Landkreis Leer | Presseinformation

Helfende wenigstens einige Stunden entlasten

Diakoniestation Stadt Leer gGmbH bietet in Zusammenarbeit mit dem Familienservice Weser-Ems e.V. Einzelbetreuung demenzkranker Menschen

kkl Leer - 31. August 2004. Mit dem zunehmenden Anteil alter Menschen in der Gesellschaft wächst auch die Zahl von Demenzkranken. Sie leiden vor allem unter einer Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen und können ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen. Betreut werden sie zu Hause meist von Angehörigen. Damit diese stundenweise entlastet werden können, bietet die Diakoniestation Stadt Leer gGmbH in Zusammenarbeit mit dem Familienservice Weser-Ems eine Einzelbetreuung demenzkranker Menschen im ganzen Kreisgebiet an.

„Unterstützung ist in diesem Bereich dringend notwendig“, sagt Uwe Buß, Leitende Pflegefachkraft der Diakoniestation. Demenz – das ist mehr als ein bisschen Vergesslichkeit. Orientierungslosigkeit, Sprachstörungen, starke Unruhe, „Weglauftendenz“ und manches mehr kann damit verbunden sein. „Vielfach reduzieren die Angehörigen die eigenen Interessen und Aktivitäten, da sie ab einem bestimmten Stadium den Erkrankten nicht mehr allein lassen können“, erklärt Buß. Das bedeute auf Dauer ein Höchstmaß an Belastung und soziale Isolation.

Vor einiger Zeit las der Leiter der Diakoniestation die Diplomarbeit von Birgit Klauder: „Hilfen zum Helfen – Begleitende Untersuchungen zur Qualifizierung von LaienhelferInnen in der Dementenbetreuung“. Die brachte ihn auf die Idee, ein Angebot zu entwickeln. Monika Fricke vom Familienservice Weser-Ems war davon angetan und nach einigen Gesprächen stand einer Kooperation nichts mehr im Wege. Ansprechpartnerin dort ist nun Geschäftsführerin Daniela Saadhoff-Waalkens.

Grundlage für das Angebot ist das Pflegeleistungs–Ergänzungsgesetz (PfLEG), das entwickelt worden ist, um Pflegebedürftigen mit einem hohen Bedarf an allgemeiner Betreuung und Beaufsichtigung mehr Unterstützung zu ermöglichen. Sie erhalten zu ihren bisherigen Leistungen aus der Pflegeversicherung maximal 460 Euro im Jahr hinzu. Voraussetzung ist, dass sie mindestens in Pflegestufe 1 eingestuft sind. Die Diakoniestation berechnet für die eingesetzten Helferinnen und Helfer 12,50 Euro pro Stunde. Sie werden rückwirkend aus dem Budget des PfLEG erstattet.

Mittlerweile sind die ersten ehrenamtlichen Helferinnen in einer 20-stündigen Schulung durch Fachleute aus verschiedenen Bereichen auf ihre Aufgaben vorbereitet worden. Dazu gehörten grundlegende Informationen zum Krankheitsbild, zum Umgang mit demenzkranken Menschen und zur Situation pflegender Angehöriger. Eine Fachkraft wird die Helfer auch regelmäßig beraten. „Das ist ganz wichtig, denn bei der Betreuung von Demenzkranken kann es zu sehr schwierigen und belastenden Situationen kommen“, sagt Uwe Buß. Teambesprechungen sollen für eine kontinuierliche Information und persönliche Einbindung sorgen.

Nähere Informationen sind bei Buß unter der Telefonnummer 0491–925212 möglich.


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