 Neubesetzungen in der Stadtverwaltung
Magistrat bringt Vorlage zur externen Stellenbesetzung auf den Weg
Als einen unumgänglichen Strategiewechsel hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky die jüngste Entscheidung des Magistrats zur Personalpolitik der Stadt Hanau kommentiert. Das Gremium hat in seiner letzten Sitzung der externen Ausschreibung von 41 vakanten oder freiwerdenden Stellen zugestimmt und einer entsprechenden Vorlage an den Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht gegeben. „Es ist eine echte Zäsur, wenn wir erstmals seit langer Zeit eine großangelegte Offensive zur externen Wiederbesetzung von Stellen starten, doch anders lassen sich die Herausforderungen der Zukunft nicht mehr bewältigen“, so der OB und erinnert daran, dass die Zahl der Einwohner in Hanau im Vergleich zu Januar 2010 um 10.399 auf 98.347 gestiegen ist. „Die Stadt wächst und wächst. Doch diese überaus erfreuliche Entwicklung geht auch mit quantitativ und qualitativ steigenden Anforderungen an die Verwaltung einher.“ Bisher aber seien im Zuge des Rettungsschirms in den letzten vier Jahren rund 100 Stellen innerhalb der Verwaltung abgebaut oder mit KW-Vermerken versehen worden. Zudem seien bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen alle Vakanzen in dieser Zeit verwaltungsintern besetzt worden.
„Folgt uns der Haupt- und Finanzausschuss und stimmt der externen Besetzung von derzeit 41,5 vakanten oder freiwerdenden Stellen zu, können wir dringend benötigtes Personal außerhalb der Verwaltung rekrutieren“, unterstreicht der OB als Personaldezernent, dass es hier nicht um die Neuschaffung von Stellen geht, sondern lediglich um die Wiederbesetzung oder Verschiebungen von im Stellenplan bereits vorhandenen Arbeitsplätzen.
Es habe sich jedoch in den letzten Wochen und Monaten auch gezeigt, dass die sogenannte Fluktuationsreserve ausgereizt sei. Vakante Stellen seien nicht mehr durch interne Ausschreibungen zu besetzen. „Die geltende Stellenbesetzungssperre, die faktisch drei Jahre wirkt, sowie die Altersstruktur und geringe Ausbildungsquote führen zu Personalengpässen, die sich besonders schmerzlich dort bemerkbar machen, wo durch den Einwohnerzuwachs auch Arbeitsumfang und -anforderungen zugenommen haben.“ Dem gelte es jetzt entgegenzuwirken. Dabei steht die Stadt Hanau nach den Orten des OB bei ihrer Suche nach qualifiziertem Personal für die verschiedenen Bereiche durchaus in einem spürbaren Wettbewerb mit anderen öffentlichen und privaten Arbeitgebern.
Wie Kaminsky bereits im Rahmen der aktuellen Haushaltsberatungen für den Etat 1018/2019 erläutert hatte, wird der ursprünglich bis 2024 geplante Abbau um insgesamt 200 Planstellen jetzt auf dem aktuellen Niveau vorläufig gestoppt, um der gesamtstädtischen Entwicklung Rechnung zu tragen. „Wir können nicht einerseits davon sprechen, dass wir uns auf den Weg zur kleinsten Großstadt Hessens machen, und uns Gedanken um eine mögliche Kreisfreiheit machen, ohne gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere Verwaltung zukunftssicher aufgestellt ist.“ Dabei gelte allerdings immer die Prämisse, dass alle Neueinstellungen immer im Rahmen des Personalkostenbudgets zu realisieren seien. Eine Erhöhung des Planansatzes sei nicht vorgesehen. Dieser Aspekt gewinne mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen besondere Brisanz, da die aktuellen Forderungen der Gewerkschaft weit über der bereits im Haushaltsansatz berücksichtigten zweiprozentigen Lohnerhöhung liege. „Alles, was darüber hinausgeht, muss innerhalb das Budgets wieder eingespart werden“, mahnt der OB die Tarifpartner, „die Kirche im Dorf zu lassen.“
Die Notwendigkeit der externen Besetzung wird schließlich auch durch eine interne Erhebung der Altersstruktur unterstrichen. Eine statistische Auswertung innerhalb der Stadtverwaltung habe erbracht, so der OB, dass der aktuelle Durchschnitt bei 47 Jahren liege. Das bedeute auch, dass in den nächsten 15 Jahren rund 44 Prozent der heutigen Beschäftigten ausscheiden, 28 Prozent davon in den nächsten zehn Jahren. „Es wäre vor diesem Hintergrund unverantwortlich, wenn wir jetzt nicht angemessen reagieren und unsere Personalplanung vorausschauend angehen, um die Leistungsfähigkeit unserer Verwaltung zu erhalten.“
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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