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Meldungsdatum: 11.09.2018

Reise ins Zeitalter der „Mächtigen und Starken Frauen“

Bei dieser Entdeckungsreise in das deutsche Mittelalter wurde Frauengeschichte spürbar. Die Zeitreise wurde organisiert vom Büro für Chancengleichheit der Stadt Borken.

Die Zeitreise ins Hochmittelalter, der Zeit der „Mächtigen und Starken Frauen“ vor allem aus dem 10. Jahrhundert, führte 44 Frauen aus Borken auf der Straße der Romanik vom 31. August bis 3. September 2018 nach Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Reise wurde organisiert vom Büro für Chancengleichheit der Stadt Borken, Anna Grütering-Woeste, mit Unterstützung von Ulla Langer.

Im Mittelpunkt standen die Städte Bad Gandersheim, Quedlinburg, Memleben, Naumburg, Freyburg und Eschwege. Bereits vor 1000 Jahren hatten Frauen als Regentinnen, als „Coimperatrix“ die Möglichkeit auf die Entwicklung ihres Landes und der europäischen Geschichte nicht nur in kultureller und religiöser Hinsicht Einfluss zu nehmen, sondern sie agierten auch als aktive Politikerinnen und Mäzenatinnen.

Keine andere Stadt ist so maßgeblich von Frauen geprägt worden, wie Quedlinburg. Mit Recht gehört die Stadt zu den Frauenorten in Sachsen-Anhalt. Etwa 900 Jahre lang haben Frauen die Geschichte und Entwicklung der Region maßgeblich gestaltet.

Königin Mathilde, Kaiserin Adelheid, Kaiserin Theophanu und Äbtissin Mathilde nahmen als Beraterinnen und gekrönte Mitregentinnen zu Zeiten der Ottonen aktiv Anteil an der Reichspolitik bzw. regierten über Jahre stellvertretend für ihre minderjährigen Söhne.

So regierte Kaiserin Theophanu nach dem Tod ihres Mannes (Otto II) für den erst dreijährigen Otto III. Sie übernahm die Regierungsgeschäfte für 8 Jahre und hielt wichtige Hof- und Reichstage in Quedlinburg ab, bis zu Ihrem unerwartet frühen Tod mit 31 Jahren.

In dem von Königin Mathilde gegründeten, reichsunmittelbaren Frauenstift Quedlinburg residierten insgesamt 39 Nachfolgerinnen als Äbtissinnen über einen Zeitraum von fast 900 Jahren, sodass in dieser Zeit Quedlinburg von Frauen regiert wurde. Die Stiftsdamen förderten aktiv die Entwicklung von Bildung und Kultur, sowie der Philosophie, der Musik und Sprachen. Hiervon profitierten insbesondere Mädchen und Frauen, denn im 10. Jahrhundert war Bildung allein dem Klerus vorbehalten - also den Männern der Kirche.

Diese Macht und dieser Einfluss der „Starken Frauen des 10. Jahrhunderts“, erstaunte und inspirierte die Mitreisenden: Frauengeschichte wurde in den besuchten Städten spürbar und führte als Entdeckungsreise in das deutsche Mittelalter. Interessante, romanische Baudenkmäler, wehrhafte Burgen, Dome, Klöster und Kirchen aus der Zeit Mitte 10. bis 13. Jahrhunderts, erlebten die Mitreisenden als Zeugnisse dieser Zeit.

Eine besondere Begegnung mit Uta von Naumburg der „Schönsten Frau des Mittelalters“, zeichnete den Charme dieser Gruppenreise aus.


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