Magdeburg gehört zu den grünsten Städten Deutschlands. Für die land-schaftsplanerische und gärtnerische Gestaltung erhielt die Stadt jetzt im Bundeswettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" eine Goldmedaille. Gestern nahmen Dr. Eckhart Peters, Leiter des Stadtplanungsamtes, und Jürgen Hoke, Leiter des Stadtgartenbetriebes im ZDF-Fernsehgarten in Mainz die Auszeichnung entgegen.
17 Städte und Gemeinden waren in der Endausscheidung, wobei die Wettbe-werbsjury des Veranstalters "Entente florale Deutschland" 6 x Bronze, 5 x Sil-ber und 6 x Gold vergab. Gold ging an die Städte Aalen, Bad Säckingen, Han-nover, Melsungen, Neubrandenburg und Magdeburg. Bad Säckingen (Baden Württemberg) vertritt Deutschland beim Europawettbewerb "Entente florale" – einer Art Europameisterschaft der Städte.
In der Begründung der Jury zur Preisverleihung an Magdeburg heißt es u.a.:
"Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und BUGA-Stadt 1999 hat sich der Jury sehr eindrucksvoll als Stadt gärtnerischer Traditionen und neuer Garten-kultur präsentiert, die durch das Engagement der Stadtverwaltung, der Verei-ne, Gewerbetreibenden und zahlreicher Bürger weiter planmäßig entwickelt wird. Solche Projekte wie "Kulturlandschaftlicher Erlebnispfad Elbaue" oder "Mein Baum für Magdeburg", die vorbildliche Gestaltung des Pechauer Plat-zes, die historische Gestaltung der Hegelstraße wie die planmäßige Gestaltung des "Grünen Gürtels" mit seinen historischen Parks sind Ausdruck dieses En-gagements. Die Jury würdigt besonders den guten Zustand der Grünbereiche, die zur BUGA entstanden, wie BUGA-Park und Kleingartenanlage "Am Cra-cauer Anger"."
"Die erfolgreiche Teilnahme Magdeburgs an diesem Wettbewerb ist eine Her-ausforderung, auch im Jahr 2003 wieder an diesem Wettbewerb teilzunehmen", freute sich Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der wegen des Hochwassers nicht an der Auszeichnungsveranstaltung in Mainz teilnehmen konnte, über die Würdigung der landschaftplanerischen und gärtnerischen Lei-stungen in Magdeburg.
Die Konkurrenz war groß, denn der Wettbewerbsjury stellten sich in diesem Jahr insgesamt 17 Städte. Im Juli besuchte die Jury alle teilnehmenden Kom-munen, um auf der Grundlage eines Kriterienkataloges Punkte zu vergeben, die einen Vergleich der Städte untereinander ermöglichen. Die Juroren bewerteten neben dem öffentlichen Bereich wie Grünflächen, Straßenbegleitgrün sowie Park- und Freizeitanlagen auch den privaten Bereich wie die Fassadenbegrü-nung sowie Haus- und Vorgärten. Das Engagement von Vereinen, Interessen-verbänden und der Wirtschaft bei der Umsetzung der Wettbewerbsziele wurde im gewerblichen Bereich beurteilt. Weitere Punkte konnten für besondere Projekte aus dem Bereich Natur- und Umweltschutz gesammelt werden.
In Magdeburg waren die Jurymitglieder am 2. Juli zu Gast. "Während einer ganztägigen Tour präsentierten Mitarbeiter mehrerer städtischer Ämter die El-bestadt von ihrer grünsten und schönsten Seite", so Burkhard Wrede-Pummerer vom Stadtplanungsamt, der die Teilnahme der Landeshauptstadt maßgeblich vorbereitet hat. "In unserer Bewerbung hatten wir verschiedene Schwerpunkt-themen genannt, die wir der aus neun Personen bestehenden Jury an konkreten Beispielen erläutern haben."
Die Jury fuhr mit einem Bus in die Cracauer Straße, wo die 1995 gestartete Baumpflanzaktion "Mein Baum für Magdeburg" vorgestellt wurde. Bislang beteiligten sich mehr als 700 Magdeburger an dieser Aktion. Durch ihre Spen-den ermöglichten sie die Pflanzung von 212 zusätzlichen Bäumen.
Von dieser Station führte die Strecke über den Pechauer Platz nach Randau in die Kreuzhorst. "Hier wollten wir den Juroren den Erlebnispfad Elbaue mit seiner beeindruckenden Flora und Fauna näher bringen", macht Detlef Schulze vom Umweltamt auf eine wichtige Station der Tour aufmerksam. Zu den in der Kreuzhorst lebenden Säugetieren gehören unter anderem verschiedene Fleder-mausarten und Marder sowie Elbbiber, deren Fraßspuren an vielen Stellen entlang des Erlebnispfades zu sehen sind.
Danach fuhren die Juroren zur St.-Immanuel-Kirche in den Stadtteil Prester. Von hier aus ging es auf Fahrrädern über den Elbdeich und die Brücke am Wasserfall in den Stadtpark Rotehorn. Der mehr als 100 Jahre alte Land-schaftspark gehört zu den historischen Parkanlagen Magdeburgs und ist ein Anziehungspunkt für jung und alt. Die weitere Strecke verlief über die Hubbrücke zur Sternbrücke und zum Klosterbergegarten. Anschließend wur-den den Juroren in der Hegelstraße verschiedene Vorgärten gezeigt, die bei der Neugestaltung der Straße im Rahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes nach originalen Entwurfs- und Bepflanzungsplänen entstanden sind. Letzte Station der Tagestour war der Elbauenpark, wo bei einer Fahrt mit der Pan-oramabahn der 93 Hektar große Park als eines der schönsten Ausflugsziele in Magdeburg vorgestellt wurde.
Bei Rückfragen: Burkhard Wrede-Pummerer, Stadtplanungsamt, Tel.: 0391/5 40 53 20
Jürgen Hoke, Magdeburger Stadtgartenbetrieb, Tel.: 0391/5 40 59 01
Detlef Schulze, Umweltamt, Tel.: 0391/5 40 58 31
Sigute Wosch, MMKT, Tel.: 0391/8 38 01 19
Hintergrundinformationen zu den Grünflächen in Magdeburg
In Magdeburg gibt es derzeit 1.358 Hektar öffentliche Grünanlagen. Das sind etwa 6,7 Prozent der gesamten Stadtfläche. Weitere 123 Hektar nehmen die Flächen der Friedhöfe ein. Die etwa 17.000 Kleingärten in der Elbestadt haben eine Gesamtfläche von 981 Hektar. Seit 1990 wurden in der Elbestadt rund 32.000 neue Bäume und Großsträucher gepflanzt.
Auf dem gesamten Magdeburger Territorium gibt es momentan rund 3.200 Hektar Grünflächen. Laut Flächennutzungsplan soll diese Fläche in den kom-menden Jahren auf rund 4.000 Hektar vergrößert werden. Dies entspricht fast 20 Prozent des Stadtgebietes.
Hintergrundinformationen zum Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf"
Mit dem Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" möchte die Förderungsgesell-schaft für Gartenbau "Entente Florale Deutschland" die nachhaltige Stadtbe-grünung fördern und damit mehr Lebensqualität im öffentlichen, privaten und gewerblichen Bereich schaffen. Weitere Ziele sind die Gestaltung sowie der Erhalt l(i)ebenswerter Städte und Gemeinden, der Schutz von Natur und Um-welt im besiedelten Raum, die Förderung von Handel und Gewerbe durch die Schaffung von vielfältigen, lebendigen Innenstädten und die Unterstützung des Engagements von Bürgern und Bürgergruppen.
An dem Wettbewerb beteiligen sich in diesem Jahr neben Magdeburg folgende Städte und Gemeinden: Aalen, Bad Säckingen, Bad Wildungen, Geiselhöring, Hanekensbüttel, Hannover, Ibbenbühren, Korbach, Ludwigshafen, Melsungen, Meuselwitz, Neubrandenburg, Neukirchen, Orberursel, Sondershausen und Weinheim. Der Wettbewerb fand erstmals im vergangenen Jahr statt und wird jährlich neu ausgeschrieben.
Zum Komitee "Entente Florale Deutschland" gehören der Zentralverband Gar-tenbau (ZVG), der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeinde-bund sowie der Deutsche Tourismusverband. Mitglieder der vom Komitee ein-gesetzten Jury sind Persönlichkeiten aus der Stadt- und Landschaftsplanung sowie aus den Bereichen Tourismus und Gartenbau.
Die Jury kann bei der Bewertung einer teilnehmenden Stadt maximal 100 Punkte vergeben. Während im öffentlichen Bereich höchstens 35 Punkte und im privaten Bereich 25 Punkte möglich sind, liegt die maximale Punktzahl im gewerblichen Bereich und bei den besonderen Projekten aus dem Natur- und Umweltschutz bei jeweils 20.
Für insgesamt 90 bis 100 Punkte verleihen die Juroren eine Goldmedaille, für 80 bis 89 Punkte eine Silbermedaille und für 70 bis 79 Punkte eine Bronzeme-daille. Außerdem werden, unabhängig von der erreichten Punktzahl, Sonder-preise vergeben.