Gute Konjunktur in der Bauwirtschaft hat Folgen für die Stadt Kassel

15. Mai 2018.

Besondere Herausforderungen in besonderen Zeiten – die Bauwirtschaft läuft auf Hochtouren. Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich werden eine Vielzahl von Bauvorhaben vorangetrieben. Das bleibt auch nicht ohne Folgen für die Stadt Kassel. So sind bei einigen Vorhaben bislang nicht vorhersehbare Mehrkosten entstanden, deren Finanzierung aber im Rahmen des laufenden Haushalts 2018 gesichert werden kann.

Der Magistrat der Stadt Kassel hat beschlossen, Mittel in Höhe von insgesamt 2,803 Millionen Euro überplanmäßig bereitzustellen und der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung vorzulegen. Würden diese Mittel nicht zur Verfügung gestellt, drohten Baustopps von bereits begonnenen Investitionsvorhaben.

Zugleich muss die Stadt Fristen von Förderprogrammen von Bund und Land einhalten, aus denen große Teile der Investitionen finanziert werden. Sollten Fristen überschritten werden, könnte die Stadt Kassel aufgefordert werden, bereits erhaltene Fördermittel zurückzuzahlen.

Die Stadt Kassel sieht sich von einer aktuellen Entwicklung im Bausektor betroffen, bei der bundesweit bei vergleichbaren Projekten Preissteigerungen von 15 bis 30 Prozent über den Kostenschätzungen zu beobachten sind. Die Gründe dafür sind die starke Konjunktur in der Bauwirtschaft. Höhere Preise im Hoch- und Tiefbaubereich sind die Folge.

 

Erneuerung Obere Königsstraße

Mehrkosten von 1,0 Million Euro entfallen beispielsweise auf die Erneuerung der Oberen Königsstraße. Nach aktuellen Prognosen ist davon auszugehen, dass bei den derzeit laufenden Vorbereitungen für die Ausschreibung des zweiten Bauabschnitts höhere Kosten anfallen. Bisher hatte die Stadt Kassel mit Investitionen von etwa neun Millionen Euro für die Sanierung der Unteren und Oberen Königsstraße kalkuliert. Bei den bereits abgeschlossenen Ausschreibungen der vorangegangenen Bauabschnitte auf der Unteren Königsstraße hatten die Preise noch unter den kalkulierten Planungswerten gelegen.

Mit deutlichen Mehrkosten von 500.000 Euro ist auch bei der Sanierung des Wolfsgrabens im Stadtteil Wolfsanger-Hasenhecke zu rechnen. Bislang waren für die Sanierung des Wolfsgrabens im Haushalt etwa 1,7 Millionen Euro eingeplant.

 

Sanierung des Schlachthofs bis Ende 2018

Teurer als geplant wird auch die Sanierung des Kulturzentrums Schlachthof im Stadtteil Nord-Holland, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll und zu 90 Prozent vom Bund finanziert wird. Durch die vorgegebene Co-Finanzierung der verbleibenden zehn Prozent wirken sich Preissteigerungen mit 403.000 Euro auf den städtischen Haushalt aus. Die Mehrkosten ergeben sich aus Brandschäden, Feuchteschäden und Nachrüstungsbedarf bei der Statik des Treppenhauses des Schlachthofs. Außerdem entspricht der Brandschutz nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Mehrkosten sind ebenfalls zu erwarten beim Victoria-Haus in der Kasseler Innenstadt, das derzeit als Standort für die Stadtverwaltung hergerichtet wird. Nach der Entkernung sind vorher nicht erkennbare Brandschutzmängel zutage getreten. Außerdem wurden mit Asbest und Faserstaub belastete Bauteile im Gebäudeinneren identifiziert, die rückstandslos zurückgebaut und entsorgt werden müssen. Um die Betriebsfähigkeit als Bürogebäude langfristig zu gewährleisten, sind Mehraufwendungen von 490.000 Euro notwendig. Bislang war mit Kosten von 1,589 Millionen Euro kalkuliert worden.

Kosten von 60.000 Euro waren bei der Mittelanmeldung für den Haushalt 2018 für ein Projekt in der Luisenschule im Stadtteil Vorderer Westen noch nicht absehbar. Dort werden zwei Arbeitsplätze für den Bereich des Übergangsmanagements im städtischen Amt für Schule und Bildung eingerichtet. Dafür zieht die Lehrmittelbibliothek in das Kellergeschoss, das dafür hergerichtet werden muss.

Über die Magistratsvorlage zu den über- und außerplanmäßigen Aufwendungen berät am Mittwoch, 16. Mai 2018, der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen. Am Montag, 28. Mai 2018, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über die unverzügliche Bereitstellung der Mittel.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Michael Schwab



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