Willkomene Momente des Rückzugs
Projekt "Kunst ohne Grenzen" des Hanauer Seniorenbüros wird fortgesetzt
Kunst ohne Grenzen – unter diesem Motto steht ein Frauen-Projekt, das im Rahmen des Bundesprojektes „Alt für Jung Patenschaften- Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ auch 2018 fortgeführt wird. Das Projekt geht auf die Überlegung zurück, dass viele geflüchtete Frauen in ihrer Heimat gemalt und gezeichnet haben. Sie schneiderten Kleidung nach eigenen Entwürfen, besuchten Malkurse, unterrichteten als Kunstlehrerin oder beherrschten das kunstvolle Handwerk der Kalligrafie. In diesem Projekt eröffnet sich ihnen die Chance, ihrer Kreativität Raum zu geben und gleichzeitig die deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern.
Durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Hanau Stadt und Land sowie durch die Kooperation mit der Hanauer Freiwilligenagentur und der Kunsttherapeutische Gestaltungstrainerin Martina Roth und vor allem dank der ehrenamtlichen Patinnen kann das Projekt auch 2018 weitergeführt werden.
Das Malkurs-Angebot will den Frauen die Chance zur Entfaltung geben. Dabei stärkt das Anknüpfen an vorhandene Kompetenzen auch das Selbstwertgefühl der Frauen. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist, dass dieser Malkurs für geflüchtete Frauen einen Augenblick des Rückzugs von Alltagsverpflichtungen schafft, um sich selbst wahrzunehmen, nach vielen schwierigen Fluchterfahrungen, Familienarbeit und manchmal sehr anstrengenden Integrationsbemühungen. „Wir wollen hier ein Angebot schaffen, dass den Frauen die Möglichkeit, gibt sich künstlerisch-visuell auszudrücken und ihr Selbstbewusstsein stärkt. Das sind wichtige Bausteine für gelingende Integration“, beschreibt Barbara Heddendorp
Dieser Tage trafen sich die ehrenamtlichen Patinnen Renate-Schwalenberg-Leister, die die Ideengeberin für dieses Projekt war, Silvia Kleinschmitt und Brigitte Heeren im Hanauer Seniorenbüro, um zusammen mit den Teilnehmerinnen die bisherigen Bilder zu sichten und auszuwählen, um sie für eine Ausstellung zu rahmen. Gemeinsam mit den Künstlerinnen und unterstützt durch die Ökumenische Flüchtlingshilfe Steinheim ist eine Ausstellung im Juli geplant.
„Das Interesse der Frauen, am Malkurs teilzunehmen, lässt nicht nach. Dabei ist es immer wieder beeindruckend, wie sich Frauen in dieser Malkursatmosphäre zunehmend trauen, ihre Sichtweisen, ihre Ideen, ihre Wünsche, mit Pinsel und Stiften auszudrücken. Mit meist stiller Freude und Stolz blicken die Frauen auf ihre Gemälde bei Besprechungen. Durch die Rahmung der Bilder zur Vorbereitung der Ausstellung erfuhren die Bilder eine weitere Aufwertung,“ beschreibt Renate Leister-Schwalenberg ihre Beobachtungen. Über das gemeinsame künstlerische Schaffen kommen die Frauen ins Gespräch und lernen sich intensiver kennen. Mittlerweile haben sich unter den Frauen auch persönliche, kulturübergreifende Beziehungen über den Malkurs hinaus entwickelt.
In der kommenden Woche werden die Frauen im Rahmen des Projektes „Kunst ohne Grenzen“ Kunst von einer anderen Seite erleben. Bei einem Besuch von Schloss Philippsruhe steht nach der Führung eine Schmuck-Werkstatt auf dem Programm.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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