Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 17. Februar 2004

"Magdeburg ist für künftige Hochwasser gut gewappnet!"

Parallel zur Beseitigung der Flutschäden rüstet der Katastrophenschutz auf.

Magdeburg.

Der Elbe-Pegel ist in den zurück liegenden Wochen wieder deutlich angestiegen. Im städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz bleibt man dennoch gelassen: "Die erste Welle hat Magdeburg passiert, zur Zeit fällt der Pegel wieder leicht. Bislang geht von der Elbe keine Gefahr aus und für ein eventuelles Frühjahrshochwasser sind wir gut gerüstet", schätzt Holger Platz, der als Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung auch den Katastrophenschutz verantwortet, ein.

Nach dem Jahrhundert-Hochwasser im August 2002 galt die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen bei Stadt und Landesbetrieb für Hochwasserschutz vor allem der Reparatur von Deichen und Hochwasserschutzanlagen. "Nachdem die Schäden im Herrenkrug und im Bereich Prester beseitigt sind, entsprechen die Deiche im gesamten Stadtgebiet wieder den Anforderungen des Hochwasserschutzes", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

Im Herrenkrug wurde der gebrochene Deich nicht nur repariert, sondern zugleich erhöht, so dass er künftig höheren Wasserständen stand hält. Um die Widerstandsfähigkeit der Deiche im ostelbischen Stadtgebiet zu erhöhen, wurde auf einer Länge von sieben Kilometern (zwischen Randau und Seestraße) eine Rammkernverspundung eingebaut. Auch der Dammbruch im Bereich des Salbker Sees ist inzwischen geschlossen. "Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz, der für die Instandhaltung bzw. Reparatur der Deiche zuständig ist, wird den Ausbau der Deiche fortsetzen", weiß OB Trümper. "Bis 2010 will das Land entsprechend seiner Hochwasserschutzkonzeption alle Deiche und auch die parallel dazu verlaufenden Deichverteidigungswege DIN-gerecht ausbauen. Damit ist Magdeburg künftig noch besser gegen Hochwasser geschützt."

 

 

 

Für künftige Hochwasser hat sich die Stadt auch sonst gut gerüstet: Die unmittelbar nach dem August-Hochwasser 2002 gebildete Wasserwehr hat ihre Feuertaufe bereits im Januar 2003 bestanden. Inzwischen hat die Stadt auch ein Schutzmittellager eingerichtet, wo Materialien und Gerätschaften zur Deichverteidigung im Wert von 680.000 Euro bereit liegen, darunter 1 Million Sandsäcke, 3.500 Big Bags, 140.000 m² Folie und Vlies, 1.000 Besen und Schaufeln, 40 Schubkarren, 1.150 Feldbetten und 280 Wolldecken. Auch eine Sandsackabfüllmaschine hat die Stadt im vergangenen Jahr angeschafft.

Parallel zur Aufrüstung des Katastrophenschutzes werden im gesamten Stadtgebiet die Flutschäden beseitigt. Aus dem Soforthilfe-Programm von Bund und Land Sachsen-Anhalt erhielten Unternehmen aus Magdeburg insgesamt 1.642 Mio. Euro für die Beseitigung von Hochwasser-Schäden.

"Mehr als 12 Mio. Euro hat Magdeburg zudem bis Ende Januar 2004 aus dem Fluthilfe-Programm für die Beseitigung der Hochwasserschäden erhalten", zieht Werner Kaleschky, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Bilanz. Davon sind allein 5,22 Mio. Euro in die Wiederherstellung von Brücken, Straßen und Plätzen sowie Parks und Grünanlagen geflossen. Knapp 3,5 Mio. Euro wurden für die Wiederherstellung der Sportanlagen im Herrenkrug bereit gestellt, rund 2 Mio. Euro flossen in öffentliche Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Sportanlagen.

Rund 915.000 Euro hat der städtische Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg für die Instandsetzung der am stärksten betroffenen Parkanlagen (Herrenkurgpark, Stadtpark, Klosterbergegarten) aus einem Sonderprogramm des Landes für Parkanlagen bereits erhalten. Weitere 727.000 Euro sind aus dem Fluthilfe-Programm beantragt. In den Parkanlagen werden auf der Grundlage der denkmalpflegerischen Zielplanungen vor allem die Wege grundhaft ausgebaut und die Gehölzpflanzungen ergänzt. Im großen Umfang werden Einzelbäume und Blütensträucher neu gepflanzt. Im Stadtpark wird das Einlaufrohr zur Tauben Elbe tiefergelegt und mit der Teilentschlammung der Tauben Elbe begonnen. Ebenso werden die Bootsinsel und der Venustempel saniert. Darüber hinaus will der Eigenbetrieb den westelbischen Radweg dauerhaft fest ausbauen, so dass das nächste Hochwasser keinen Schaden anrichten kann. Zuschüsse in Höhe von 238.000 Euro wurden dafür bereits bewilligt, weitere 273.000 Euro sind in Aussicht gestellt.

Auch die Mittel, die das städtische Amt für Brand- und Katastrophenschutz im Sommer 2002 für die Gefahrenabwehr aufbringen musste, wurden inzwischen vom Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt erstattet - insgesamt knapp 3,2 Mio. Euro.

Für das vom Hochwasser und erhöhten Grundwasserständen besonders betroffene Gebiet entlang der Berliner Chaussee hat die Stadt inzwischen eine Hochwasserstudie in Auftrag gegeben. "Damit wollen wir nicht nur das Abflussvermögen der Oberflächengewässer in Extremsituationen ermitteln, sondern vor allem Maßnahmen zu dessen Verbesserung ableiten", nennt Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz, das Ziel der Studie. "Denkbar sind die Erweiterung des Grabensystems, die Schaffung eines Abflusses am Pechauer See oder der Bau eines Schöpfwerkes im Bereich des Steingrabensiels." Ende April wird die Studie vorliegen. Beigeordneter Platz: "Danach entscheiden wir, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen."

Die Erkenntnisse aus dem Hochwasser 2002 hat Magdeburg überdies genutzt, um auch in anderen Gefahrensituationen gewappnet zu sein. "Wir sind dabei, eine Infrastruktur zu schaffen, die bei Unglücken oder in Gefahrensituationen aktiviert werden kann, um in möglichst kurzer Zeit die nötigen Schritte einzuleiten," erklärt der Holger Platz, in dessen Verantwortungsbereich auch die Katastrophenabwehr gehört. "In einem ersten Schritt haben wir den städtischen Krisenstab aufgestockt und die Mitglieder entsprechend geschult, außerdem wurden Einsatzpläne für die verschiedenen Stabsbereiche erstellt, damit wir im Bedarfsfall kurzfristig geschultes Personal rekrutieren können."

Da sich das Internet im Hochwasser 2002 als Medium der schnellen und direkten Information besonders bewährt hat, erarbeitet die Stadt derzeit mit weiteren Partnern, z.B. Polizei und Hilfsorganisationen, eine Plattform, die alle notwendigen Informationen bündelt. "Dieses Datenmaterial mit Kontaktadressen, Evakuierungsplänen oder Verhaltensempfehlungen ist bei Unglücksfällen für den Stab unentbehrlich und soll auch den Mitarbeitern an der Hotline als Basis für die Information der Bürger dienen", erklärt Holger Platz das System. Perspektivisch plant die Stadt die Einrichtung eines Call-Centers, das in Krisensituationen die Hotline-Funktion übernehmen soll.

"Katastrophen oder großflächige Unglücke sind im Allgemeinen nicht vorhersehbar und niemand ist davor gefeit", fasst Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die Position der Stadt zusammen. "Aber man kann sich für solche Extremsituationen wappnen, damit im Fall des Falles schnell und professionell gehandelt werden kann, um Schaden von der Bevölkerung und der Stadt abzuwenden. Die nötige Infrastruktur dafür bauen wir derzeit aus."

 




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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