Magdeburg.
Die im Herbst vergangenen Jahres von der Stadt in Auftrag gegebene Studie zur Hochwasser-Situation in den ostelbischen Stadtteilen Magdeburgs ist fertig gestellt. Nachdem die Untersuchungsergebnisse zunächst mit den zuständigen Fachbehörden diskutiert wurden, geht eine entsprechende Information dazu jetzt auch an die Fraktionen und Ausschüsse des Stadtrates sowie das Landesverwaltungsamt in Halle.
Zwei Szenarien haben die beauftragten Unternehmen für den ostelbischen Teil Magdeburgs untersucht:
- die Gefahr der Überflutung durch Überströmen der Deiche oder durch Deichbruch und
- die Gefährdung durch Dränge- bzw. Qualmwasser (auf der Binnenseite des Deiches bei Hochwasser emporquellendes Grundwasser).
"Im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass das ostelbische Stadtgebiet vor hohen Grundwasserständen in ihrer Entstehung im Prinzip nicht geschützt werden kann", zitiert Holger Platz, Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung eine Kernaussage der Studie. "Allerdings gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, nach Abfluss des Hochwasserscheitels die Grundwasserstände schneller abzusenken, um Situationen wie in den ersten Monaten des Jahres 2003 zu vermeiden."
Folgende drei Handlungsschwerpunkte empfehlen die Gutachter, um den Hochwasserschutz zu verbessern und Gefährdungen durch hohe Grundwasserstände zu reduzieren:
- Die hydraulische Durchgängigkeit der Elbe muss verbessert werden. Dies erfordert insbesondere die Fällung von Büschen und Bäumen im Umflutkanal und in der Alten Elbe sowie den Schutz der Deiche gegen Biber. Durch diese Maßnahmen wird vor allem das Abfließen des Hochwassers unterstützt sowie der Druck auf die Deiche reduziert und deren Standsicherheit erhöht.
- Im Bereich der Furtlake muss der Abfluss des Wassers aus dem Polder verbessert werden, um erhöhte Grundwasserstände abzusenken. Dazu empfiehlt die Studie den Ausbau der vorhandenen Gräben und der Furtlake sowie die Anlage weiterer Gräben. Darüber hinaus sollte am Steingrabensiel ein Schöpfwerk gebaut werden.
- Im Bereich Zipkeleben/Pechau sollte die Entwässerung besser gewährleistet werden. Dazu empfiehlt die Studie den Ausbau der Altgewässer zwischen Pechau und dem Lieschenkolk sowie den Neubau eines Grabens vom Lieschenkolk bis zum Zipkeleber See. Außerdem sollte am Zipkeleber See ein Siel errichtet werden.
"Ersten Schätzungen zufolge würden wir für die Umsetzung aller Einzelmaßnahmen insgesamt rund 7,5 Mio. Euro benötigen", hat Holger Platz ermitteln lassen. "Selbst wenn wir die Maßnahmen schrittweise in den nächsten zehn Jahren umsetzen, ist dies eine gewaltige Belastung für den städtischen Haushalt." Nach der Diskussion der Empfehlungen in den zuständigen Ausschüssen muss deshalb der Stadtrat entscheiden, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. "Auf jeden Fall werden wir prüfen, ob für einzelne Vorhaben Fördermittel beantragt werden können", verspricht der zuständige Beigeordnete.
Die im Ergebnis der Studie vorgeschlagenen Maßnahmen ergänzen das Deichbauprogramm des Landes Sachsen-Anhalt, das bis zum Jahr 2020 angelegt ist sowie den Ausbau der Deichzuwegungen (ländlicher Wegebau), der bis zum Jahresende 2004 abgeschlossen werden soll.
Für Rückfragen:
Herr Adamik, Tel.: 540 26 99