Landkreis Leer - 15. Mai 2001. Der BSE-Verdacht bei einer Schlachtkuh aus einem Milchviehbetrieb im Landkreis Leer wurde jetzt durch das nationale Referenzlabor Tübingen bestätigt. Es handelt sich um den ersten BSE-Fall in Ostfriesland, den zehnten in Niedersachsen und den 65. in der Bundesrepublik. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium wird voraussichtlich entscheiden, dass zunächst nur die direkten Nachkommen des 1994 geborenen infizierten Tieres und die Jahrgänge von 1993 bis 1995 des insgesamt etwas mehr als 200 Rinder umfassenden Bestandes getötet werden. Das zuständige Veterinäramt in Leer trifft die Vorbereitungen dazu.
Das weitere Verfahren richtet sich nach Auskunft der Kreisverwaltung nach dem Bund-Länder-Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der BSE. Danach muss der Landkreis die Tötung der betroffenen Tiere anordnen. Zur Abklärung weiterer Infektionen werden die Proben der getöteten Tiere im Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Oldenburg auf BSE untersucht.
Die Veterinäre der Kreisverwaltung konzentrieren sich gegenwärtig auf die epidemiologische Untersuchung, das heißt auf die Identifizierung aller nach den Richtlinien ansteckungsverdächtigen Tiere.
Die erkrankte Kuh war im Rahmen der Aufkaufaktion der Bundesregierung an einen Schlachtbetrieb abgegeben worden. Bei der routinemäßigen Untersuchung auf BSE war die Beprobung zunächst als nicht eindeutig negativ eingestuft worden. Die sofort veranlassten Nachuntersuchungen ergaben schließlich den positiven Befund. Parallel zu den Untersuchungen hatte das Veterinäramt bereits die sofortige Sperrung des "vorbildlich geführten Milchviehbetriebes" angeordnet.
Mit Rücksicht auf den betroffenen Landwirt und seine Familie will der Landkreis keine näheren Angaben zur Lage des Betriebes machen.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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