Magdeburg.
"Zum ersten Mal seit 1990 sind mehr Menschen nach Magdeburg gezogen als die Stadt verlassen haben", freut sich Magdeburgs Oberbürgermeister beim Blick in die druckfrischen Statistischen Blätter mit dem Titel "Bevölkerungsbestand, Bevölkerungsveränderungen in Magdeburg im Jahr 2003". Und noch eine frohe Botschaft ist dem Heft zu entnehmen: Der Bevölkerungsverlust war im Vorjahr so niedrig wie noch nie seit der Wende.
9.284 Neu-Magdeburger hat die Landeshauptstadt im vergangenen Jahr gewonnen - so viele Menschen haben ihren Hauptwohnsitz neu in der Stadt angemeldet. Nur 8.980 haben der Stadt den Rücken gekehrt. "Damit ist der Abwanderungstrend gestoppt, zum ersten Mal hat Magdeburg einen positiven Wanderungssaldo", freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Beim Blick in die Statistik zeigt sich, dass insbesondere die Abwanderung ins Umland zurück gegangen ist. Nur mit dem Ohrekreis gab es 2003 einen Negativsaldo (1105 Zuzüge/1253 Wegzüge), beim Jerichower Land halten Plus und Minus fast die Waage ((721 Zuzüge, 723 Wegzüge). Mit dem Bördekreis (477 Zuzüge, 426 Wegzüge) und Schönebeck (400 Zuzüge, 270 Wegzüge) ergibt sich ein Positivsaldo. "Hier trägt offensichtlich unser Bemühen, in Magdeburg günstig gelegenes Bauland zu günstigen Preisen anzubieten, erste Früchte", vermutet das Stadtoberhaupt.
Auch die Abwanderung in die alten Bundesländer ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. "Zwar weisen die Altländer in der Statistik immer noch den höchsten Wert aus, aber mit einem Saldo von 403 haben wir fast wieder den Wert von 1997 (369) erreicht, bevor die zweite große Wanderungswelle einsetzte", erklärt OB Dr. Trümper. Zum Vergleich: 2001 und 2002 lag der Saldo jeweils bei Minus 1.391 und auch im Jahr 2000 deutlich über tausend. "Dass der Saldo bei den Abwanderungen in die Alten Länder um gut zwei Drittel gesunken ist, ist eine Überraschung", so das Stadtoberhaupt. "Wir werden alles tun, damit daraus ein Trend wird."
Dass am 31. Dezember 2003 dennoch 1.041 Menschen weniger in Magdeburg lebten als noch ein Jahr zuvor, liegt daran, dass die Geburtenzahlen weiterhin deutlich niedriger liegen als die Zahl der Sterbefälle. 1.620 Geburten wurden im vergangenen Jahr registriert - gegenüber 1989 ein Rückgang auf 46,7 %. Zwar geht auch die Zahl der Sterbefälle pro Jahr langsam zurück, sie lag aber mit 2.601 im Vorjahr wieder deutlich über der Zahl der Neugeborenen.
Insgesamt hat sich der Bevölkerungsrückgang aber verlangsamt. Mit 0,46 % fiel er im letzten Jahr so gering aus wie seit 1990 nicht. Auch hier setzt sich der Trend der Vorjahre fort: 2001 und 2002 lag der Rückgang bei jeweils 0,7 %, 1990 war er mit 3,3 % am größten. "Ich nehme dies als Zeichen, dass sich die Lebensqualität in unserer Stadt verbessert hat und Magdeburg durchaus Anziehungskraft entwickelt", zieht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper ein erstes Fazit. "Die Zahlen bedeuten auch, dass wir den eingeschlagenen Weg - die Lebensqualität und die Wirtschaftskraft Magdeburgs zu steigern - fortsetzen müssen, wenn wir den Bevölkerungsrückgang endgültig stoppen wollen. Deshalb wollen wir die Stadt vor allem für junge Leute attraktiv machen und sie nach Magdeburg locken."
Das neue Heft "Bevölkerungsbestand, Bevölkerungsveränderungen in Magdeburg im Jahr 2003 ist ab sofort im Amt für Statistik, Julius-Bremer-Straße 10 gegen eine Schutzgebühr von 15.00 Euro erhältlich.