Landkreis Leer - 08. Januar 2002. Das Gesundheitsamt des Landkreises Leer rät dringend zu einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung im Kleinkindalter. Auch die Wiederholungsimpfung sollte nicht vergessen werden, appelliert Jugendärztin Dr. Ruth Rathert. Anlass für diesen Hinweis sind vermehrt eingehende Meldungen über Masernerkrankungen im Landkreis Leer. In der Kinderklinik des Kreiskrankenhauses sei zudem eine Häufung von Komplikationen bei Masern wie Lungenentzündungen und schwere Mittelohrentzündungen beobachtet worden.
Das Robert-Koch-Institut in Berlin rechnet nach Auswertung aller Meldungen für 2001 mit 7.000 bis 10.000 Masernerankungen, die seit dem vergangenen Jahr zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten gehören. Auffällig hoch ist die Zahl in den westlichen Bundesländern. Als Ursache wird eine ungenügende Beteiligung an der Impfung angesehen. In den östlichen Bundesländern war die Masernimpfung bis zur Wiedervereinigung Pflicht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Ausrottung der Masern bis 2007 als vorrangiges Ziel erklärt, nicht zuletzt wegen der gefährlichen Komplikationen. Dazu ist eine Durchimpfungsrate von 90 bis 95 Prozent der Bevölkerung erforderlich. Von diesem Ziel ist Deutschland aber noch weit entfernt. Nach den Erkenntnissen aus Einschulungsuntersuchungen im Landkreis Leer haben nur etwa 54 Prozent der untersuchten Kinder als Kleinkind die empfohlene Impfung erhalten, die zweite Impfung sogar nur weniger als 10 Prozent, so Dr. Rathert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle eine erste Masernimpfung als Dreifachkombination auch gegen Mumps und Röteln ab dem 12. Lebensmonat und schon im zweiten Lebensjahr eine Wiederholungsimpfung, spätestens aber zum Schulbeginn.
Die Mitarbeiter des Jugendärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt überprüfen seit zwei Jahren in Verbindung mit den Seh- und Hörtests in den ersten und vierten Klassen auch die Impfpässe der Kinder und machen Eltern auf Mängel im Impfprogramm aufmerksam.
Bei Fragen sollten sich Eltern an den Hausarzt wenden, empfiehlt das Gesundheitsamt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort stehen für Beratungen aber auch gern zur Verfügung.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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