Magdeburg.
Die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck arbeiten mit der Landeshauptstadt Magdeburg im Rahmen der Regionalkonferenz Magdeburg eng zusammen. Die Landräte der Landkreise und der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt sind sich einig, dass die Stärkung der Innovationskraft der Unternehmen und die Verbesserung der dafür erforderlichen Rahmenbedingungen für die weitere nachhaltige Entwicklung der Region im Wettbewerb der Wirtschaftstandorte von entscheidender Bedeutung sind. Seit Februar 2002 wurde deshalb nach Definition der Schwerpunkte der Regionalentwicklung mit dem Teilbereich Innovation ein externes Dienstleistungsunternehmen beauftragt, durch Vernetzung unternehmensorientiert die vorhandenen guten Standortbedingungen weiter zu verbessern.
Dazu wurde die in Deutschland mögliche Förderung zur Finanzierung dieser Leistungen aus der Gemeinschaftsaufgabe "Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GA) genutzt. Die Regionen können den Inhalt und die Form dieses "Regionalmanagements" selbst gestalten. Eine im März vom BMWA durchgeführte Evaluierung aller Regionalmanagements im Beisein von Vertretern der Regionen und der Bundesländer zeigte, welche unterschiedlichen regionalen Schwerpunktthemen bearbeitet wurden. Es wurde aber auch deutlich, dass dieses vom BMWA initiierte Förderprogramm in vielen Fällen sehr erfolgreich angewandt wurde.
Im Kern geht es im Regionalmanagement darum, die vielfältigen spezifischen regionalen Potenziale zu identifizieren, durch Moderation und Koordination vorhandener Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Kultur in ihren Leistungen zu bündeln und zum Nutzen der Region im Konsens entwickelte konkrete Lösungen umzusetzen.
In der Region Magdeburg ist vertraglich vereinbart, dass der Schwerpunkt der Arbeit des Regionalmanagements in der Initiierung und Umsetzung von Innovationen liegt, wobei klare quantifizierbare Zielstellungen für Effekte zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Regionalmanager, bei uns der tti Magdeburg GmbH, verbindlich festgelegt wurden.
Die quantitativen Zielstellungen und die erreichten Ergebnisse per 31.12.2003 lassen sich wie folgt zusammenfassen:
|
Kriterium |
Plan ges 2002-2004 |
Ist 2002 |
Plan 2003 |
Ist 2003 |
|
Initiierte Investitionen (Mio €) |
90 |
109,3 |
10 |
27 |
|
Initiierte FuE-Mittel (Mio €) |
76 |
26,9 |
25 |
9,9 |
|
Neue Arbeitsplätze |
240 |
295 |
25 |
80 |
|
Gesicherte Arbeitsplätze |
300 |
422 |
30 |
108 |
Die Arbeit konzentrierte sich vereinbarungsgemäß auf vier Kernthemen.
Im Kernthema 1 - Bildung von Netzwerken und Aufbau von Wertschöpfungsketten - wurden folgende durch Unternehmen getragene Netzwerke entwickelt und betreut:
- Hochleistungsverbundwerkstoffe,
- Elektronenstrahlschweißen im Maschinen- und Anlagenbau,
- Elektronenstrahlschweißen unter Atmosphärenbedingungen,
- Entwicklung intelligenter Werkzeug- und Reibschweißmaschinen,
- Vernetzung von Werkzeugbau und Medizintechnik zur Schaffung neuer Technologien in der Mikrohochpräzisionsbearbeitung
Das Projekt "Elektronenstrahlschweißen unter Atmosphärenbedingung" wurde als Beitrag zum Wettbewerb des BMWA im Rahmen der Ausschreibung NEMO mit Unterstützung des TGZ Jerichower Land strukturiert. Der Antrag wurde positiv bewertet. Die Projektverantwortlichkeit liegt nun beim TGZ Jerichower Land. Neben dem Know-how-Träger pro-beam sind im Netzwerk alle wichtigen Unternehmen aus dem Jerichower Land involviert. Das Netzwerk wird 2004 auf weitere Unternehmen mit Bedarf an dieser Technologie ausgeweitet. Ziel ist der Aufbau eines Kompetenzzentrums in Burg zum Elektronenstrahlschweißen. Die Universitäten Braunschweig und Magdeburg übernehmen die wissenschaftliche Begleitung.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Erweiterung des PIZ IF Rota durch die IGZ Magdeburg GmbH wurde mit wesentlicher Unterstützung der MAGDEBURG Werkzeugmaschinen AG Kontakte zur EMCO-Gruppe und der ATB-Gruppe aufgenommen. Es werden z.Z. technologische Planungen mit Hilfe des Fraunhofer IFF vorgenommen, um Existenzgründungen auf den Gebieten Anlagenbau für die Halbleiterindustrie sowie Komponentenfertigung von Werkzeugmaschinen und Elektromotoren in das PIZ zu integrieren. Nach bisherigen Planungen entstehen beginnend ab Januar 2004 ca. 30 neue hochwertige Arbeitsplätze.
Die Schwerpunktaufgaben im Kernthema 2 - Entwicklung neuer innovativer Erzeugnisse, Technologien und Verfahren - bestand in der Unterstützung einer Vielzahl von Unternehmen, welche betriebliche Projekte bzw. Verbundprojekte mit anderen Partnern (Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen) zur Entwicklung und Einführung von Innovationen durchführten. Das Regionalmanagement ist anerkannter und gefragter Partner bei der Strukturierung der betrieblichen Forschungsthemen und der Einbindung von nationalen und internationalen Kooperationspartnern. So wurden z. B. folgende Entwicklungsaufgaben unterstützt:
- Manipulatoren im Gießereiwesen,
- VR-Technologien im Maschinen- und Anlagenbau,
- Verfahren zur berührungslosen Signal- und Energieübertragung,
- Entwicklung intelligente Vertikaldreh- und Reibschweissmaschine,
- Technologieentwicklung - Flachglas
- Vakuumschweissanlage,
- Produktverifizierung - Hochleistungswerkstoffe.
Im Kernthema 3 Technologiebezogene Existenzgründungen und Produktentwicklungen wurden oder werden folgende Existenzgründungen mit betreut:
- Geplanter Aufbau eines Fertigungsbetriebes zur Oberflächenbehandlung von Aluminium am Standort Burg
(geplante Investition: ca. 4 Mio. €).
- Bemühungen zum Aufbau einer Betriebsstätte der PROTEC AG in Magdeburg
(GA-Antrag mit Unterstützung der Stadt Magdeburg gestellt).
- Aufbau einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Werkzeugmaschinen auf Initiative der MAGDEBURG Werkzeugmaschinen AG (Beschluss des Unternehmens aus Österreich mit Einstellung von Mitarbeitern ab 01.01.2004).
- Beginn einer neuen Fertigung von Werkzeugmaschinenkomponenten in Verbindung am Standort Magdeburg
(Zielstellung: 15 neue Arbeitsplätze).
Im Rahmen der Betreuung stellte das Regionalmanagement überregional Kontakte nach Salzburg, Stuttgart und Siegen her und erbrachte diverse andere Leistungen.
Im Kernthema 4 - Stärkung der FuE-Basis von KMU / Infrastrukturmaßnahmen - wurde vor allem daran gearbeitet, die notwendigen Infrastrukturinvestitionen für die Vorhaben PIZ IF Rota und VDTC abzusichern. Weitere Ideen, die aus den Landkreisen, Forschungseinrichtungen, Gründerzentren und aus den Unternehmen kommen, werden beratend begleitet.. Es konnte durch Einbeziehung des Regionalmanagements durch das IFF auf Inhalt- und Strukturüberlegungen des VDTC mit Einfluss genommen werden. An der Konzeptentwicklung eines PIZ für die Hochpräzisionsbearbeitung (Erodieren) wird seit längerem gearbeitet.
Aus diesen Projekten wird ersichtlich, dass in allen beteiligten Gebietskörperschaften innovative Projekte initiiert, geplant und umgesetzt werden, wobei die Projekte teilweise nationale und internationale Kooperationen erfordern, um erfolgreich zu sein. Diese internationalen Kontaktanbahnungen werden durch das Regionalmanagement durch Nutzung eines funktionierenden europäischen Netzwerkes, dem Innovation Relay Centre-Netzwerk, unterstützt.
Neben diesen vereinbarten Leistungen wurden Beiträge zum Regionalmarketing geleistet. So wurde mit wesentlicher Hilfe der Hochschule Magdeburg - Stendal ein gemeinsames Corporate Identity (Logo, Visitenkarten, Kopfbogen,) und ein gemeinsamer Internetauftritt der Region erarbeitet. Dieser Prozess wird weiter verfolgt und ausgebaut. Konkreter Ausdruck dafür sind die ersten Vorstellungen für einen gemeinsamen Messestand der Region.
In den letzten Monaten wurde Vorstellungen entwickelt, den gemeinsamen Internetauftritt auf eine neue Qualität zu heben und ein gemeinsames Internetportal der Region zu installieren. In den nächsten Wochen werden dafür die rechtlichen, finanziellen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen. Als Partner steht u.a. die Fraunhofer Gesellschaft IFF Magdeburg zur Verfügung. Dann wird es Schritt für Schritt möglich, die gesamte Region daten- und informationstechnisch zu verknüpfen und die Wünsche von Bürgern, der Wirtschaft und Politik und Verwaltung qualitative hochwertig und mit weniger Aufwand zu erfüllen.
Konkrete Anwendungsfälle könnten sein:
- Formularbearbeitung durch Bürger,
- Angebotsabgabe im Internet für Unternehmen,
- automatische statistische Aufbereitung von regionalen Daten für Politiker und die Verwaltung.
Ein weiteres gemeinsames Projekt aller Beteiligten ist die Auslobung eines Regionalpreises der Region Magdeburg. Mit diesem Preis sollen Persönlichkeiten geehrt werden, welche sich um die Entwicklung unserer Region besonders verdient gemacht haben, unabhängig von ihrem Wirkungsgebiet. Es ist vorgesehen, die Auszeichnung auf der für November geplanten Regionalkonferenz vorzunehmen.
Für Rückfragen:
tti Magdeburg GmbH
39108 Magdeburg
Bruno-Willi-Str. 9
Tel.: 0391/744 35 20