Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Ehrenzimmer der Landeshauptstadt den in Magdeburg geborenen Komponisten und Musiktheoretiker Prof. Dr. Gottfried Michael Koenig empfangen. Während seines Besuches trug sich der im niederländischen Buren lebende 77-Jährige in das Gästebuch der Landeshauptstadt Magdeburg ein. "Damit würdigt die Stadt das langjährige musikalische und wissenschaftliche Wirken des gebürtigen Magdeburgers", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.
Anlass für den Besuch in der Elbestadt ist das vom Magdeburger Musikverein e.V. veranstaltete 3. Magdeburgische Concert, in dessen Rahmen der Komponist am morgigen Samstag um 19:30 Uhr in einem Porträtkonzert im Schinkel-Saal des Gesellschaftshauses Werke für Klavier und Streichinstrumente vorstellt. Interessierte Magdeburger können Gottfried Michael Koenig auch bei einem Podiumsgespräch am morgigen Samstag, 11.10.2003, um 16:00 Uhr im Institut für Musik der Otto-von-Guericke-Universität in der Turmschanzenstraße 25 kennen lernen.
Prof. Gottfried Michael Koenig wurde 1926 in Magdeburg geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Jerichow/Elbe, seine Schulzeit in Braunschweig. Im Alter von 10 Jahren erhielt er zunächst Klavierunterricht, später auch Geigen- und Orgelunterricht. Parallel dazu unternahm er erste Kompositionsübungen. Nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft im Mai 1945 studierte Gottfried Michael König Kirchenmusik in Braunschweig, musisch-technische Gestaltung in Köln, Computertechnik in Bonn sowie Komposition, Klavier, Analyse und Akustik in Detmold.
Von 1954 bis 1964 war er Mitarbeiter am elektronischen Studio des WDR in Köln, wo er auch eigene elektronische Kompositionen realisierte. Gleichzeitig schrieb er instrumentale Werke für Orchester und kammermusikalische Besetzungen. Er bekam intensiven Kontakt mit Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, György Ligeti und Mauricio Kagel. Von 1964 bis 1986 arbeitete Gottfried Michael Koenig am Institut für Sonologie der Universität Utrecht, meist als dessen Direktor und Vorsitzender.
Die philosophische Fakultät der Universität des Saarlandes verlieh ihm 2002 die Ehrendoktorwürde. Im Wintersemester 2002/2003 war er Gastprofessor für Computermusik an der Technischen Universität Berlin. Der Komponist entwickelte mehrere Computerprogramme zur Bearbeitung musikalischer Strukturvarianten und publizierte zahlreiche Bücher und Schriften.