Am kommenden Samstag, 29. Mai 2004, bietet der Prähistoriker Ulf Ickerodt vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Führungen zu den freigelegten Festungsresten der Bastion Hessen am Universitätsplatz an. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung können zwischen 10:00 und 15:00 Uhr interessierte Magdeburger und Gäste der Landeshauptstadt jeweils zur vollen Stunden die bis zu fünf Metern hohen und zwei Meter breiten Mauerreste in Augenschein nehmen und dabei zahlreiche Informationen über die Bastion erhalten.
Eine Einführung zu den Festungsanlagen des 18. und 19. Jahrhunderts hält um 10:00 Uhr der Historiker Dr. Bernhard Mai. Außerdem wird auf Schautafeln über die archäologische Begleitung des Tunnelbaus am Universitätsplatz informiert. Treffpunkt für die Führungen ist jeweils an der Nordseite des Uniplatzes. Der Zugang erfolgt über die Gareisstraße.
Die Reste der ehemaligen Bastion Hessen wurden bei den Bauarbeiten für den Tunnel des Universitätsplatzes entdeckt. Um die archäologische Dokumentation sowie die Präsentation am kommenden Wochenende zu ermöglichen, werden die gefundenen Reste in dieser Woche vollständig freigelegt. Nach Pfingsten werden die Festungsreste abgetragen und damit für immer verschwinden.
Die Geschichte der Festung Magdeburg geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Ein Bestandteil der Festung war die Bastion Hessen. Ihr Bau begann um 1550 und wurde bis Anfang des 19. Jahrhunderts ergänzt und umgestaltet. Die Bastion bestand aus massiven Erdplanierungen, die von dem jetzt freigelegten Mauerwerk gehalten wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der gesamte Bereich einplaniert und anschließend überbaut.
Zu den Führungen am kommenden Samstag sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich die Festungsreste von Samstag bis Montag ganztägig auch ohne Führungen anzusehen.
Hinweis für die Medien: Interessierte Medienvertreter haben die Möglichkeit, am Samstag, 11:30 Uhr, einen separaten Einblick in die Reste der Bastion Hessen zu bekommen. Bitte melden Sie sich dazu bis spätestens Freitag, 10:00 Uhr, im Grabungsbüro, Tel.: 03 91/9 90 77 00 an.