Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 14. Januar 2003

Nebenflüsse schwellen an, Lage an der Elbe normalisiert sich langsam

Magdeburg. Das Hochwasser der Elbe geht nun doch schneller zurück als bisher angenommen. Heute morgen stand der Pegel an der Magdeburger Strombrücke bei 5,24 Metern, morgen wird voraussichtlich die 5-Meter-marke unterschritten. Derweil schwellen die Nebenflüsse wegen des Tauwetters wieder an. "Vor allem im Bereich der Sülze sollten sich Anlieger auf erneute Überschwemmungen einstellen", kündigt Feuerwehrchef Helge Langenhan an.

Heute morgen 8.00 Uhr wurde die Hochwasser-Warnstufe III für die Elbe im Raum Magdeburg aufgehoben. Daraufhin haben die Deichwachen zur Spätschicht (14.00 Uhr) ihre Arbeit beendet. Für das Umflutgelände gilt wegen des Eistreibens weiterhin die Warnstufe III. "Dort bleiben die Deichwachen rund um die Uhr im Einsatz", so der Leiter des Magdeburger Umweltamtes Rolf Warschun. "Durch das Tauwetter beginnen die Deiche aufzuweichen", schildert der Amtsleiter die aktuelle Situation. "Das Betreten ist deshalb nur den Deichwachen und Einsatzkräften erlaubt." Für die nächsten Tage rechnen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Feuerwehr mit einer weiteren Entspannung an Elbe und Umflut.

An den kleineren Flüsse im Stadtgebiet hat sich die Lage indes wieder verschärft. "Die Sülze hat seit gestern 40 Zentimeter zugelegt", skizziert Feuerwehrchef Langenhan die aktuelle Entwicklung. "Bei weiterem Anstieg müssen wir in Salbke erneut mit Überschwemmungen rechnen." Die Feuerwehr kontrolliert die Wasserstände stetig. "Anwohner sollten ihr Eigentum sichern – sofern dies noch nicht geschehen ist."

An der Furtlake und im Ehlegrund bleibt das THW im Einsatz. 22 Kräfte pumpen dort rund um die Uhr bis zu 1000 m³ Wasser pro Stunde aus der Furtlake ab, um den Wasserstand stabil zu halten. Unbedenklich ist bislang die Schrote, dort hat der Landesbetrieb für Hochwasserschutz die Durchlassfähigkeit erhöht, damit das Wasser besser abfließen kann. Im Diesdorfer Rückhaltebecken sind die Aufnahmekapazitäten noch nicht ausgeschöpft, so dass die Schrote auch in den kommenden Tagen in ihrem Bett bleiben sollte. Die Ehle hingegen steigt relativ schnell – 2 cm pro Stunde – an. Sie wird deshalb besonders intensiv beobachtet. Insgesamt rechnet der Stab für außergewöhnliche Ereignisse in Magdeburg mit einer langsamen Entspannung der Situation. "Mit den sinkenden Wasserständen lässt der Druck auf die Deiche nach", so Helge Langenhan. "An Sülze und Furtlake sind wir weiterhin auf alles gefasst. Dort können ergiebige Niederschläge die Situation noch einmal verschärfen."


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