Die Landeshauptstadt Magdeburg beteiligt sich auch in diesem Jahr am bundesweiten Wettbewerb zur Landschaftsentwicklung und Freiflächengestaltung "Unsere Stadt blüht auf". Zur Bewertung der Magdeburger Wettbewerbsbeiträge wird eine Jury mit Persönlichkeiten aus der Stadt- und Landschaftsplanung sowie aus den Bereichen Tourismus und Gartenbau am kommenden Montag in die Elbestadt reisen. Im vergangenen Jahr hat Magdeburg bei dem vom Komitee "Entente Florale Deutschland" ausgeschriebenen Wettbewerb eine Goldmedaille gewonnen.
"Mit unserer Teilnahme wollen wir den Erfolg vom letzten Jahr untermauern und der Jury erneut zeigen, dass Magdeburg als grüne und naturnahe Stadt viele Facetten hat", so der Leiter des Stadtplanungsamtes Dr. Eckhart Peters. "Natürlich stellen wir den Juroren in diesem Jahr andere Wettbewerbsbeiträge als 2002 vor. Mit unseren rund 1.400 Hektar umfassenden öffentlichen Grünflächen haben wir dafür beste Voraussetzungen."
Die Konkurrenz ist 2003 größer als im Vorjahr. Während sich im vergangenen Jahr 17 Kommunen der Jury stellten, nehmen in diesem Jahr 31 Städte und Gemeinden an dem Wettbewerb teil. Bis Mitte Juli besucht die Jury alle teilnehmenden Kommunen, um auf der Grundlage eines Kriterienkataloges Punkte zu vergeben, die einen Vergleich der Städte untereinander ermöglichen.
Die Juroren bewerten neben dem öffentlichen Bereich wie Grünflächen, Straßenbegleitgrün sowie Park- und Freizeitanlagen auch den privaten Bereich wie die Fassadenbegrünung sowie Haus- und Vorgärten. Im gewerblichen Bereich wird das Engagement von Vereinen, Interessenverbänden und der Wirtschaft beurteilt. Weitere Punkte kann eine Kommune für besondere Projekte im Natur- und Umweltschutz erhalten. Die Siegerstadt - im vergangenen Jahr war es Bad Säckingen - vertritt die Bundesrepublik Deutschland 2004 beim Europawettbewerb "Entente Florale".
In Magdeburg sind die Jurymitglieder am 30. Juni und 1. Juli zu Gast. Während einer jeweils halbtägigen Tour präsentieren Mitarbeiter mehrerer städtischer Ämter, des Magdeburger Stadtgartenbetriebes und der Magdeburg Marketing, Kongress und Tourismus GmbH (MMKT) die Elbestadt von ihrer grünsten und schönsten Seite. "In unserer Bewerbung haben wir verschiedene Schwerpunktthemen genannt, die wir der aus acht Personen bestehenden Jury an konkreten Beispielen erläutern wollen", so Dr. Eckhart Peters, dessen Amt, die Teilnahme der Landeshauptstadt maßgeblich vorbereitet hat.
Nach ihrer Anreise am 30. Juni wird die Jury zunächst im Rathaus von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfangen. Anschließend besteigt sie den Turm der Johanniskirche, um eine Gesamtansicht der grünen Stadt am Strom zu bekommen. Von dort führt die Strecke zu den drei Stationen Petriförder, Möllenvogteigarten und Klosterbergegarten, wo Stadt und MMKT unter anderem die Beteiligung Magdeburgs an den touristischen Landesthemen "Blaues Band", "Straße der Romanik" und "Gartenträume" vorstellen. Nach einer Visite der neu gestalteten Freifläche an der Elbuferpromenade in Buckau endet der erste Besuchstag der Jury im "Mückenwirt". Hier werden Planungskonsequenzen aus der Elbflut 2002 diskutiert sowie die Ausstellung "Grüne Stadt im Strom der Zeit" gezeigt.
Der zweite Tag beginnt mit einem Besuch der Glacisanlagen. "Hier wollen wir der Jury unser Projekt 'Der grüne Ring' vorstellen", macht Dr. Eckhart Peters auf eine wichtige Station der Tour aufmerksam. "Der Ring ist ein die Innenstadt umschließendes Grünflächen- und Straßensystem, zu dem neben den Glacisanlagen unter anderem auch der Klosterbergegarten, der Fürstenwall und der Hohepfortewall mit der Kaserne Mark gehören." Im Anschluss fahren die Juroren zum Westfriedhof und weiter über den Europaring und den Bördegarten in das Neustädter Feld. Dort steht die Umsetzung des Förderprogramms "Die soziale Stadt" sowie die Beteiligung von Bürgern an Stadtteilprojekten im Mittelpunkt der Präsentation. Vom Neustädter Feld geht es weiter nach Rothensee, wo Mitarbeiter des Amtes für Baurecht und des Entwicklungsträgers KGE Kommunalgrund zunächst die Grünplanung in Gewerbegebieten vorstellen. Im Anschluss wird auf dem Südgelände der früheren Großgaserei die Sanierung der Teerseen und die Rekultivierung belasteter Industriebrachen erläutert.
Nach einem Besuch des Herrenkruges, bei dem die Beseitigung der Hochwasserschäden Kernthema ist, fährt die Jury am Mittag in einer historischen Straßenbahn zurück in die Innenstadt.
"Mit den von uns ausgewählten Stationen wollen wir auch in diesem Jahr von den Juroren in allen Bereichen des Kriterienkataolges möglichst viele Punkte erhalten, um bei der Endauswertung ganz vorn dabei zu sein", formuliert der Stadtplanungsamtsleiter das Ziel der Teilnahme. Die Siegerstadt wird im September bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr hat Magdeburg bei diesem Wettbewerb eine Goldmedaille gewonnen. In der Begründung der Jury zur Preisverleihung hieß es unter anderem:
"Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und BUGA-Stadt 1999 hat sich der Jury sehr eindrucksvoll als Stadt gärtnerischer Traditionen und neuer Gartenkultur präsentiert, die durch das Engagement der Stadtverwaltung, der Vereine, Gewerbetreibenden und zahlreicher Bürger weiter planmäßig entwickelt wird. Solche Projekte wie 'Kulturlandschaftlicher Erlebnispfad Elbaue' oder 'Mein Baum für Magdeburg', die vorbildliche Gestaltung des Pechauer Platzes, die historische Gestaltung der Hegelstraße wie die planmäßige Gestaltung des 'Grünen Gürtels' mit seinen historischen Parks sind Ausdruck dieses Engagements."
Hintergrundinformationen zu den Grünflächen in Magdeburg
In Magdeburg gibt es derzeit rund 1.400 Hektar öffentliche Grünanlagen. Das sind etwa 6,7 Prozent der gesamten Stadtfläche. Weitere 123 Hektar nehmen die Flächen der Friedhöfe ein. Die etwa 17.000 Kleingärten in der Elbestadt haben eine Gesamtfläche von 981 Hektar. Seit 1990 wurden in der Elbestadt rund 32.000 neue Bäume und Großsträucher gepflanzt. Auf dem gesamten Magdeburger Territorium gibt es momentan rund 3.200 Hektar Grünflächen.
Hintergrundinformationen zum Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf"
Mit dem Wettbewerb "Unsere Stadt blüht auf" möchte die Förderungsgesellschaft für Gartenbau "Entente Florale Deutschland" die nachhaltige Stadtbegrünung fördern und damit mehr Lebensqualität im öffentlichen, privaten und gewerblichen Bereich schaffen. Weitere Ziele sind die Gestaltung sowie der Erhalt l(i)ebenswerter Städte und Gemeinden, der Schutz von Natur und Umwelt im besiedelten Raum, die Förderung von Handel und Gewerbe durch die Schaffung von vielfältigen, lebendigen Innenstädten und die Unterstützung des Engagements von Bürgern und Bürgergruppen.
An dem Wettbewerb beteiligen sich in diesem Jahr neben Magdeburg folgende Städte und Gemeinden: Bietigheim-Bissingen, Langenargen, Muggensturm, Pforzheim, Pfullendorf, Weinstadt (alle Baden-Württemberg), Bad Kissingen, Wunsiedel (alle Bayern), Fürstenwalde, Schöneiche bei Berlin, Werder/Havel (alle Brandenburg), Büdingen, Karben, Limburg, Rüsselsheim (alle Hessen), Eggesin (Mecklenburg-Vorpommern), Hude, Melle, Westerstede (alle Niedersachsen), Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen), Bad Dürkheim, Kirchheimbolanden, Ludwigshafen (alle Rheinland-Pfalz), Holzweißig, Querfurt (alle Sachsen-Anhalt) sowie Arnstadt, Bad Langensalza, Erfurt, Ilmenau und Suhl (alle Thüringen). Der Wettbewerb fand erstmals im Jahr 2001 statt und wird jährlich neu ausgeschrieben.
Zum Komitee "Entente Florale Deutschland" gehören der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Deutsche Tourismusverband. Mitglieder der vom Komitee eingesetzten Jury sind Persönlichkeiten aus der Stadt- und Landschaftsplanung sowie aus den Bereichen Tourismus und Gartenbau.
Die Jury kann bei der Bewertung einer teilnehmenden Stadt maximal 100 Punkte vergeben. Während im öffentlichen Bereich höchstens 35 Punkte und im privaten Bereich 25 Punkte möglich sind, liegt die maximale Punktzahl im gewerblichen Bereich und bei den besonderen Projekten aus dem Natur- und Umweltschutz bei jeweils 20. Für insgesamt 90 bis 100 Punkte verleihen die Juroren eine Goldmedaille, für 80 bis 89 Punkte eine Silbermedaille und für 70 bis 79 Punkte eine Bronzemedaille. Außerdem werden, unabhängig von der erreichten Punktzahl, Sonderpreise vergeben.
Bei Rückfragen: Burkhard Wrede-Pummerer, Stadtplanungsamt, Tel.: 0391/5 40 53 20