Leer - 18. September 2003. Den Welt-Alzheimertag am 21. September nehmen die Verantwortlichen im Landkreis Leer zum Anlass, sich auch in dieser Hinsicht verstärkt um die in Zukunft immer wichtiger werdende Aufgaben an alten Menschen zu kümmern. „Unser Ziel ist es, ein ausreichendes Angebot zur Hilfe für altersverwirrte Menschen und deren Angehörige zu schaffen und professionelle Hilfeanbieter in ihrer Arbeit zu unterstützen.“ sagt Landrat Bernhard Bramlage. Er ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Sozialpsychiatrischen Verbundes, der zusammen mit dem Landkreis Leer mit einem Vortrags- und Diskussionsabend am 2. Oktober um 19 Uhr in der Vorburg der Evenburg in Leer-Loga den Auftakt dazu geben will. Dazu laden die Veranstalter öffentlich ein.
„In Zusammenhang mit der Alzheimer Krankheit gibt es inzwischen einen breiten Erfahrungsschatz aus dem pflegerischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Bereich“, erklärt Peter Lücke, Arzt für Neurologie und Psychiatrie im Gesundheitsamt des Landkreises. Für Menschen, die an dieser Krankheit leiden, sei es deshalb nicht mehr unausweichlich, ihren Lebensabend unter ausschließlich fremdbestimmten und mitunter menschenunwürdigen Bedingungen verbringen zu müssen. Es gäbe gute Erfahrungen darüber, wie sich von der Krankheit Betroffene und deren Angehörige zu Beginn der Erkrankung auf ein Leben mit der Alzheimer Krankheit vorbereiten könnten und in welcher Form sie dabei beraten und unterstützt werden müssen.
Zunehmend gäbe es auch Erkenntnisse darüber,wie man auch zu verwirrten alten Menschen noch eine Beziehung aufbauen könne sowie über fördernde und aktivierende Formen des Umgangs mit ihnen. Dadurch könne es ermöglicht werden, den Betroffenen das Gefühl zu vermitteln, dass sie wertgeschätzt und anerkannt seien und dass sie entsprechend der noch vorhandenen Fähigkeiten ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen könnten. Zusätzlich gäbe es inzwischen Medikamente, die den Verlauf der Alzheimer Krankheit zumindest verlangsamen und verzögern und deren soziale Auswirkungen mildern könnten, so Lücke.
Um diese und ähnliche Fragen werde es in der geplanten Auftaktveranstaltung zunächst gehen, um dann in weiteren Schritten zu konkreten Unterstützungsangeboten zu kommen. Für den 2. Oktober habe man ausgewiesene und kompetente Referenten gewinnen können, heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus. Zunächst wird Dr. med. Hans Gutzmann zum Verlauf der Erkrankung, zu Behandlungsmöglichkeiten und zum Umgang im Alltag mit altersverwirrten Menschen Stellung nehmen. Der Referent ist Chefarzt einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie an einem Berliner Krankenhaus und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie. Er hat sich über viele Jahre mit dem Thema Alzheimer beschäftigt und zahlreiche Beiträge und Bücher dazu veröffentlicht.
Zur „Situation der Angehörigen“ spricht danach Ingrid Fuhrmann von der Deutschen Alzheimergesellschaft. Die Referentin wurde durch eigene Erfahrungen als pflegende Angehörige Gründungsmitglied der Deutschen Alzheimergesellschaft und hat mit Dr. Gutzmann und anderen das Buch „Abschied vom Ich – Stationen der Alzheimer-Krankheit“ vorgelegt. Abschließend werden "Juristische Probleme bei Altersverwirrtheit" von Rechtsanwalt Jürgen Westermann aus Uplengen beleuchtet. Er hat sich auf das Betreuungsrecht spezialisiert und zu diesem Thema bereits mehrfach Vorträge gehalten.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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