Erinnerung an den berühmten Magdeburger Schöffenstuhl
Infotafel nördlich des Altes Rathauses eingeweiht
Prof. Dr. Matthias Puhle, Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, hat heute eine Erinnerungstafel an den berühmten Magdeburger Schöffenstuhl der Öffentlichkeit übergeben. Die Tafel steht „Bei der Hauptwache“ im Bereich vor dem kleinen Parkplatz nördlich des Rathauses, gegenüber vom Otto-von-Guericke-Denkmal.
Dort befand sich der letzte Standort des berühmten Magdeburger Schöffenstuhls bis zu seinem Untergang bei der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg. Der Magdeburger Schöffenstuhl besaß im Mittelalter eine einzigartige Bedeutung von europäischem Rang. Für eine große Anzahl von Städten Magdeburger Rechts galt er nämlich in Rechtsauskünften als die höchste Instanz. An diese einzigartige Stellung der Magdeburger Schöffenkammer soll die Informationstafel erinnern.
Das Magdeburger Recht entwickelte sich im 12. Jahrhundert als Stadtrecht der Magdeburger Bürgerinnen und Bürger. Es wurde von hunderten Städten in Ostmitteleuropa übernommen und gilt als das am stärksten verbreitete Stadtrecht des deutschen Mittelalters. Über die polnischen Städte wurde das Magdeburger Recht in das damalige Großfürstentum Litauen (Vilnius, Kaunas, Lemberg, Kiew, Minsk) vermittelt und verbreitete sich auch in Böhmen und Ungarn.
Der Schöffenstuhl veränderte mehrfach seinen Sitz, blieb aber immer im Bereich des Alten Marktes. Seit 1425 war er in einem Haus „Hinter dem Kleiderhof“ (später hieß die Straße „Hinter der Hauptwache, Nr. 1“) untergebracht.
Die Tafel ist mit einem Informationstext zum Schöffenstuhl in Deutsch und Englisch sowie mit Bildern versehen, die unter anderem den Standort des Schöffenstuhls auf einem Stadtplan von 1552 zeigen.
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