Magdeburg 12hundert - die Vorbereitungen zum großen Stadtjubiläum sind in vollem Gange. Vom 1. bis 3. Juli 2005 findet dabei erstmals der Sachsen-Anhalt-Tag in der Landeshauptstadt statt. Ein Kernpunkt ist die Erste Magdeburger Altstadtmeile als gewichtiger Beitrag Magdeburgs im Jubiläumsjahr. Die Regisseurin Elke Schneider übernahm im Auftrag des Kuratoriums "1200 Jahre Magdeburg" die künstlerische Gesamtleitung dieser historischen Meile.
Zu erwarten sind lebendige Bilder an authentischen Orten mit 1200 Mitwirkenden. Sie lassen auf rund 1200 Metern die 12 Jahrhunderte Stadtgeschichte Revue passieren. Die künstlerische Konzeption der Regisseurin Elke Schneider sieht vor, die bewegte Geschichte Magdeburgs vom Mittelalter bis zur Moderne als Bildertheater zu zeigen. Architektur, Denkmäler sowie die Stadt- und Flusslandschaft spielen dabei ebenso mit wie historische Magdeburger Persönlichkeiten.
Die Erste Magdeburger Altstadtmeile erstreckt sich vom Kloster Unser Lieben Frauen über den Gouvernementsberg, das Elbufer einschließlich Elbbahnhof mit dem Fürstenwall, den Fürstenwallpark, den Remtergang und den Möllenvogteigarten bis hin zum Domplatz. Mitwirkende sind Profi- und Amateurkünstler sowie zahlreiche Magdeburger Vereine mit vielfältigen Angeboten von Akrobatik und Chorgesang bis Sport und Textilkunst.
An der Stirnseite des Klosters Unser Lieben Frauen wird beispielsweise eine große Spieluhr mit 12 lebenden Figuren der kirchlichen Schutzpatrone der Stadt zu sehen sein: Petrus, der heilige Mauritius, Mechthild von Magdeburg und andere. Ein Clownsspiel wird von der ersten urkundlichen Erwähnung Magdeburgs im Diedenhofener Kapitular erzählen. Dargestellt wird der Streit zwischen Luther und Tetzel um den Ablasshandel. Auch das bedeutsame Wirken Eike von Repgows ist als theatralische Aktion zu erleben. Der Wanderprediger Capestrano wettert mit seinen Predigten wider die Spiel- und Vergnügungssucht der mittelalterlichen Stadtbewohner. In einer fiktiven Szene treffen Mutter Courage und Tilly zusammen. In einem "Zelt der Stille" wird an die zwei Zerstörungen Magdeburgs von 1631 und 1945 erinnert und an die Leistungen der Trümmerfrauen beim Wiederaufbau in der Nachkriegszeit. Ein Kapitel lautet "Minne, Mode und Moral", wo es unter anderem um Magdeburgs Kleiderordnung von 1542 geht.
Auf dem Fürstenwall, Deutschlands erster Bürgerpromenade, wird die Geschichte von der Aufklärung bis zu den DDR-Jahren zu erleben sein: Mit Reverenz an Königin Luise und an die Schichtls, Magdeburgs namhafte Puppenspielerdynastie. Mit romantischer Scherenschnittkunst und mit Lustbarkeiten der Begegnung und Cabaret der 20-er Jahre. Mit witzigen Buckauer Originalen und wieder erklingender Tanzmusik aus DDR-Zeiten. Geplant ist auch eine Modenschau mit Original-Modellen des legendären Magdeburger Modehauses Heinz Bormann. Dazu werden noch einige Bormann-Kleider vom Hochzeitsmodell bis zur Abendrobe gesucht.
Unten auf dem Schleinufer geht es um Magdeburgs Aufstieg zur Industriemetropole im 19. und 20. Jahrhundert. Unter anderem wird ein historischer Eisenbahnzug die Prominenz von einst ins Festgetümmel von Magdeburg 12hundert bringen.
Der Fürstenwall-Park wird sich als "Garten der schönen Künste" präsentieren, als Ort der Magdeburger Literaten, Maler und Musiker. Hier sind zahlreiche Kunstwerke von Textilarbeiten bis zur Poesie zu erleben. Mit dem "Café Kugel" wird an die Magdeburger Künstlervereinung "Die Kugel" erinnert, die in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts Geltung erlangte.
Mit dem Domplatzgeschehen ist der Kunst-Garten durch den Remtergang verbunden, der als "Straße der Besten" gestaltet wird: mit 43 Charakterköpfen von Kaiser Otto dem Großen bis zum expressionistischen Dichter Georg Kaiser, von Doktor Eisenbarth bis zu Richard Wagner, von Erich Weinert bis Henny Porten, die in Magdeburg geboren wurde.
Auf dem Domplatz vereinigt sich die Erste Altstadtmeile mit dem Festtrubel des 9. Sachsen-Anhalt-Tages. Hier wird als Höhepunkt am Sonnabend, dem 2. Juli, das neue Magdeburg-Lied mit den Allstars der Magdeburger Bands vor großer Kulisse aufgeführt.
Mehr Information: Kuratorium 1200 Jahre Magdeburg, Remtergang 1, 39104 Magdeburg, Telefon: (0391) 561641