Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 18. November 2004

Magdeburgs Schüler setzen auf "mitWirkung!"

Bertelsmann erforscht Meinung junger Magdeburger

Magdeburg.

Die Landeshauptstadt Magdeburg engagiert sich gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, dem Deutschen Kinderhilfswerk und UNICEF für mehr Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen.

Von Flensburg bis Freiburg, von Köln bis Görlitz: In 43 Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland werden derzeit die Fragebögen der Initiative "mitWirkung!" verteilt. Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg beteiligen sich insgesamt 16 Schulen. Heute übergab die städtische Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker im Cracauer Immanuel-Kant-Gymnasium dem Sozialkunde-Kurs des Abiturjahrgangs 2005 die Fragebögen und kam mit den jungen Leuten ins Gespräch über Beteiligung und Mitbestimmung.

MitWirkung! ist eine Gemeinschaftsinitiative von Bertelsmann Stiftung, Deutschem Kinderhilfswerk und UNICEF sowie 43 deutschen Städten und Gemeinden. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für ein soziales und gesellschaftspolitisches Engagement zu gewinnen und hierfür in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld attraktive Angebote zu entwickeln.

Deshalb ist auch die Meinung der jungen Magdeburger gefragt: In den kommenden vier Wochen werden in einer wissenschaftlichen Untersuchung Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 18 Jahren aus 20 Klassen unterschiedlicher Schulprofile nach ihren Beteiligungswünschen und -möglichkeiten befragt. "Wenn Magdeburg seine Jugend nicht gewinnt, verliert es seine Zukunft", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zum Auftakt der Befragung.

Nicht nur die positiven Aspekte gemeinschaftlichen Engagements sollen zur Sprache kommen; die Jugendlichen sollen sich auch zu Problemen und Hindernissen äußern. Außerdem werden Schulleiter, Lehrer und Verantwortliche der Stadtverwaltung um ihre Einschätzungen gebeten. Dazu erklärt OB Dr. Trümper: "Wir wollen erfahren, von welchen Faktoren es abhängt, ob und wie sich junge Leute aktiv in die Gestaltung des Gemeinwesens einbringen."

 

 

Professor Heribert Meffert, Präsidiumsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, begründet das Engagement der Stiftung für die Initiative "mitWirkung!": "Für die Bertelsmann Stiftung ist bürgerschaftliches Engagement eine wesentliche Basis für gesellschaftlichen Fortschritt. Kinder und Jugendliche mit ihren berechtigten Anliegen als junge Bürger ernst zu nehmen, ist entscheidend für die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens."

Wissenschaftlicher Leiter der Untersuchung ist Prof. Reinhard Fatke vom Pädagogischen Institut der Universität Zürich. Mit seinem Team wird er bundesweit über 15.000 Kinder und Jugendliche befragen. "Diese Untersuchung liefert erstmals repräsentative Ergebnisse zu den Beteiligungswünschen und -potenzialen von Kindern und Jugendlichen an ihrem Wohnort", so Fatke. Noch nie seien so viele Kinder und Jugendliche, verteilt auf alle Regionen und alle Größen von Städten und Gemeinden, zu diesem Thema befragt worden.

Die Ergebnisse der Studie sollen im Herbst des kommenden Jahres vorliegen. Mit dem neu gewonnenen Wissen will die Stadt Magdeburg in Zukunft noch attraktivere Angebote für Kinder und Jugendliche bereitstellen. "Mit dem Jugendforum haben wir seit dem Frühjahr ein Gremium, das sich für die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen stark macht", sieht Magdeburgs OB seine Stadt auf einem guten Weg. "Besser werden kann man immer. Für ein liebenswertes und lebenswertes Magdeburg können sich gar nicht genug Bürger engagieren. Dafür wollen wir ganz besonders auch die Jugendlichen gewinnen."

Die Bertelsmann Stiftung plant, gemeinsam mit ausgewählten Kommunen Referenzmodelle für vorbildliche Kinder- und Jugendbeteiligung zu entwickeln. Anschließend will die Stiftung die Projekterfahrungen zu konkreten Handlungsempfehlungen bündeln und allen deutschen Kommunen zur Verfügung stellen.

 

Hintergrund:

Partizipation junger Menschen in Magdeburg

1996 verabschiedete der Stadtrat mit großer Mehrheit das "Konzept für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Kommunalpolitik der Landeshauptstadt Magdeburg" In Umsetzung des Stadtratsbeschlusses gab es zahlreiche Projekte und Maßnahmen mit Kindern und Jugendlichen, u.a. 3 Sitzungen "Jugend im Stadtrat" unter Beteiligung von Mädchen und Jungen aus Magdeburger Schulen

im Juni 2002 startete das Projekt "MACHT Mit" 3 Bausteine

Baustein 1: "EinBlick ins Rathaus"

Broschüre für Sozialkundelehrer und Multiplikatoren in der politischen Bildungsarbeit

Baustein 2: Rathauserkundungen;

dieses Angebot nutzten bei 13 Rathauserkundungen 297 Kinder und Jugendliche

Baustein 3: Sitzung "Jugend im Stadtrat"

Die 3.Sitzung fand am 06.03.04 unter maßgeblicher Mitwirkung der Initiativgruppe des Jugendforums statt;

Projekte zur Umgestaltung des Wohnumfeldes

- Umgestaltung des Volleyballplatzes "Am Neuber" unter dem Motto "Diesdorfer - Jung und Alt gestalten ihren Volleyballplatz" (Einbindung des Bürgervereins Diesdorf und Sponsoren)

- Umgestaltung des Spielplatzes "Victor-Jara-Str."; Kinderbeteiligung an der Planung in Zusammenarbeit mit der Grundschule "An der Klosterwuhne"

- Umgestaltung des Spielplatzes "Harrys Zauberland" Kinderbeteiligung an der Planung sowie Herstellung von Keramikarbeiten mit Unterstützung des Schulkomplexes in der Othrichstraße und der Spielgeräteherstellerfirma SIK Holz

- Beteiligung von Jugendlichen aus Ottersleben bei der Gestaltung des Jugendtreffs Alt-Beneckenbeck;

Am 18.03.04 konstituierte sich das Jugendforum Magdeburg, am 02.04.04 eröffnete das Forum Büro- und Beratungsräume in der KJFE "Oase"; 2 Mitarbeiter begleiten und unterstützen die Jugendlichen im Rahmen einer AB-Maßnahme

Mit Beschluss des Stadtrates hat das Jugendforum Rederecht im Stadtrat und allen beratenden Ausschüssen zu jugendrelevanten Themen; darüber hinaus ist ein Vertreter des Jugendforums beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss.

Mitglieder des Vorstandes zu ihrem Engagement:

"Jugendliche sollten sich mit einmischen und ihre Umgebung - "Umwelt" - aktiv mitgestalten! Egal, ob es um ein paar Fahrradständer an der eigenen Schule oder um die Erstellung einer Schülerrechtsbroschüre geht. Wir haben schon viel erreicht und werden anerkannt von dem Oberbürgermeister, der Stadtverwaltung und den Stadträten Wir haben auch Rede- und Antragsrecht im Jugendhilfeausschuss und darauf sind wir sehr stolz!"

 

 

Rückfragen an:

Katrin Thäger, Kinderbeauftragte der Stadt Magdeburg

Tel.: 5 32 20 28,

Martin Biebricher, Bertelsmann Stiftung, Tel. 05241/ 81-81 379

Weitere Informationen zur Initiative und zur Studie finden Sie im Internet unter www.bertelsmann-stiftung.de.

 

 

 




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