Magdeburg.
In Magdeburg liegt die Sozialhilfedichte deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte, auch die Bezugsdauer von Sozialhilfe ist kürzer als in anderen deutschen Städten. Zu diesem Ergebnis kommt ein systematischer Vergleich ausgewählter Sozialdaten mittelgroßer Großstädte (100.000 bis 300.000 Einwohner), die sich zu einem Benchmarkingkreis zusammen geschlossen haben. "Angesichts des schwierigen Arbeitsmarktes in den neuen Bundesländern überraschen diese Zahlen", kommentiert Magdeburgs Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker. "Andererseits sind sie der Beweis, dass Magdeburg die Möglichkeiten der Arbeitsförderung konsequent nutzt, um Sozialhilfe zu vermeiden und zu begrenzen."
Verglichen wurden 15 Großstädte aus dem gesamten Bundesgebiet, neben Magdeburg u.a. Halle, Braunschweig, Chemnitz, Lübeck, Kassel, Darmstadt, Mannheim und Ludwigshafen. Die Sozialhilfedichte (Anzahl der Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten auf 1000 Einwohner) liegt im Durchschnitt der untersuchten Städte bei 62,6. Am höchsten ist sie in Bremerhaven mit 110,0, am niedrigsten in Chemnitz mit 32,0. In Magdeburg liegt sie bei 49,2.
Der Anteil der erwerbsfähigen Sozialhilfe-Empfänger liegt im Mittel aller untersuchten Städte bei 54,9 %. Die Spanne reicht von 49,2 % in Bremerhaven und Mainz bis 68,9 % in Magdeburg. "Der Grund dafür liegt auf der Hand", so Beate Bröcker: "Wenn der Arbeitsmarkt in Magdeburg genug freie Stellen bieten würde, könnte ein großer Teil dieser Menschen ihren Lebensunterhalt durch eigene Arbeit finanzieren."
Andererseits ist in Magdeburg die Zahl der langjährigen Sozialhilfe-Empfänger im Vergleich zu westdeutschen Großstädten auffallend gering. Während etwa in Lübeck und Mainz fast 60 % der Bedürftigen schon mehr als drei Jahre von Sozialhilfe leben, liegt der Anteil in Magdeburg bei 26,5 % und damit deutlich unter dem Durchschnitt. "Es ist überaus schwierig, Menschen, die lange von Sozialhilfe gelebt haben, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren", weiß Magdeburgs Sozialbeigeordnete aus Erfahrung. "Deshalb nutzen wir alle verfügbaren Instrumentarien, um den Sozialhilfebezug zu begrenzen."
Dies macht sich nicht zuletzt im städtischen Haushalt bemerkbar: Im Durchschnitt der untersuchten Städte wurden im vergangenen Jahr 4.972 Euro Sozialhilfe pro Bedarfsgemeinschaft gezahlt. In Magdeburg liegt die Summe mit 4.251 Euro am niedrigsten. "Das liegt nicht nur daran, dass die Sozialhilfesätze im Osten geringer ausfallen und die Mietkosten nicht so hoch sind wie im Westen, sondern auch daran, dass wir die Bezugsdauer von Sozialhilfe durch Hilfen zur Arbeit senken konnten" begründet Beate Bröcker. Zum Vergleich: In Halle lag die durchschnittlich gezahlte Summe im Vorjahr mit 5.098 Euro knapp über dem Durchschnitt, in Ludwigshafen und Offenburg blieb sie deutlich darunter.
Hinweis für Journalisten:
Die Ergebnisse des Städtevergleichs sind in einer Information zusammen gefasst, die Sie im Internet unter Magdeburg.de/Bürgerportal/Politik & Verwaltung/Ratsinformationssystem (I0431/02) nachlesen können.