Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 26. Februar 2003

Städtepartnerschaft mit Nashville rückt in greifbare Nähe

Internetportal www.magdeburg-nashville.com ab heute am Netz

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der Generalkonsul des amerikanischen Generalkonsulates in Leipzig, Fletcher M. Burton, und der Vorsitzende des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrums Magdeburg, Dr. Uwe Küster (MdB), haben heute das zweisprachige Internetportal www.magdeburg-nashville.com freigeschaltet. "Die neuen Internetseiten ermöglichen einen einfachen und schnellen Kontakt zwischen Magdeburg und Nashville", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Ich wünsche mir, dass dieses Forum alle Partner, Förderer und Freunde der angestrebten Städtepartnerschaft vernetzt und dadurch erfolgreich neue Kontakte geknüpft werden können."

Von der Qualität der neuen Internetseiten, die das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum Magdeburg erstellt hat, konnte sich heute auch der Präsident von "Sister Cities Nashville", Douglas Berry, in einem Live-Chat überzeugen. Seine Organisation koordiniert die Städtepartnerschaften von Nashville.

"Das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum arbeitet seit längerer Zeit freundschaftlich mit Sister Cities zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit ist auch die Idee für ein zweisprachiges Internetportal entstanden", erinnert sich der Vorsitzende des Dialogzentrums Dr. Uwe Küster. "Ich bin ausgesprochen optimistisch, dass gerade mit Hilfe der Internetseite eine fruchtbare und lebendige Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Nashville entstehen wird."

"Mit dem Internetportal www.magdeburg-nashville.com manifestiert sich nunmehr auch virtuell unsere stetig enger werdende Beziehung", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zur Bedeutung des Portals. Zusätzlich konnte er auf einen weiteren Schritt in dieselbe Richtung weisen: Mit ihrem neuen englischsprachigen Auftritt lädt Magdeburg nunmehr englische Muttersprachler - nicht nur aus Nashville - ein, sich ein eigenes Bild von der Elbestadt zu machen. Eine britische Flagge auf der Startseite von www.magdeburg.de weist den Zugang zu den ersten englischsprachigen Seiten des städtischen Internetauftritts.

Die angestrebte Partnerschaft mit Nashville steht am 6. März 2003 auf der Tagesordnung des Stadtrates. Wenn die Stadträte zustimmen, reist vom 24. bis 29. Mai dieses Jahres eine Delegation der Landeshauptstadt Magdeburg unter Leitung von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zur Vertragsunterzeichnung in die Hauptstadt des US-Bundesstaates Tennessee. Die Einladung dazu hat Magdeburg im Dezember 2002 erhalten, nachdem das Metropolitan Council of Nashville am 15. Oktober des vergangenen Jahres bereits die Zustimmung seiner Stadt für die geplante Partnerschaft gegeben hat. Der Vorstand von "Sister Cities Nashville" hatte zuvor Magdeburg als deutsche Partnerstadt empfohlen. Nashville hat bereits Städtepartnerschaften mit Caen (Frankreich) und Belfast (Nordirland).

Bereits 1993 war Douglas Berry als Stipendiat einer Stiftung erstmals zu Gast in der Elbestadt. Offizielle Kontakte zwischen Magdeburg und Nashville gibt es seit 1998. Eine Delegation aus der amerikanischen Stadt war damals vom 11. bis zum 14. Mai in Magdeburg zu Gast. Schwerpunkt des Besuches waren Wirtschaftsgespräche. Etwa fünf Monate später besuchte eine Magdeburger Delegation die Stadt Nashville. Unter anderem stand eine Visite in der dortigen Industrie- und Handelskammer auf dem Programm.

Im Mai 2001 war der damalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Willi Polte, in Nashville. Bei diesem Besuch gab es mit der Organisation "Sister Cities Nashville" erstmals Gespräche über eine mögliche Partnerschaft.

Am 11. April 2002 hatte der Magdeburger Stadtrat mit einem Beschluss den Oberbürgermeister beauftragt, mit Nashville Verhandlungen aufzunehmen, die als Ziel die Gründung einer Städtepartnerschaft haben. Das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum Magdeburg war vom Stadtrat gebeten worden, die Fortsetzung der Kontakte zur Gründung einer Städtepartnerschaft zu begleiten.

Eine Woche später veranstalteten die Landeshauptstadt Magdeburg und das Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum Magdeburg den Workshop "Magdeburg - Nashville". Im Mittelpunkt stand die Vorstellung der Stadt Nashville und des US-Bundesstaates Tennessee. Außerdem wurde über die Bedeutung und Praxis von deutsch-amerikanischen Städtepartnerschaften gesprochen. Zu den Gästen der Veranstaltung zählte unter anderem der Generalkonsul des amerikanischen Konsulates in Frankfurt/Main, Edward B. O` Donnell.

Am 30. Mai 2002 empfing Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper im Rathaus eine Delegation aus Nashville. Die fünf Delegationsteilnehmer, zu denen auch der Präsident der Organisation "Sister Cities Nashville", Douglas Berry, gehörte, nahmen auf Einladung des Deutsch-Amerikanischen Dialogzentrums an der Deutsch-Amerikanischen Wirtschaftskonferenz "Ausbau und Förderung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Sachsen-Anhalt und den USA" teil. Darüber hinaus führten sie mit Vertretern Magdeburger Schulen konstruktive Gespräche über einen Schüleraustausch zwischen beiden Städten.

Nashville

Nashville ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee. Sie liegt am Ufer des Cumberland River im Zentrum des Staates Tennessee und hat etwa 488.000 Einwohner. In der Stadt befinden sich mit der Vanderbilt University (rund 6.000 Studenten), der Middle Tennessee State University (etwa 17.000 Studenten) und der Tennessee State University (ca. 7.300 Studenten) drei Universitäten. Nashville wird meist als "Music City USA" oder als die "Welthauptstadt der Country Western Musik" bezeichnet. So wurde der "Nashville Sound" vor Jahrzehnten zum Schlagwort für die vielfältige Musik aus den Aufnahmestudios der Stadt.

Erste Adresse für Besucher ist der Vergnügungspark Opryland, in dem an jedem Wochenende eine berühmte Country-Radiosendung ausgestrahlt wird. Ebenso beliebt ist die "Music Row", ein Straßenzug in der Innenstadt, in dem es zahlreiche Platten- und Souvenirläden gibt.

Ein weiterer Anziehungspunkt in Nashville ist die "Country Music Hall of Fame", ein Musik-Museum mit 3.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Gezeigt werden Plakate, Gitarren, Fotos und Schallplatten aus allen Epochen der Country Music. Auch der Cadillac von Elvis Presley mit einem Lack aus Gold und Perlmutt kann in der "Country Music Hall of Fame" bewundert werden.

In Nashville gibt es auch eine Vielzahl von Galerien. Kunstliebhaber können sich beispielsweise eine Nachbildung des griechischen Parthenon oder eine Bildersammlung von Meistern des 20. Jahrhunderts in der Van Vechten Art Gallery ansehen. Außerdem hat Nashville ein Automobilmuseum, ein Spielzeugmuseum sowie mehrere Parks und Kirchen.

Tennessee

Der US-Bundesstaat Tennessee hat eine Fläche von etwa 122.000 Quadratkilometern. Mehr als die Hälfte des Staates ist bewaldet. Große Teile sind zu Staats- und Nationalparks, Tierreservaten, Wald- und Wildnisschutzgebieten erklärt worden. Rauhe Berge, dichte Wälder sowie wundervolle Seen und Flüsse bieten sich für viele sportliche Betätigungen in der freien Natur an. Im Jahr 2000 lebten in Tennessee rund 5,7 Millionen Menschen. Tennessee ist einer der Bundesstaaten, die den Norden und den Süden der USA verbinden. Der Staat grenzt im Norden an Kentucky und Virginia, im Süden an die Staaten Mississippi, Alabama und Georgia, im Osten an North Carolina und im Westen an Arkansas und Missouri. Der Mississippi bildet einen Teil der Westgrenze. Im Osten des Staates befindet sich ein Teil der Apalachen mit dem "Great Smokey Mountains National Park".

Magdeburger Städtepartnerschaften

Bis 1996 hatte Magdeburg Partnerschaftsverträge mit insgesamt zehn Städten aus Europa, Asien und Afrika. Dazu gehörten Donezk (Ukraine, seit 1962), Kayes (Mali, seit 1966), Hradec Kralove (Tschechien, seit 1972), Setubal (Portugal, seit 1976), Sarajevo (Bosnien-Herzegowina, seit 1977), Liege (Belgien, seit 1978), Valencia (Spanien, seit 1981), Turin (Italien, seit 1983), Nagasaki (Japan, seit 1987) und Braunschweig (BRD, seit 1987).

Am 4. Juli 1996 beschloss der Magdeburger Stadtrat die Beendigung dieser Städtepartnerschaften. Ausgenommen von dem Beschluss waren die Partnerschaften mit Braunschweig und Sarajevo.

Städtepartnerschaft mit Braunschweig

Die Städtepartnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der Stadt Braunschweig wurde am 8. Dezember 1987 in Magdeburg unterzeichnet. Weil die Begründung dieser Partnerschaft unter anderen politischen Vorzeichen erfolgte, waren die Gestaltungsmöglichkeiten - nicht zuletzt wegen der eingeschränkten Reisefreiheit - in den ersten zwei Jahren sehr begrenzt. Dennoch fiel mit der Partnerschaft zweier Städte in Ost und West etwas Licht durch den Eisernen Vorhang.

Nach der Wiedervereinigung waren Braunschweiger die ersten, die in Magdeburg halfen, wieder eine kommunale Selbstverwaltung aufzubauen. Viele Braunschweiger Verwaltungsfachleute wechselten - nicht nur beruflich - in die Elbestadt. Von Braunschweiger Unternehmen und Firmen kam vielfache Unterstützung beim Aufbau marktwirtschaftlicher Strukturen in Magdeburg.

Am 8. Dezember 1992 wurde die "Ehe" mit Braunschweig erneuert: Die Oberbürgermeister beider Städte unterzeichneten die "Städtepartnerschaftliche Vereinbarung zwischen der Stadt Magdeburg und der Stadt Braunschweig". In den folgenden Jahren entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen und Verbindungen, die nach wie vor gepflegt werden. Neben den zahlreichen offiziellen Kontakten seien hier vor allem die gemeinsamen Aktivitäten zwischen den beiden Universitäten sowie von Vereinen, Gymnasien, Kulturschaffenden, Künstlern, Kirchen und Senioren genannt.

Eine Bereicherung für die Beziehungen sind auch Veranstaltungen wie das jährliche Braunschweig Classix Festival, zu dessen Konzertorten auch die Elbestadt gehört. Darüber hinaus sind in den vergangenen 13 Jahren auch viele private Freundschaften zwischen Familien beider Städte entstanden, die zu einem gegenseitigen Kennenlernen der jeweils anderen Stadt maßgeblich beitragen.

Im vergangenen Jahr feierten Magdeburg und Braunschweig das 15-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Aus diesem Anlass schenkte Magdeburg seiner Partnerstadt ein Halbkugelpaar, dass am 9. und 10. Mai dieses Jahres von den Jugendkunstschulen beider Städte in Braunschweig partnerschaftlich gestaltet wird. Dazu sind am morgigen Donnerstag Schüler aus Braunschweig zu einem Kurzbesuch in der Elbestadt. Sie besichtigen die im Stadtgebiet aufgestellten Halbkugeln und beraten anschließend mit Magdeburger Schülern in der Jugendkunstschule "Haus KLE" mögliche Gestaltungsvarianten für das Halbkugelpaar. Außerdem wurde im Stadtportal unter Magdeburg.de zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft ein Gewinnspiel gestartet, an dem man noch bis Freitag, 28. Februar 2003, mitmachen und sein Wissen über die Städte Magdeburg und Braunschweig testen kann. Unter den Teilnehmern, die alle Fragen richtig beantwortet haben, werden Souvenirs aus Magdeburg und Braunschweig verlost.

Städtepartnerschaft mit Sarajevo

Die Städtepartnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der Stadt Sarajevo in Bosnien-Herzegowina besteht seit 1977. Im Rahmen der Partnerschaft waren 1996 zwei Hilfstransporte für das vom Krieg zerstörte Sarajevo organisiert worden. Die Landeshauptstadt Magdeburg unterstützte die Aktionen mit medizinischen Geräten, Möbeln, Bettwäsche, Geschirr, Decken, Zelten und weiteren Sachspenden. 1998 beteiligte sich Magdeburg mit Sportgeräten und Möbeln im Wert von rund 11.000 Euro an einem Hilfstransport für eine Behindertenschule und für ein Kinderheim in Sarajevo.

Im November 1998 unterzeichneten in Magdeburg die damaligen Oberbürgermeister beider Städte, Dr. Willi Polte und Prof. Dr. Rasim Gacanovic, eine gemeinsame Erklärung, mit der die seit 1977 bestehende Partnerschaft weiter gefestigt wurde. Wenige Monate später, im Sommer 1999, konnten Kinder einer bosnischen Behindertenschule mit Hilfe der Landeshauptstadt Magdeburg ihre Ferien an der deutschen Ostseeküste verbringen.

Im Januar 2002 war eine Delegation aus Sarajevo zu Gast in Magdeburg. Zu den Teilnehmern gehörten Sarajevos Oberbürgermeister Prof. Dr. Muhidin Hamamdzic, die Vorsitzende des Stadtrates von Sarajevo, Prof. Dr. Mira Jadric-Winterhalter, sowie der Stellvertreter des Oberbürgermeisters für Wirtschaftsangelegenheiten, Kemal Bajramovic. Die drei bosnischen Kommunalpolitiker folgen einer Einladung von Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

Bei dem Besuch vereinbarten beide Seiten, die Kontakte zwischen den Partnerstädten künftig nicht auf die politische Ebene zu beschränken, sondern auf Vereine, Institutionen und Verbände auszudehnen und Begegnungen zwischen den Menschen zu ermöglichen. Dazu unterbreiteten beide Städte zahlreiche Vorschläge, die unter anderem die Vertiefung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kontakte sowie einen Kulturaustausch und Schulpartnerschaften vorsehen. Während ihres Aufenthalts trugen sich die bosnischen Kommunalpolitiker auch in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein und besuchten Sehenswürdigkeiten sowie kommunale Einrichtungen.


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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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