Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 01. Juli 2003

Kälbchen bei den Yaks im Zoo

Magdeburg.

Ein Zoologischer Garten pflegt im Allgemeinen nicht ausschließlich Wildtiere. Auch Haustiere gehören zum Bestand und sind eine wichtige Gruppe. Sie veranschaulichen die Domestikation, den gezielten züchterischen Einfluss des Menschen zur Nutzbarmachung der Tiere. Haustiere sind mithin ein Kulturgut der Menschheit. Manche Rassen der Haustiere sind heute ebenso vom Aussterben bedroht wie verschiedene Wildtierarten. Die Zoos haben die Aufgabe, diese Rassen möglichst zu erhalten. Die Hausyaks im Zoo Magdeburg sind eine der hier gezeigten Haustierformen. Sie leben auf einer großen Anlage zusammen mit Trampeltieren und Kaschmirziegen, ebenfalls beides Haustierformen. Alle kommen aus dem zentralasiatischen Raum.

Die Wildform des Hausyaks, eben der Yak oder Grunzochse, ist eine Rinderart, die heute wohl ausgestorben ist. Es gibt aus jüngster Zeit keine Berichte mehr über ein Wildvorkommen. Der Hausyak wird hingegen in Gebirgsgegenden als Lasttier, Milch- und Fleischlieferant häufig gezüchtet. Er ist besonders gut an die extremen klimatischen Bedingungen mit Frost und Schnee im Winter, aber auch hohen Temperaturen im Sommer angepasst und verträgt sehr gut die dünne Höhenluft. Auch auf steilen Gebirgspfaden bewegt sich der Yak sicher. Viele Bergsteigerexpeditionen im Himalaya wären ohne die Hilfe der Yaks kaum durchführbar.

Seit vielen Jahren bereits züchtet der Magdeburger Zoo Hausyaks. Heute leben ein sehr stattlicher Bulle von über einer Tonne Gewicht und mit ausladenden Hörnern sowie zwei Kühe hier, die beide bereits 1991 und 1993 in Magdeburg das Licht der Welt erblickten. Der Bulle "Yari" stammt aus dem Zoo Arnhem in Holland. In jedem Jahr bringen die beiden Weibchen hier ein Jungtier zur Welt. Inzwischen sind es jeweils sechs. Und alle die Kälber zogen sie erfolgreich auf. Später wurden die Jungtiere an andere Haltungen abgegeben.

Auch in diesem Jahr gebaren die Kühe "Jeanette" und "Cindy" vor wenigen Tagen und zwar an zwei aufeinander folgenden Tagen wieder Kälber, die sich munter auf der Anlage bewegen - oder auch schlafen, wie es kleine Kinder noch häufiger tun. Das dichte, kräuselig-wollige Haarkleid schützt sie vor extremen Temperaturen, vor Kälte ebenso, wie vor Sonnenglut. Wie nahezu alle neugeborenen Huftiere finden wir Menschen sie besonders niedlich. Sie verkörpern unser angeborenes Kindchenschema in ausgeprägter Form.

Es lohnt sich also, wieder einmal bei den Hausyaks als Besucher vorbeizuschauen.

 




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