30 Jahre Fußgängerzone Rosenstraße
- Von der Durchfahrtsstraße zur beliebten Einkaufsmeile
Über mehrere Jahrhunderte war die Rosenstraße in der Hanauer Kernstadt eine Durchfahrtsstraße. Erst vor 30 Jahren - im Sommer 1988 - wurde sie zum verkehrsberuhigten Bereich ernannt und ein Jahr später schließlich ganz offiziell Fußgängerzone. Der damalige Oberbürgermeister Hans Martin bezeichnete diese Entwicklung als „entscheidenden Mosaikstein auf dem Weg zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Innenstadt.“ Seither hat die Rosenstraßen sich zur beliebten Einkaufsmeile für hochwertigen inhabergeführten Einzelhandel sowie verschiedene Dienstleister und Gastro-Betriebe entwickelt.
Geschäfte wie die Pfeifen-Stube Heck, Daus Moden, Spielwaren Brachmann, Juwelier Stickelmayer, der Friseursalon Steiger, Farben Dell, Viva’s Schuhmode und das Schuhhaus Motsch zählen zu den Urgesteinen in der Rosenstraße. Auch die Eisdiele Manfredi gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten an der Ecke Rosenstraße und Freiheitsplatz – wenngleich damals noch unter anderem Namen. Später kamen das Café Schien, Optiker Klassert&Seeliger, CASA Wohnen + Schenken, Juwelier Hunder, Parfümerie Jäger, das Café Chococino, WMF und viele andere hinzu.
Das Modehaus Müller-Ditschler (früher C&A), der Teeshop und Geppetto Kids eröffneten in den letzten Jahren. Erst vor wenigen Wochen hat die Parfümerie Günther in einem schick sanierten Haus in der Rosenstraße 6 Fuß gefasst: „Wir fühlen uns hier – umgeben von hochwertigen inhabergeführten Einzelhandel in der Nürnberger Straße und Rosenstraße – sehr wohl“, sagt Geschäftsführer Christoph Günther. „Hier ist durchaus das Klientel, das wir suchen, unterwegs.“
Auch Martin Bieberle, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, und Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH (HMG) ist sich der großen Bedeutung der Rosenstraße für Hanau und den Einzelhandel bewusst: „Diese Fußgängerzone hat eine große Anziehungskraft. Viele Menschen kommen gerade wegen der hochwertigen Angebote in der Rosenstraße nach Hanau. Hier finden sie exklusive Waren gepaart mit eingehender Beratung. Das gibt es nicht mehr in vielen Städten!“
Um die Rosenstraße in ihren Qualitäten zu bestärken, unternehme die Stadt eine ganze Menge, sagt Bieberle: „Wir sind in ständigen Gesprächen mit Immobilieneigentümern um vielversprechende und hochwertige Einzelhandelskonzepte und Vermieter zusammenzubringen“, berichtet der HMG-Geschäftsführer. Das sei oft mühsame Arbeit, da die Gebäude zum Teil weitverstreuten Erbengemeinschaften gehörten und von Immobilienagenturen verwaltet würden. Doch trotzdem lohne es sich am Ball zu bleiben: „Mit der Ansiedlung von Müller-Ditschler ist uns beispielsweise ein richtiger Coup gelungen!“, sagt er, „wir haben es geschafft dieses qualitativ sehr hochwertige Bekleidungshaus nach Hanau in die Rosenstraße in das ehemalige C&A-Gebäude zu holen. Das war nur möglich, weil einerseits die Müller-Ditschler-Geschäftsführerin, Tanja Kolb, großen Unternehmermut gezeigt hat und bereit war neue Wege zu gehen. Andererseits verdanken wir diese Entwicklung auch dem Immobilienbesitzer Wahindullahh Amiri, der mit uns übereinstimmt, dass es nachhaltiger und sinnvoller ist, das Niveau der Einkaufsstraße dauerhaft hochzuhalten, anstatt auf kurzfristige hohe Mieten durch Billiganbieter zu setzen und daher eine beträchtliche Summe in das Gebäude investiert hat.“
Für das Wohl und die Entwicklung der Rosenstraße der Rosenstraße engagierte sich bereits in den 70er Jahren der Geschäftsinhaber Hartmut Daus (Hüte-Daus/Daus Moden). Gemeinsam mit anderen Einzelhändlern vor Ort gründete er die „Interessengemeinschaft Rosenstraße“. Sie hatte das Ziel, die Straße weiter zu beleben und letztendlich zur Fußgängerzone zu machen. Die Mitglieder der IG Rosenstraße veranstalteten jährlich Rosenfeste, um Werbung in eigener Sache zu machen. Hierfür wurde die Straße jeweils eine komplette Woche lang komplett gesperrt. „Wir haben bis in die 2000er Jahre über 35 Rosenfeste – mit Modeschauen, Angeboten für Kinder und Live-Musik gefeiert, um die Rosenstraße als Erlebnis zu inszenieren und anfangs auch um die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass sie die Qualitäten hat, um Fußgängerzone zu werden“, erinnert sich Daus. Außerdem habe er im Vorfeld der Umwandlung zur Fußgängerzone von den Geschäftsinhabern in der Rosenstraße rund 60.000 DM eingesammelt, um verschiedene städtische Baumaßnahmen zur Verschönerung der Straße zu unterstützen. „Ich musste viele Geschäftsinhaber in der Straße überzeugen, dass die Rosenstraße besser Fußgängerzone werden sollte“, berichtet Daus. „Das war gar nicht so leicht, denn es gab Bedenken, dass die Kunden ausbleiben, wenn sie nicht mit dem Auto direkt vor dem Geschäft parken können.“ Doch 15 Jahre Überzeugungsarbeit hätten sich letztendlich ausgezahlt, sagt Daus. „Die Umwandlung der Rosenstraße in eine Fußgängerzone vor 30 Jahren war ein großartiger Erfolg und der absolut richtige Schritt für die Entwicklung der Innenstadt!“ Auch den Umbau der Innenstadt sieht Daus als absolut notwendig und gelungen: „Man darf sich jetzt nur nicht zurücklehnen, denn das ist ein Projekt in Entwicklung!“
Auch Manfred Markert, der 1985 gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele von Schwiegervater Horst Heck die Pfeifen-Stube Heck übernahm, erinnert sich gut an die Zeit vor der Fußgängerzone: „Früher gab es hier viel Verkehr in der Straße und es war ein ständiges Stop and Go. Nachdem die Zufahrt für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde, blieben tatsächlich einige Kunden weg, die nicht mehr direkt vor der Tür aus dem Auto springen und schnell ein Päckchen Zigaretten holen konnten. Aber dafür kamen neue Kunden, die die Ruhe, die gute Beratung und die große und hochwertige Auswahl an Produkten zu schätzen wussten.“ Die Fußgängerzone habe für eine bessere Verweilqualität und -dauer der Kunden gesorgt. „Diese Veränderung war absolut notwendig und positiv für die Geschäfte hier“, ist sich Markert sicher. Das Geschäft, in dem es hochwertige Tabakprodukte und Spirituosen aus aller Welt gibt sowie natürlich auch den François - Hanau Dry Gin gibt, läuft gut und wird inzwischen seine Tochter Karina in dritter Generation geführt.
Die nächste Generation steht auch schon beim Optiker Klassert & Seeliger in den Startlöchern: „Meine Tochter Kristina macht jetzt die Meisterschule und wird den Betrieb perspektivisch übernehmen“, erzählt Gotthard Klassert, der das Geschäft – gemeinsam mit seinem Kompagnon Uwe Seeliger - seit 21 Jahren in der Rosenstraße betreibt. Er glaubt fest an die Rosenstraße und hält die Fußgängerzone für einen der besten Standorte in Hanau. „Wir haben vor kurzem sogar das Haus gekauft, in dem sich das Geschäft befindet“, erzählt er, denn wir wollen auf jeden Fall hier bleiben.“ In der Rosenstraße gebe es viel Laufpublikum und außerdem schätze er das gute Miteinander. „Da hier sehr viele Geschäfte inhabergeführt sind, hat man persönlichen Kontakt zueinander und kann sich austauschen und gegenseitig unterstützen. Hier ist alles klein, fein und sehr persönlich und das schätzen auch die Kunden so sehr.“
Für die Zukunft wünscht sich Klassert, der über viele Jahre auch ehrenamtlich im Vorstand des Hanau Marketing Vereins (HMV) tätig war, gemeinsame Samstagsöffnungszeiten der Geschäfte bis 18 Uhr abends. „Nur wenn alle in der Straße mitziehen, können wir die Straße auch am Samstagnachmittag und -abend beleben“, sagt Klassert. Die Nürnberger Straße habe gezeigt, dass das funktionieren kann. „Aber wenn die Menschen am Samstagnachmittag in die Rosenstraße laufen und feststellen, dass die ersten Geschäfte geschlossen sind, dann kehren sie gleich wieder um und dringen gar nicht zu den Geschäften vor, die noch offen haben“, das sei sehr schade, so Klassert. Auch hofft er dass die Stadt Hanau und die Anlieger weiterhin so gut zusammenarbeiten wie in den letzten 30 Jahren, um die Attraktivität und somit die Verweildauer in der Rosenstraße weiter zu erhöhen. „Die Rosenstraße ist toll, aber es gibt hier noch viel Potential, das ausgeschöpft werden kann!“ ist er sich sicher.
Zum 30jährigen Jubiläum haben sich die Anrainer der Rosenstraße etwas ganz Besonderes gewünscht: Mit Unterstützung der Hanau Marketing GmbH wurde von der Sascha Erdmann von HC-Film ein Kino-Clip über die Rosenstraße gedreht, der ab sofort im Internet unter (https://youtu.be/YSJdWFg8APE) und auf mit großzügiger Unterstützung des Kinopolis ab Oktober auch im Kino zu sehen sein wird. Federführung in dem Projekt hatten Gabriele Weber (Casa Wohnen + Schenken) und Gotthard Klassert (Die Optiker Klassert&Seeliger).
Hintergrund-Information:
Rosenstraße-Initiative
Die Rosenstraße-Initiative entstand 2009 im Vorfeld des Stadtumbaus im Rahmen des Wettbewerblichen Dialogs. Sie bestand aus Geschäftsinhabern aus der Rosenstraße (zum Teil deckungsgleich mit den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Rosenstraße), die gegen Pläne für ein geschlossenes Einkaufszentrum auf dem Freiheitsplatz protestierten. Sie forderten ein extrovertiertes Einkaufszentrum mit gastronomischen und kulturellen Angeboten sowie eine Neuordnung des ÖPNV auf dem Freiheitsplatz. Ihre Anliegen wurden von den Verantwortlichen der Stadt Hanau aufgegriffen und umgesetzt.
Woher hat die Rosenstraße ihren Namen?
Benannt ist die Rosenstraße nach dem Haus Nr. 1, das den Namen „Zur Rose“ trug. Es stand einst an der heutigen Ecke Rosenstraße/Nürnberger Straße. Der aus Antwerpen stammende Juwelier, Goldschmied und spätere Ratsherr Daniel de Hase erbaute es um 1600. Im ersten Hanauer Adressbuch von 1837 ist die Rosengasse bereits namentlich erwähnt.
Der Rosenbrunnen
Den Rosenbrunnen wurde auf Initiative der Interessengemeinschaft Rosenstraße 1992 zwischen Langstraße und Salzstraße installiert. Er steht vor dem heutigen Bekleidungsgeschäft Müller-Ditschler. Hagen F. Häuser entwarf die Brunnenplastik, die aus einem quadratischen Wasserbecken aus rotem Granit mit kleinen Wasserfontänen besteht, auf dem sich eine stilisierte Rosenblüte aus Bronze erhebt.
Dornröschen (Teil des Hanauer Märchenpfads)
Die Skulptur des schlafenden Dornröschens in der Rosenstraße (Nähe Nürnberger Straße) wurde im Frühjahr 2016 gemeinsam mit zehn weiteren Skulpturen in der Hanauer Innenstadt aufgestellt. Sie bilden zusammen mit den Orten der einstigen Geburts-und Wohnhäuser der Familie Grimm und dem Nationaldenkmal der Brüder Grimm auf dem Neustädter Marktplatz den Hanauer Märchenpfad. Die Bronzeskulptur stammt von den Künstlern Annegret Kon und Dietrich Heller. Die Patenschaft und Finanzierung des Kunstwerks haben Diana und Martin Lucas übernommen.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664
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Pfeifen-Stube Heck
Ein Geschäft, drei Generationen: Manfred Markert, übernahm 1985 gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele von Schwiegervater Horst Heck die Pfeifen-Stube Heck. Inzwischen hat Tochter Karina die Geschäftsführung übernommen.
Pfeifen-Stube Heck 2
Ein Geschäft, drei Generationen: Manfred Markert, übernahm 1985 gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele von Schwiegervater Horst Heck die Pfeifen-Stube Heck. Inzwischen hat Tochter Karina die Geschäftsführung übernommen.
Daus Moden
Geschäftsinhaber Hartmut Daus mit Mitarbeiterin Karin Landgraf vor dem alteingesessenen Geschäft in der Rosenstraße
Optiker Klassert & Seeliger
Gotthard Klassert vom Optiker Klassert & Seeliger mit Tochter Kristina, die das Geschäft perspektivisch übernehmen wird.
Optiker Klassert & Seeliger 2
Gotthard Klassert vom Optiker Klassert & Seeliger mit Tochter Kristina, die das Geschäft perspektivisch übernehmen wird
Casa Wohnen + Schenken
Gabriele Weber (Casa Wohnen + Schenken) zählt zu den engagierten Akteuren in der Rosenstraße.
Rosenbrunnen
Den Rosenbrunnen wurde auf Initiative der Interessengemeinschaft Rosenstraße 1992 zwischen Langstraße und Salzstraße installiert. Er steht vor dem heutigen Bekleidungsgeschäft Müller-Ditschler. Hagen F. Häuser entwarf die Brunnenplastik, die aus einem quadratischen Wasserbecken aus rotem Granit mit kleinen Wasserfontänen besteht, auf dem sich eine stilisierte Rosenblüte aus Bronze erhebt.
Rosenbrunnen 2
Den Rosenbrunnen wurde auf Initiative der Interessengemeinschaft Rosenstraße 1992 zwischen Langstraße und Salzstraße installiert. Er steht vor dem heutigen Bekleidungsgeschäft Müller-Ditschler. Hagen F. Häuser entwarf die Brunnenplastik, die aus einem quadratischen Wasserbecken aus rotem Granit mit kleinen Wasserfontänen besteht, auf dem sich eine stilisierte Rosenblüte aus Bronze erhebt.
Dornröschen - Märchenpfad
Die Skulptur des schlafenden Dornröschens in der Rosenstraße (Nähe Nürnberger Straße) wurde im Frühjahr 2016 gemeinsam mit zehn weiteren Skulpturen in der Hanauer Innenstadt aufgestellt. Sie bilden zusammen mit den Orten der einstigen Geburts-und Wohnhäuser der Familie Grimm und dem Nationaldenkmal der Brüder Grimm auf dem Neustädter Marktplatz den Hanauer Märchenpfad. Die Bronzeskulptur stammt von den Künstlern Annegret Kon und Dietrich Heller. Die Patenschaft und Finanzierung des Kunstwerks haben Diana und Martin Lucas übernommen.
Ansicht Rosenstraße
Teeshop
Café Schien
Farben Dell
Farben Dell gibt es seit 65 Jahren in der Rosenstraße: Inhaberin ist Evelin Dell.
Juwelier Stickelmayer
WMF Rosenstraße
Spielwaren Brachmann
Parfümerie Günther Rosenstraße
Christoph Günther mit Mitarbeiterinnen.
Parfümerie Jäger Rosenstraße
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