Die Landeshauptstadt Magdeburg beteiligt sich am Sonderprogramm der Bundesregierung gegen Jugendarbeitslosigkeit "Jump Plus". Das Programm soll in der Elbestadt bis zu 840 jugendlichen Sozialhilfe- und Arbeitslosenhilfeempfängern zugute kommen und ihnen eine qualifizierte und berufsorientierte Arbeit ermöglichen. Ziel ist es, die Jugendlichen für den ersten Arbeitsmarkt oder für eine Ausbildung fit zu machen. Die ersten rund 100 Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren werden am morgigen Freitag ihre Arbeit aufnehmen.
Sie erhalten für den Zeitraum von sechs Monaten einen Arbeitsvertrag mit den städtischen Beschäftigungsgesellschaften AQB und GISE für 30 Stunden pro Woche und werden vor allem gemeinnützige Tätigkeiten in städtischen Einrichtungen wie beispielsweise in Pflegeheimen, Jugendklubs und im Grünflächenbereich ausführen. Die Entlohnung erfolgt nach den entsprechenden Tarifverträgen der beiden Gesellschaften. Im Anschluss an die befristete Beschäftigung sollen gemeinsam mit dem Arbeitsamt den Jugendlichen berufliche Perspektiven eröffnet werden, damit sie dauerhaft ein selbstbestimmtes Leben ohne Sozialhilfe führen können.
Die Bundesanstalt für Arbeit fördert die Umsetzung des Programms "Jump Plus" in Magdeburg mit 2,268 Millionen Euro. Weitere 2,835 Millionen Euro kommen als Komplementärfinanzierung aus dem Europäischen Sozialfond. Die Stadt trägt keine Kosten.
Um betroffene Jugendliche auf das Programm hinzuweisen, hat das Sozial- und Wohnungsamt alle entsprechenden Magdeburger Sozialhilfeempfänger angeschrieben. Die städtischen Beschäftigungsgesellschaften AQB und GISE haben vor wenigen Tagen erste Gespräche mit Interessenten geführt und Einzelheiten zum Arbeitsvertrag und zu den geplanten Tätigkeiten erläutert.
Jugendliche, die das Beschäftigungsangebot nicht in Anspruch nehmen, werden zunächst nochmals vom Sozial- und Wohnungsamt kontaktiert und erneut auf die beruflichen Einstiegsmöglichen des Programms hingewiesen. Wer das Angebot weiterhin ablehnt, muss mit einer stufenweisen Kürzung und später mit einer kompletten Streichung der Sozialhilfe rechnen.
Junge Magdeburger im Alter bis zu 25 Jahren, die in das Sonderprogramm aufgenommen werden möchten, können sich ab sofort im Sozial- und Wohnungsamt, Dr.-Grosz-Straße 1, Tel.: 0391/5 40 39 04 oder im Jobcenter für Jugendliche "MoZArT" in der Ernst-Reuter-Allee 39 (City Carrè), Tel.: 0391/2 57 16 53 melden.
Hintergrundinformationen
Mit dem rund 300 Millionen Euro teuren Sonderprogramm "Jump Plus" will die Bundesregierung in ganz Deutschland 100.000 arbeitslosen Jugendlichen bis Ende 2004 zu Beschäftigung und Qualifizierung verhelfen. Das vom Bundeskabinett am 28. Mai 2003 beschlossene Sonderprogramm knüpft an das Sofortprogramm "Jugend mit Perspektive - Jump" an, das 1999 mit dem gleichen Ziel startete und noch bis Ende 2003 läuft. Die vom Bund bereitgestellten finanziellen Mittel werden von den Arbeitsämtern ausgezahlt. Die teilnehmenden Kommunen sind für die Initiierung der Maßnahmen verantwortlich.
In Magdeburg waren im Juni dieses Jahres 2.387 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit. Das entspricht einer Quote von 15,7 Prozent. 299 arbeitslose Jugendliche sind jünger als 20 Jahre.
Bei Rückfragen: Siegrid Rosam, Sozial- und Wohnungsamt, Tel.: 0391/5 40 39 20