Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 27. Juni 2003

Empfang und Goldenes Buch für Johanniter-Präsident

Bundeswettkampf der Johanniter in Magdeburg

Magdeburg.

Magdeburgs Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Werner Kaleschky, hat heute im Auftrag des Oberbürgermeisters den Bundesvorstand und Mitglieder von Landesvorständen der Johanniter-Unfallhilfe im Rathaus empfangen. Während des Empfangs trug sich der Bundespräsident der Johanniter-Unfallhilfe, Hans-Peter von Kirchbach, in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein.

Anlass für den Besuch in der Elbestadt ist der alljährliche Bundeswettkampf der Johanniter, der in diesem Jahr im Magdeburger Elbauenpark stattfindet. Die Wettkämpfe werden am Samstag früh (9.15 Uhr) durch Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eröffnet und dauern bis zum Sonntag an.

 

Hintergrund:

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) gehört mit 8.300 Arbeitnehmern und 20.000 Ehrenamtlichen zu den leistungsfähigsten Hilfsorganisationen in Deutschland. Mit über 200 Regional-, Kreis- und Ortsverbänden sind die Johanniter flächendeckend im gesamten Bundesgebiet aktiv. Die JUH wurde 1952 vom evangelischen Johanniterorden gegründet und ist als Fachverband dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angeschlossen. Aufgaben der JUH sind Rettungsdienst, Krankentransport, Ausbildung in der Ersten Hilfe, Jugendarbeit und Arbeit mit Kindern, Behinderten- und Altenbetreuung, ambulante Krankenpflege sowie Hausnotruf und Essen auf Rädern. Als freiwillige Hilfsgesellschaft im Sinne der Genfer Konvention engagiert sich die JUH außerdem weltweit bei internationalen Hilfsprojekten und Nothilfe-Einsätzen. Zentrale Aufgaben sind dabei: medizinische Aus- und Fortbildung, der Aufbau von Gesundheitsdiensten, die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Seuchen sowie orthopädische Hilfe für Behinderte und Kriegsverletzte und die Bekämpfung der Landminenproblematik.

Johanniter in Magdeburg

Albrecht der Bär, der erste Markgraf von Brandenburg, der in Ballenstedt, einer kleinen Stadt am Harz, begraben liegt, hatte die Johanniter bei einer Wallfahrt nach Jerusalem kennen gelernt und forderte sie auf, in die Mark Brandenburg zu kommen und ihre segensreiche Tätigkeit hier ebenso zu entfalten. Er brachte auch gleich einige Johanniter aus dem heiligen Land mit zurück und schenkte ihnen 1160 die Kirche in Werben und einen kleinen Besitz, die Kommende Werben. Werben liegt ca. 60 km nördlich von Magdeburg und die später erweiterte, wunderschöne Kirche steht auch heute noch.

Im Gebiet der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft, im Lande Sachsen-Anhalt, liegen also die Wurzeln des deutschen Johanniterordens. In der Wendezeit, im Frühjahr 1990, machte die Johanniter-Unfall-Hilfe in der Stadt Magdeburg erstmals von sich reden. Sie kam aus Niedersachsen, speziell vom damaligen Stadtverband Hannover. Sie war es auch, die im engen Zusammenwirken mit der einzigen am Ort tätigen Hilfsorganisation, dem DRK und der im Umbruch befindlichen Stadtverwaltung sowie in Partnerschaft mit der Leitung der Medizinischen Akademie den Rettungsdienst am Ort grundlegend umgestalteten. Die Johanniter brachten neben der neueren veränderten Technik auch das Know-how in Form der Einführung des Rendezvous-Systems im Rettungsdienst mit in die Stadt.

Die erste "Dienststelle" befand sich damals auf dem Gelände der Medizinischen Akademie und bestand aus einem geliehenen Wohnwagen mit Vorzelt. Die Basis der Mitarbeiterschaft bildeten ca. 10 Zivildienstleistende, die wegen fehlender Voraussetzungen noch in Niedersachsen ausgebildet werden mussten. Seit dieser Zeit haben die Johanniter in der Stadt Magdeburg, aber auch im Umland eine rasante Entwicklung genommen. Neben den Belangen des Rettungsdienstes wurden verstärkt auch Aktivitäten in den Sozialen Diensten, in der Arbeit mit Jugendlichen, im Katastrophenschutz, in der Ausbildung und der Auslandshilfe entwickelt.

Mittlerweile bildet die Dienststelle in Magdeburg im nördlichen Bereich von Sachsen-Anhalt die Basis für die Verwaltung von 3 Kreisverbänden mit:

w 13 Rettungswachen mit 1 RHS (Christoph 36), 10 RTW, 4 NEF und 5 KTW

w 4 Betreuungszentren/Sozialstationen

w 8 Kindertagesstätten

w 4 Ausbildungsbereichen

w 3 Katastrophenschutzeinheiten.

Gegenwärtig sind im Zuständigkeitsbereich über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich beschäftigt und ca. 15.000 Fördermitglieder unterstützen die Arbeit mit ihren Spenden.

 

 

 

Hans-Peter v. Kirchbach ist seit November 2001 Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, die mit 8.300 Arbeitnehmern, 20.000 ehrenamtlich Engagierten und 1,3 Millionen Fördermitgliedern zu den größten sozialen Dienstleistern in Deutschland zählt. Die Rolle einer christlichen Hilfsorganisation in der modernen Gesellschaft definiert er folgendermaßen: "Die Menschenwürde und ihr Erhalt vom Anfang des Lebens bis zu seinem Ende ist wichtigster Bezugspunkt unserer Kultur des Helfens und Mittelpunkt unserer Arbeit." Hans-Peter v. Kirchbach, der seit früher Jugend der Pfadfinderbewegung angehört, hat es sich zur Aufgabe gemacht, insbesondere die Jugendarbeit innerhalb der JUH zu stärken: "Es geht darum, jungen Leuten Perspektiven zu eröffnen. Das heißt, auch zu zeigen, dass es in diesem Leben weit mehr gibt als Geld verdienen, für dass es sich zu leben lohnt. Es ist die Sache des Helfens, die auch dazu beitragen kann, selbst ein besseres und zufriedeneres Leben zu führen."

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, wurde in der deutschen Öffentlichkeit besonders durch seinen beherzten Kampf gegen das Oderhochwasser im Sommer 1997 bekannt. Er leitete den Einsatz von 30.000 Bundeswehrsoldaten, die in unermüdlicher Arbeit das Brechen der Deiche im Oderbruch verhindern konnten. Als Präsident der Johanniter engagiert sich von Kirchbach besonders für eine Verbesserung des Katastrophenschutzes. "Deutschland ist auf die neuen Bedrohungsszenarien, wie sie sich aus den Ereignissen des 11. September 2001 ergeben nicht vorbereitet", so der Johanniter-Präsident. Auf seine Initiative verabschiedeten die Hilfsorganisationen eine gemeinsame Resolution und forderten die Schaffung eines bundeseinheitlichen Zivil- und Katastrophenschutzes. Nach der verheerenden Flutkatastrophe im August vergangenen Jahres berief der sächsische Ministerpräsident Hans-Peter von Kirchbach zum Leiter einer unabhängigen Expertenkommission. Die Vorstellung des Berichtes, der an Kritik nicht sparte und 44 konkrete Verbesserungsvorschläge nennt, stieß auf ein bundesweites Medienecho. Demnach sollte zukünftig bei länderüberschreitenden Katastrophen der Bund ein koordinierende Rolle übernehmen. Besonders angemahnt wurde die Einführung eines einheitlichen digitalen Funknetzes für Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Viele Helfer kamen nicht zum Einsatz während der Jahrhundertflut, weil es an einem verlässlichen Kommunikationskanal fehlte.




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