Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 04. Februar 2004

Aktuelle Debatte zur Hochschulpolitik im Stadtrat/OB Dr. Trümper:

"Hochschulen im Land müssen gestärkt werden!"

Magdeburgs Stadtrat wird seine Sitzung am Donnerstag mit einer aktuellen Debatte zum Thema "Hochschulpolitik des Landes Sachsen-Anhalt - Auswirkungen auf den Universitäts- und Hochschulstandort Magdeburg" beginnen. Auch in Halle werden sich die Kommunalpolitiker am gleichen Tag in einer Sondersitzung des Stadtrates dem Thema widmen.

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat den Kultusminister Sachsen-Anhalts Prof. Jan-Hendrik Olbertz, die Rektoren der Otto-von-Guericke-Universität und der Fachhochschule Magdeburg-Stendal sowie die Landräte der umliegenden Landkreise zur aktuellen Debatte eingeladen. "Die Hochschulen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Landeshauptstadt, und von den geplanten Einsparungen, Strukturveränderungen und der Schließung von Studiengängen wird die Region unmittelbar betroffen sein", erklärt das Stadtoberhaupt. "Magdeburg hat sich nach der Fusion der drei Hochschulen zur Universität Otto-von-Guericke und mit dem Neuaufbau einer Fachhochschule als Bildungs- und Forschungsstandort profiliert, der überregional, teilweise international, Anerkennung genießt. Dieser Standortvorteil darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden."

OB Trümper fürchtet vor allem den Verlust von Arbeitsplätzen und Einschnitte in die soziale und kulturelle Infrastruktur der Stadt. Die beiden Hochschulen sind mit ca. 1.600 direkt Beschäftigten neben der Landes- und der Stadtverwaltung die größten Arbeitgeber der Stadt. Darüber hinaus gehören die Hochschulen zu den größten öffentlichen Auftraggebern und sind in vielfältiger Weise mit den Unternehmen in der Region verwoben.

"Als Rückschritt struktureller Art empfinde ich die geplante Umsetzung ganzer Studiengänge an andere Orte." Dafür nennt das Stadtoberhaupt Beispiele:

  • "Veranstaltungen des Musikinstitutes und der geisteswissenschaftlichen Fakultät sind eine feste Größe im Magdeburger Kulturkalender. Sie werden wegen ihrer hohen Qualität auch über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt
  • unser Telemann-Konservatorium verliert hochqualifizierte Lehrkräfte, wenn das Musikinstitut aufgegeben wird

  • mit den Fachbereichen Gesundheits- und Sozialwesen und Bauwesen der Fachhochschule sind intensive Kooperationen entstanden. Viele soziale und städtebauliche Projekte in der Stadt basieren darauf. Sie sterben, wenn die Fachbereiche ganz oder teilweise verlagert werden."

Die Stadt Magdeburg hat die Entwicklung beider Hochschulen mit ihren Möglichkeiten begleitet und gefördert; und sie wird es auch weiterhin tun. "Aber der Attraktivitätsbonus der Magdeburger Hochschulen geht verloren, wenn zahlreiche geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer gar nicht mehr angeboten werden", fürchtet OB Dr. Trümper um die Folgen der geplanten Strukturveränderungen.

"Das hat auch demographische Konsequenzen: Nur bei den 18- bis 24jährigen haben die großen Städte demographische Zuwächse. Statt Studienangebote zu kürzen, müssen wir überlegen, wie wir noch mehr junge, kreative Leute ins Land holen und nach dem Studium im Land halten können." 15.000 Studenten gibt es in Magdeburg. Ihre Zahl wird schwinden, wenn mit den Studienangeboten die Attraktivität der Hochschulen sinkt. "Verlierer ist nicht nur Magdeburg. Verlierer ist ganz Sachsen-Anhalt, denn es ist ein Trugschluss zu glauben, die Studierenden folgten den Fachbereichen."

Trotzdem setzt Magdeburg weiterhin auf seine Attraktivität als Hochschulstadt und einen gewinnbringenden Wissens- und Nachwuchstransfer in die Region. OB Dr. Trümper: "Ich fordere die Landesregierung und insbesondere den Kultusminister auf, diese Standortvorteile nicht zu opfern, sondern zu stärken und die weitere Profilierung der Hochschulen zu fördern."




[Drucken]


Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: www.magdeburg.de

Die Pressestelle "Landeshauptstadt Magdeburg" ist Mitglied bei presse-service.de [http://www.presse-service.de/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de