Landkreis Leer - 13. Oktober 2001. Von Bäumen und Sträuchern fällt wieder in großen Mengen Laub zu Boden. Es sollte nicht im Restmüllsack landen und auch nicht durch Laubsauger oder Laubblasgeräte "beseitigt" werden. Denn solche Geräte schaden der Natur, sind laut, verbrauchen Energie und stoßen zum Teil auch noch schädliche Abgase aus. Seinen Platz sollte das Laub statt dessen als natürliche Bodenbedeckung zwischen Gehölzgruppen und unter Hecken finden, empfiehlt die Untere Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung in Leer.
Das zersetzte Laub trägt wesentlich zu einer natürlichen Boden- und Humusbildung bei und garantiert somit die dauerhafte Fruchtbarkeit des Lebensraumes Boden. Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln und Milben übernehmen unermüdlich die Grobarbeit beim Zerkleinern des Laubes. Die Feinarbeit zum Zersetzen der Blattreste besorgen schließlich Pilze und Bakterien. So entsteht Humus, der seine aus den Blättern stammenden Nährstoffe den Pflanzen wieder zur Verfügung stellt.
Neben der Nährstoffversorgung übernehmen die Blätter noch weitere wichtige Funktionen im Naturhaushalt: Sie bewahren den kostbaren Boden vor Abtrag und Austrocknung durch Wind oder Sonne, ebenso vor dem Zuschlämmen der für die Atmung der Bodenlebewesen nötigen Luftporen. Auch vor dem zu frühem und tiefem Eindringen von Frost können Blätter schützen. Blattschichten bieten vielen Tieren wie Igeln, Erdkröten und zahlreichen Insekten einen unersetzbaren Überlebensraum während des Winters. Gleichzeitig decken sie den Tisch für Insekten fressende Vögel wie Drosseln, Meisen, Rotkehlchen und Heckenbraunellen.
Manche eher unliebsamen Wildkräuter werden durch Bodenbeschattung unterdrückt, während schattenverträgliche Frühjahrsblüter wie Schneeglöckchen oder Buschwindröschen von der schützenden Laubschicht profitieren. Aufgrund der wärmeren Bodentemperatur unter der Laubschicht setzt das Gehölzwachstum im Frühjahr schneller ein. Nicht zu vergessen, dass sich der Pflegeaufwand im Garten bei liegen gelassenem Laub erheblich verringert.
Natürlich kann das Laub nicht überall liegen bleiben: der Rasen würde ersticken, und befestigte Flächen eignen sich schlecht für den natürlichen Abbau. Hier ist es ratsam, das Laub auf offene Bodenflächen im Garten zu verteilen oder für Igel und Erdkröten in entfernten Gartenteilen Laub- und Reisighaufen als Winterquartier anzulegen. Wenn einfach nicht genug Fläche für das Laub im Garten da ist, gibt es immer noch die Möglichkeit des Kompostierens. Zusammen mit Küchen- und Gartenabfällen entsteht dann aus dem Laub eine ausgezeichnete Komposterde für den eigenen Garten.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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