Zum 41. Mal hat Magdeburgs Oberbürgermeister eine Stadtplakette der Landeshauptstadt überreicht. Am Vormittag verlieh Dr. Lutz Trümper die Stadtplakette in Gold an die Magdeburger Sektion des Deutschen Alpenvereines e.V. Die Sektion feierte in diesem Jahr ihr 120-jähriges Bestehen. Die Stadtplakette nahm der Sektionsvorsitzende Hans-Dieter Hartmann entgegen.
Die Magdeburger Sektion des Deutschen Alpenvereines (DAV) wurde am 1. Januar 1884 gegründet. Es war die 93. Sektion des DAV. Unter der Leitung des damaligen ersten Vorsitzenden entschied sich die Sektion Magdeburg für ein Arbeitsgebiet in den Stubaier Alpen, speziell für die steilen südlichen Abstürze zum Pflerschtal. Die Magdeburger bauten 1887 im "Magdeburger Winkel" die "Magdeburger Hütte" und 1892 die "Tribulaunhütte". Nach intensiver Aufbauarbeit und reger Nutzung der Hütten nach dem 1. Weltkrieg zur entschädigungslosen Enteignung. Die Hütten fielen an Italien.
Mit neuem Mut und Elan übernahm die Sektion Mitte der 20er Jahre im Karwendelgebiet ein neues Arbeitsgebiet und kaufte zwei ältere Hütten. Nach der Rekonstruktion erhielt die eine Hütte den Namen "Neue Magdeburger Hütte". Sie trägt diesen Namen noch heute. Die zweite Hütte behielt ihren Namen "Aschbachhütte". 1940 kauften die Magdeburger als dritte Hütte das "Kelchalpenhaus" in der Nähe von Kitzbühel.
Ende des 2. Weltkrieges beschlagnahmten die Alliierten das deutsche Vermögen im Ausland. Sie überließen Österreich allerdings später die ehemals deutschen Hütten kostenlos. Der DAV mit seinen Sektionen wurde verboten.
Der 1950 in der Bundesrepublik Deutschland neu gegründete DAV kaufte die in österreichischem Besitz befindlichen Hütten ehemaliger ost- und mitteldeutscher Sektionen zurück. Die "Neue Magdeburger Hütte" gehört jetzt der Sektion Geltendorf und das ehemalige "Kelchalpenhaus" besitzt nunmehr die Sektion Bochum. Nach der Wende führten erste Kontakte und ihr kontinuierlicher Ausbau zwischen Braunschweiger und Magdeburger Berg- und Wanderfreunden schließlich 1993 zur Wiedergründung der Sektion Magdeburg. Durch die aktive Tätigkeit engagierter Mitglieder erreichte die Sektion einen jährlichen Zuwachs von 60 bis 70 Mitgliedern.
Im Sommer 1999 führte die Sektion als erste in den neuen Bundesländern die Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins durch. Seit 2000 verfügt die Sektion über eine Geschäftsstelle mit regelmäßigen Öffnungszeiten. Neben der Klärung von organisatorischen Dingen können Mitglieder aus der Bibliothek Bücher, diverse Führer oder Karten, aber auch Ausrüstungen für Trekking- oder Wandertouren ausleihen.
Die Sektion Magdeburg zählt derzeit 408 Mitglieder. Diese gehen ihren Interessen im In- und Ausland in der Hochtourengruppe, der Wandergruppe, der Klettergruppe und der Jugendgruppe nach.
Hintergrundinformationen zur Stadtplakette
Vergeben wird die Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg an Vereine, Firmen, Körperschaften, Verbände und andere Einrichtungen, die ihren Sitz in Magdeburg haben. Sie wird in Bronze bei 50-jährigen Jubiläen verliehen, in Silber bei 75-jährigen Jubiläen und in Gold, wenn eine Firma, ein Verein oder eine Institution seit mindestens 100 Jahren besteht. Über die Verleihung entscheidet der Stadtrat.
Zum ersten Mal wurde eine Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg 1996 an den Verband der Kleingärtner Magdeburg e.V. verliehen, Anlass war dessen 75-jähriges Jubiläum. Seitdem wurden 39 Stadtplaketten vergeben, darunter an alteingesessene Magdeburger Unternehmen, an Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren und Verbände. Zu den Geehrten gehören die Stadtsparkasse, die IHK und die Handwerkskammer ebenso wie die Paul Schuster GmbH, die Dombuchhandlung Holtermann, das Autohaus Lerchner und die Gerling & Rausch GmbH. Eine Stadtplakette ging seit 1996 u.a. an die Freiwilligen Feuerwehren in Ottersleben und Pechau, an das Akkordeonorchester und das Folklore-Ensemble, an traditionelle Sportvereine und die Johannisloge "Ferdinand zur Glückseligkeit". Der Jubilar unter den Geehrten ist die Malerinnung Magdeburg, die 1997 ihr 800-jähriges Bestehen feierte und dafür eine Stadtplakette in Gold in Empfang nehmen durfte.
Die Stadtplakette hat einen Durchmesser von 105 mm. Sie zeigt auf der Vorderseite das Kloster Unserer Lieben Frauen, den Dom und das Rathaus mit dem Magdeburger Reiter. Die Umschrift auf der Vorderseite lautet Landeshauptstadt Magdeburg. Auf der Rückseite steht die Jahreszahl DCCCV (für 805) und FUNDATA EST (gegründet), darunter ist ein aufgeschlagenes Buch berühmter Persönlichkeiten Magdeburgs mit dem Stadtwappen als Siegel abgebildet.
Entworfen hat die Stadtplakette der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel, gegossen wurde sie von der Firma Paul Schuster. Mit der Stadtplakette erhalten die Ausgezeichneten eine Ehrenurkunde, die von der Magdeburger Kalligraphin Gudrun Seffers gestaltet wird.