Magdeburg.
"Fordern und Fördern" - so lautet das Ziel der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die zum 1. Januar kommenden Jahres konkret wird. Während die Mitarbeiter der ARGE die eingehenden Anträge auf das ab Januar gezahlte Arbeitslosengeld II erfassen und bearbeiten, haben Stadtverwaltung und Agentur für Arbeit zeitgleich ein Konzept zur Schaffung von Beschäftigungsfeldern für Arbeitslosengeld-II-Empfänger erarbeitet. Heute stellten der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Magdeburg, Wolfgang Meyer und die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit der Landeshauptstadt Magdeburg, Beate Bröcker die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten vor.
"Unser Ziel ist es, durch intensive, ganzheitliche Betreuung und eine klare Beschäftigungs- und Vermittlungsorientierung die Zahl der Menschen zu senken, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind", bringt Wolfgang Meyer auf den Punkt, was im Hartz-IV-Programm mit "Fördern" gemeint ist. "42,5 Mio. Euro stehen dafür im kommenden Jahr für Magdeburg zur Verfügung, fast doppelt so viel wie 2004."
Magdeburg rechnet für 2005 mit ca. 20.000 Bedarfsgemeinschaften, die Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) erhalten werden. Bislang liegen über 21.000 Anträge vor, von denen bereits über 88 % bearbeitet sind.
Mit den verfügbaren finanziellen Mitteln können nach Einschätzung der ARGE rund 9.000 Empfänger von ALG II gefördert werden. Auf diese Weise sollen vor allem sozial benachteiligte Personen eine Chance zur beruflichen Integration bzw. Fortentwicklung erhalten. Dazu gehören insbesondere:
- Jugendliche Hilfebedürftige unter 25 Jahre
- erwerbsfähige Hilfebedürftige über 55 Jahre
- erwerbsfähige Migranten
- Alleinerziehende, erwerbsfähige Mütter und Väter
- Menschen mit Behinderung und Rehabilitanden.
Neben geförderten Beschäftigungsverhältnissen bietet Hartz IV verschiedene Möglichkeiten zur beruflichen Fortbildung und Qualifizierung, die Arbeitslosengeld-II-Empfängern helfen sollen, im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dazu gehören beispielsweise kurzfristig nötige Qualifikationen (z.B. Schweißer-Pass, Gabelstapler-Führerschein o.ä.), wenn damit eine Einstellungszusage verbunden ist.
"Anliegen von Hartz IV ist es, möglichst für jeden Betroffenen ein maßgeschneidertes Angebot zu finden, dass ihm hilft, seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern", so Magdeburgs Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Beate Bröcker. "Das ist eine neue Qualität der Betreuung für die künftig sogenannte Fallmanager eingesetzt werden."
Stadt und Agentur für Arbeit haben in den vergangenen Monaten mit Bildungsträgern und potentiellen Trägern von Beschäftigungsmaßnahmen vielfältige Abstimmungsgespräche geführt. "Ich bin optimistisch, dass wir den Rahmen, den Hartz IV bietet, ausschöpfen und - übers Jahr verteilt - für mehr als 9.000 Arbeitnehmer die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können", erklärt dazu der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Magdeburg, Wolfgang Meyer. "Mit allen Jugendlichen unter 25 Jahren wollen wir bereits im ersten Quartal 2005 Eingliederungsverträge abschließen."